Rauch und Mimen für alle Blaulichter

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Übung im Gmünder Einhorn-Tunnel
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Einsatzkräfte aller Organisationen sind bei einer „Vollübung“ im Gmünder Einhorntunnel am Samstag eingebunden. Wie die Übung ablief und was die Verantwortlichen dazu sagen.

Schwäbisch Gmünd

Rauch füllt den Einhorntunnel, Blaulicht blitzt über die Wände, Autos und ein Kleinlaster stehen quer auf der Fahrbahn, Menschen liegen auf der Straße. Eine Übung nur, zum Glück. Aber eine, die es in sich hatte.

Die Vorbereitung

Ab acht Uhr am Samstagmorgen war der Gmünder Einhorntunnel für den Verkehr gesperrt. Im Inneren bereiteten die beteiligten Organisationen das Szenario der Übung vor, die „Verletzten“ positionierten sich in den Fahrzeugen und auf der Straße.

Auf dem Schotterparkplatz in der Lorcher Straße wurde die Einsatzzentrale aufgebaut, was bei einem echten Einsatz natürlich nicht so schnell gegangen wäre. Dann gab Feuerwehrkommandant Uwe Schubert das „Go!“. Die Brandmeldeanlage im Tunnel wurde ausgelöst, die Leitstelle schlug Alarm. Nach wenigen Minuten waren die Martinshörner zu hören, bahnten sich die Blaulichter von Feuerwehr, DRK, Polizei und THW ihren Weg durch den samstagsvormittäglichen Innenstadtverkehr.

Das Ziel

Ein Unfall in einem Tunnel sei etwas völlig anderes als ein Unfall unter freiem Himmel, deshalb müssten die Kollegen darauf vorbereitet sein, so Uwe Schubert, der zugab, dass er tatsächlich auf den einen oder anderen Fehler hoffe. „Dann können wir daraus lernen und sind im Ernstfall vorbereitet“, so der Kommandant. Das unterstrich Karl Kurz vom Landratsamt, dessen Behörde für den Betrieb des Tunnels verantwortlich ist. Wenn nämlich alles reibungslos verlaufe, bestehe die Gefahr, sich in einer „Scheinsicherheit“ zu wiegen. Jetzt dürften Fehler passieren, dann seien alle umso konzentrierter, wenn's wirklich drauf ankommt. „Es geht heute darum, zu sehen, wer handelt wie“, betonte Kurz.

Das Szenario

Folgende Voraussetzungen nahmen die Blaulichtorganisationen bei der Übung an: Im Tunnel kommt ein Auto auf die Gegenfahrbahn und stößt mit einem Lastwagen zusammen, ein Feuer greift um sich. Um die Kollegen vom THW zu fordern, fällt gleichzeitig noch der Strom aus.

Eine Beobachtergruppe unter Leitung von Uwe Schubert ging vom westlichen Tunneleingang in Richtung der ersten Unfallstelle. Wegen des Rauchs sah man nur wenige Meter weit. Schubert lotste nach rechts in den Rettungsstollen. Dort kamen, gestützt von DRK-Helfern, die ersten „Verletzten“, sogenannte Mimen, entgegen. Diejenigen, die „noch fußläufig“ waren, wie die Experten sagen. Die also noch in der Lage waren, selbst zu gehen. Ein paar Meter weiter lag eine Frau auf dem Boden. „Mir geht es schlecht, ganz schlecht“, rief sie, die Helfer kümmerten sich. „Eigentlich ist unser Grundsatz retten, löschen, bergen, schützen“, erläuterte Uwe Schubert. Bei einem Brand im Tunnel heiße die Devise jedoch: „Löschen, um zu retten.“ Dazu gehe die Feuerwehr nach einem in der Schweiz entwickelten Konzept vor. Stoßtruppen mit je fünf Einsatzkräften rücken vor, löschen zunächst die brennenden Fahrzeuge und bergen dann die Personen, um sie anschließend in den sicheren Bereich des Rettungsstollens zu bringen. Anschließend werden sie vom DRK versorgt, das vor dem westlichen Tunnelportal mehrere Zelte aufgebaut hatte, unterteilt nach dem Schweregrad der Verletzungen.

Die Bilanz

„Vieles lief gut, manches nicht so gut“, meinte Kommandant Uwe Schubert nach der Übung. In der kommenden Woche werde man sich zu einer ausführlichen „Manöverkritik“ zusammensetzen. Wie Landrat Dr. Joachim Bläse sagte, werde das Ergebnis dann auch öffentlich kommuniziert.

Der Dank

Nach anstrengenden Stunden im Tunnel hatten sich die Helferinnen und Helfer eine Stärkung verdient. In den Hallen von Omnibus Abt gab's Rote im Wecken und Getränke. Oberbürgermeister Richard Arnold betonte, die Blaulichter seien „verlässliche Kräfte, die Zuversicht geben“. Man könne nie auf alles vorbereitet sein. Aber am heutigen Tag hätten sie ihre Flexibilität trainiert und gezeigt, dass sich der eine auf den anderen verlassen könne. Landrat Joachim Bläse berichtete, er habe heute eine Stunde von Aalen bis Gmünd West gebraucht. Wegen des Staus. Er bat die Bevölkerung hier um Nachsicht, Übungen wie diese seien notwendig. „Wir müssen lernen, eigene Strukturen aufzubauen, die funktionieren.“ Uwe Schubert stellte klar: „Wir haben gezeigt, dass wir's können und dürfen heute getrost ins Bett gehen.“

Übung im Gmünder Einhorn-Tunnel
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