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Das Traiv-Team (von links): Manuel Eberhardinger, Tobias Baur, Tim Schwarz und Sebastian Franze.
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Ein Team aus Schwäbisch Gmünd und Stuttgart hat die App Traiv entwickelt, die mit Künstlicher Intelligenz Alternativen zu l Urlaubszielen sucht.

Schwäbisch Gmünd

Am Gardasee war's herrlich - wären da nur nicht die vielen Touristen, die sich gegenseitig auf die Füße treten. Ein klarer Fall für Traiv, die neue App, die ein junges Team von IT-Tüftlern aus Schwäbisch Gmünd und und Stuttgart entwickelt hat: Einfach das gelungenste Urlaubsbild vom Gardasee mit dem Smartphone hochladen. Und Traiv zeigt alternative Reiseziele, in denen Globetrotter ebenso pittoreske Seen, Berge und Strandcafés finden. „Zum Beispiel in Montenegro“, gibt Tim Schwarz einen Geheimtipp preis.

Der 27-jährige Wirtschaftsinformatiker wohnt in Straßdorf und hat sich für das Traiv-Projekt mit vier Gleichaltrigen zusammengetan: Einem langjährigen Freund aus Waldstetten und zwei Stuttgartern, die er im Rahmen seines Studiums an der Dualen Hochschule kennengelernt hat. Gemeinsam widmen sich die vier neben ihren Jobs dem Ziel, mit Traiv durchzustarten. Tim Schwarz erklärt, was die App von anderen Foto-Rückwärtssuchen im Internet unterscheidet: Jene zeigen einfach ähnliche Bilder an - also im Zweifelsfall immer wieder den Gardasee. Traiv dagegen schlägt echte Reisealternativen vor.

„Wasserfälle sind sehr beliebt“, sagt Schwarz. Wer ein Bild eines rauschenden Sturzbaches hochlädt, dessen Hand zeigt nicht nur Katarakte in Südafrika und Kroatien an: Auch die Uracher Wasserfall auf der Schwäbischen Alb ploppen auf. Viele, glaubt Schwarz, wüssten vielleicht gar nicht, dass sie vor der Haustür attraktive Ziele haben - die auch in Corona-Zeiten problemlos zu erreichen sind.

Die App basiert auf Künstlicher Intelligenz. Dafür hat das Entwicklerteam die Software mit 50.000 Bildern trainiert, Farben, Kontraste, Bildaufteilung zu analysieren und dabei Wasser, Himmel, Sonne andere Bestandteile zu erkennen. Die Reisealternativen holt sich die App aus einem Pool von verfügbaren Onlinefotos, aber auch von Bildern, die Nutzer der Traiv-App selbst in ihre Community hochgeladen haben. Die Anwendung findet zwar nicht heraus, wo das Bild aufgenommen wurde, zeigt aber an, wo es genauso schön ist. Außerdem erfährt der Nutzer, wie das Wetter dort gerade ist, welche Sprache gesprochen wird, und welche Flughäfen in der Nähe angesteuert werden können. Der Begriff Traiv verbindet „Travel“, englisch für Reisen, und „Drive“, also Fahren. „Es könnte aber auch für Travel, AI (Künstliche Intelligenz) und virtuell stehen“, sagt Schwarz.

Im App-Store von Apple können iPhone-Nutzer eine erste Version von Traiv bereits kostenlos herunterladen. Eine zweite Version folgt demnächst, eine Android-Version soll im August ebenfalls verfügbar sein. Die App, versichert Schwarz, bleibt kostenlos und will die Nutzer auch nicht mit Werbung bombardieren. Allerdings finden sich bei den vorgeschlagenen Reisezielen Links von Online-Reiseanbietern - wenn eine tatsächliche Buchung zustande kommt, werden die Traiv-Entwickler am Umsatz beteiligt.

Derzeit finanziert sich das Start-up noch über Förderprogrammen und kommt mit viel Arbeit, die die Entwickler neben ihren hauptberuflichen Tätigkeiten hineinstecken, über die Runden. Schwarz träumt davon, sich irgendwann im Hauptberuf den selbst produzieren Apps zu widmen.

Zunächst ist das Team auf der Suche nach Freiwilligen, die Spaß haben, Traiv zu testen und zu beurteilen. Sie können sich per E-Mail an info@traiv.de wenden.

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