Ricarda Lang will für Grüne in den Bundestag

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Ricarda Lang will für die Grünen in den Bundestag. Die Jurastudentin ist die Tochter des Gmünder Künstlers Eckhart Dietz. Mit im Bild seine Skulpturen "Angekommen" an Gmünds Bahnhof.
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Jurastudentin (26) kämpft gegen den Klimawandel und zeigt Kante gegen Rechts.

Schwäbisch Gmünd. Sie ist 26 Jahre jung. Lebt in Nürtingen. Kennt Gmünd aber gut. Denn ihr Vater, der Künstler Eckhart Dietz, hat hier über Jahrzehnte gelebt und gewirkt. Nun will seine Tochter, Ricarda Lang, den Wahlkreis Backnang – Schwäbisch Gmünd im Bundestag vertreten. Am Dienstag stellte sie sich in der GT-Redaktion vor.

Am Anfang war das "so ein Gefühl". Dass die Lebensgrundlagen schwinden, zerstört werden. Dies zu verhindern, da wollte Ricarda Lang nicht nur zuschauen, sondern aktiv mithelfen. Sie trat den Grünen bei. Als 18-Jährige. Heute, seit November 2019, ist sie im Bundesvorstand der Grünen, Stellvertreterin von Annalena Baerbock und Robert Habeck. Sie ist Frauenpolitische Sprecherin und für die Themen Feminismus, Vielfalt und Strategien gegen Rechts zuständig.

Nein, sagt sie ganz offen, es reiche nicht aus, wie sie Gmünd bei den Besuchen beim Vater kennengelernt hat. Die Altstadt, den Markt, die Kultur. Deshalb ist Lang am Dienstag in Gmünd angekommen, für eine Woche, am Gmünder Bahnhof bei den drei Skulpturen ihres Vaters mit dem Titel "Angekommen". An diesem Mittwoch trifft sie, der junge Menschen in der Politik wichtig sind, Vertreter des Jugendgemeinderates. Sie tauscht sich aus mit Mitgliedern des Integrationsbeirates. Sie besucht die Stiftung Haus Lindenhof und einen Biohof, trifft die Grünen-Ratsfraktion und den Verein "Frauen helfen Frauen". Dass es durch Corona eine "Gefahr eines Rückschritts bei der Gleichstellung" gibt, sieht Lang schon. Frauen machten das Homeschooling, Frauen träten im Beruf zurück, dies könne Auswirkungen auf Jahrzehnte haben. Deshalb ist es für Lang eine "politische Frage, dem entgegenzuwirken".

Jetzt, sagt Lang, werden die Weichen gestellt, "ob wir den Klimawandel schaffen". Die Handlungsfähigkeit der Kommunen sei ihr eines der wichtigsten Anliegen. Denn in der Coronakrise seien auf die Frage verschuldeter Kommunen zu wenig Antworten gegeben worden. Die Frage aber, ob eine Kommune ein Frauenhaus habe, ein Jugendzentrum, guten ÖPNV, Klinikversorgung und Kitas werde vor Ort beantwortet. Hier könne der Bund nicht wegschauen.

Grünen-Kreisvorstand Alex Singer hat Lang auch über die Situation bei Bosch AS informiert. Nun, in Corona-Zeiten, müsse eine Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Ungarn unter dem Aspekt von Logistik und Transport neu betrachtet werden, sagt er. Bosch AS habe es versäumt, am Standort Gmünd Produkte für die Zukunft zu entwickeln, sagt er. Die Pariser Klimaziele umzusetzen, Ökologie und Wirtschaft nicht als Gegensätze zu sehen, nicht am Status Quo festhalten, gerade im Mobilitätsbereich, das fordert Lang.

Die Nominierungsversammlung der Grünen ist am Freitag, 10. Juli, in Pfahlbronn. Der Andrang ist groß. Deshalb wechselten die Grünen von einer kleineren Halle in Frickenhofen in die größere in Pfahlbronn. Werde sie dort nominiert, werde sie im Sommer viel Zeit im Wahlkreis verbringen, sagt die Jura-Studentin. Wahlkampf will sie neu denken, nicht alles, aber viel digital machen, sagt die junge Frau, der noch zwei Themen besonders am Herzen liegen: soziale Absicherung in oder nach Corona-Zeiten und der Schutz der Demokratie und deren Werte durch eine "klare Kante gegen Rechts".

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