Richard Arnold: „Wir wollen Ihnen Heimat schenken“

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Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold (l.) begrüßt die vor dem Krieg geflüchteten Ukrainer, die an einem der Sprachkurse der Gmünder Volkshochschule teilnehmen wollen.
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In Rekordzeit hat die Gmünder Volkshochschule Sprachkurse für geflüchtete Ukrainer auf die Beine gestellt. 50 stehen auf der Warteliste.

Schwäbisch Gmünd

Spasibi – Danke an die VHS, dass sie so schnell Sprachkurse für geflüchtete Ukrainer auf die Beine gestellt hat“, ließ Oberbürgermeister Richard Arnold am Donnerstagmorgen auch das ein oder andere ukrainische Wort in seine Begrüßung einfließen. Nachdem die ersten beiden Kurse bereits Anfang der Woche gestartet waren, hieß die Stadtspitze nun die Teilnehmer, überwiegend jüngere Frauen, in Schwäbisch Gmünd willkommen. Man habe nicht gewartet, bis die Regierung Angebote schaffe, sondern sei so schnell wie möglich selbst aktiv geworden.

Für VHS-Leiterin Ingrid Hofmann war es eine glückliche Fügung, dass Anastasiya Mies, die den Fachbereich Deutsch leitet, ukrainisch spricht. Ihr sei es gelungen, so rasch Kurse zu organisieren. Drei weitere werden demnächst in Mutlangen, im Schönblick und im Unipark starten. Für hundert Ukrainer kann somit das Deutschlernen, wenige Wochen nach Kriegsbeginn, beginnen; fünfzig weitere Interessierte stünden auf einer Warteliste, berichtet Ingrid Hofmann.

Hoch erfreut zeigte sich Oberbürgermeister Arnold über das Angebot. Es sei schrecklich, was in der Ukraine passiere, Gmünd sei solidarisch mit den Ukrainern. Er legte allen ans Herz, die deutsche Sprache zu lernen, um an andere Dinge zu denken. Immer nur Schlimmes im Kopf zu haben, gehe ins Herz und lähme. „Solange sie nicht in ihre Heimat zurückgehen können,wollen wir ihnen Heimat schenken.“ Arnold kündigte an, dass immer wieder Gäste die Kurse besuchen werden, die die Stadt Gmünd und ihre Strukturen näherbringen sollen. Er riet: „Schauen Sie sich um in der Stadt mit ihrer großen Geschichte“ und ging kurz auf die Staufer und die Parler ein.

Neben den Sprachkursen kann die Gmünder VHS, dank des Sponsorings durch das Hotel am Remspark, für die ukrainischen Kinder auch Kurse an der Jugendkunstschule anbieten. Stefanie Seiz-Kupferer, Akademische Mitarbeiterin am Institut der Künste an der Pädagogischen Hochschule, machte deutlich, wie heilsam und wichtig Kunst für Kinder ist: Ein Bild in Form und Farbe zu verändern, bringe Handlungsfähigkeit zurück und sei ein Stück Selbstermächtigung. Samstags ab 14 Uhr und montags ab 15 Uhr sind die Kinder am Münsterplatz 19 eingeladen. Betreut werden sie von Olexandra Pudla, einer Austauschstudentin an der PH, die Kunstpädagogik studiert und ebenfalls des Ukrainischen mächtig ist.

Weil die Hälfte der in Gmünd registrierten Ukrainer – 487 sind es derzeit – Kinder sind, stellte Arnold in Aussicht, dass sie auch durch die Matinee am Sonntag im Stadtgarten unterstützt werden sollen: Um 11 Uhr findet ein Konzert unter dem Motto „musikalisch und solidarisch“ statt – die Hälfte des Erlöses sei für die Ukraine-Hilfe.

Begleitet wurden die Teilnehmerinnen des Sprachkurses von ihrer Dozentin Nino Fetzer, eine von vier Lehrkräften. Sie berichtete, dass die Frauen sehr motiviert und diszipliniert seien und so schnell wie möglich Deutsch lernen wollen. Vielen sei bewusst, dass es Jahre dauern werde, bis ihre Heimat wieder aufgebaut sei. Man habe auch deshalb sehr gut starten können, weil viele Teilnehmerinnen in der Ukraine bereits Englisch gelernt haben. Die Lehrbücher stellt die Gmünder VHS bereit, die Kurse werden fürs Erste von der Stadt finanziert, sollen aber so schnell wie möglich vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übernommen werden.

Lernen Sie die deutsche Sprache, um an andere Dinge zu denken.“

OB Richard Arnold, zu den Kriegsflüchtlingen

Einen Sprachkurs gibt's auch in Mutlangen

  • Auch in Mutlangen gibt es einen Sprachkurs für Geflüchtete aus der Ukraine. Er beginnt am kommenden Donnerstag, 7. April, und geht über zehn Wochen lang täglich von 9 bis 12.15 Uhr. Mehr Informationen gibt es auf dem Rathaus Mutlangen.

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