Sägbock: „Jetzt sind die Fußgänger dran“

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Abbruch des „Sägbocks“ erntet bei den Arbeitskreisen Stadtentwicklung und Mobilität und Verkehr Kritik.
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Abbruch des „Sägbocks“ erntet bei den Arbeitskreisen Stadtentwicklung und Mobilität und Verkehr Kritik.

Schwäbisch Gmünd. „Jetzt müssen endlich mal die Fußgänger an der Reihe sein“,das sagt Heidi Preibisch bei einem Vorort-Termin an den Resten des„Sägbocks“, der Fußgängerüberführung über Remsstraße, Remsund Bahnlinie. Geblieben ist nur das kurze Stück zwischen Lindenfirststraße und Modepark Röther. Benutzen kann man ihn aber (noch) nicht, auf der Südseite muss zuerst noch eine Treppe gebautwerden. Heidi Preibisch und Susanne Lutz vom Arbeitskreis Stadtentwicklung bedauern, dass nicht rechtzeitig über eine praktikable Lösung nachgedacht worden sei. Es sei nachvollziehbar, dass der Steg wegen statischer Mängel demontiert werden musste.„Aber man hätte ihn auf jeden Fall wieder ersetzen müssen“, so Susanne Lutz. Die aktuelle Situation sei unbefriedigend, das unterstreicht auch Thomas Kaiser vom Arbeitskreis Mobilität und Verkehr. Fußgänger aus der Lindenfirststraße müssten nun den Weg über den Pfitzer-Kreisverkehr und den dortigen Zebrastreifen nehmen.„Ein Umweg, denn so kann man gleich die Pfitzer-Unterführung nutzen“, sagt er. Wirklich passend sei der Überweg über die Bahngleise nur noch für Anwohner aus der Lindenfirststraße, die den Modepark Röther aufsuchen wollten.

Heidi Preibisch befürchtet, dass nun viele versuchen würden, den kürzesten Weg zugehen und die Remsstraße auf Höhe der Bürgerstraße queren. Von den ursprünglichen Plänen, an der Stelle eine Fußgängerampel zu installieren, sei nichts mehr übrig geblieben. „Für uns heißt das, Fußgänger müssen erneut verzichten, andere Verkehrsteilnehmer nicht,“ so Heidi Preibisch. Um die Gefahren für Fußgänger zu minimieren, schlägt sie Tempo 30 für die Remsstraße vor. Dieses Tempolimit sollte nach Möglichkeit auch auf anderen Durchfahrtstraßen eingeführt werden. Auch eine Querungshilfe auf Höhe der Bürgerstraße wäre nach Ansicht von Thomas Kaiser eine Verbesserung für die Fußgänger.

Der „Sägbock“, der vom Parkplatz Remsdeck aus die Innenstadt an die nördlichen Wohngebiete angedockt hat, wurde 1973 gebaut. Sanierungen 2011 und 2018 konnten das Bauwerk nicht retten. Der Spannbeton hat seine Festigkeit verloren, das Bauwerk hätte, so äußerten sich Fachleute, jederzeit kollabieren können. Der Volksmund gab dem Bauwerk diesen Namen, vermutlich weil es eine Holzkonstruktion ähnlicher Bauart ersetzte. Eines der wenigen Verkehrsbauwerke, für das noch Kunst am Bau ein Thema war. Die bunten grafischen Elemente stammen von Künstler Michael Turzer, auf dem verbleibendennördlichen Brückenteil sind sie noch zu sehen.

Abbruch des „Sägbocks“ erntet bei den Arbeitskreisen Stadtentwicklung und Mobilität und Verkehr Kritik.

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