Sägbock soll im August fallen

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Deutlich ist der Sägbock, der sich über Remsstraße, Rems und Bahn dehnt, in der Bildmitte zu sehen. Im August soll ein Teil des Stegs abgerissen werden.
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Warum der Teilabbruch des Fußgängerstegs in der Remsstraße in Schwäbisch Gmünd verschoben wurde und was danach folgen soll.

Schwäbisch Gmünd

Wenn alles klappt, wird in der Nacht vom 24. auf den 25. August die Remsstraße und die Remsbahn gesperrt. In dieser Nacht werden dann die zwei südlichen Teile des Rotrinnenstegs, im Volksmund als Sägbock bekannt, abgerissen. So ist bis jetzt die Planung, die der Leiter des städtischen Tiefbauamts, Jürgen Musch, auf Anfrage schildert.

Eigentlich war der Abbruch bereits für den Juni vorgesehen, der Termin musste aber verlegt werden. Für den Abriss muss nämlich die Bahn den Verkehr auf dieser Strecke aussetzen und den Strom in der Oberleitung abschalten. Deshalb ist das zur Verfügung stehende Zeitfenster sehr genau kalkuliert. „Wir haben exakt von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens Zeit“, sagt Musch. Er muss den Auftrag nun noch ausschreiben und eine Firma finden, die den Abbruch in diesem Zeitfenster durchführen kann.

Notwendig ist dieser Abbruch allemal, und zwar rasch. Eine Untersuchung des Bauwerks 2019 brachte nämlich das Ergebnis, dass in zwei der drei Teile des Stegs Spannstähle liegen, die zu einer Art Korrosion neigen. Das heißt, sie könnten zusammenbrechen - und das ohne warnende Vorzeichen. „Ein sofortiges Versagen ist jederzeit ohne Ankündigung möglich“, teilte die Verwaltung dem Gemeinderat mit. Laufende Kontrollen sorgen derzeit jedoch dafür, dass diese Gefahr nicht besteht, beruhigt Musch: „Man kann drübergehen.“ Trotzdem bestehe Handlungsbedarf, „je schneller, desto besser“, sagt der Amtsleiter. Bis die Bahn das Ganze unterstützen und die Remstalstrecke für ein paar Stunden stilllegen kann, wird trotzdem gewartet. Die Sicherungsmaßnahmen, um auch bei laufendem Bahnbetrieb abbrechen zu können, würden für die Stadt nämlich Mehrkosten im sechsstelligen Bereich bedeuten, weiß Jürgen Musch aus Erfahrung.

Direkt im Anschluss

Also sollen die zwei südlichen Abschnitte des Stegs in der Nacht zum 25. August fallen. Damit wenigstens der nördlichste Teil der Fußwegverbindung zwischen Zentrum und Lindenfirst dennoch erhalten bleibt - dieser Teil ist nämlich nicht gefährdet, versichert Musch - , soll „direkt im Anschluss“ an den Abriss mit dem Bau eines Treppenturms im hinteren Bereich des Geländes des Modeparks Röther begonnen werden. Der Turm soll noch in diesem Jahr stehen. Dann können Fußgänger, die von der Lindenfirststraße über den verbleibenden Teil des Sägbocks gehen, durch diesen Turm absteigen, über die Rotrinnenbrücke auf die Remsstraße gelangen und diese dann am nahen Überweg beim Pfitzer-Kreisel überqueren - oder umgekehrt. Zudem soll an der Stelle, über die noch der Sägbock verläuft. eine Querungshilfe angelegt werden mit einer so genannten Dunkelampel, also einer Ampel, die nur auf Anforderung aufleuchtet.

Das Geld für Abbruch und Turmbau steht übrigens schon bereit: 430 000 Euro sind im städtischen Haushalt für diese Maßnahme veranschlagt.

Wir haben

Jürgen Musch, über den Teilabbruch des Sägbocks

Der Rotrinnensteg: ein blutrünstiger Name

Der Rotrinnensteg wurde 1973 gebaut, da der Verkehr auf der Remsstraße weiter zunahm. Der Steg wurde immer wieder saniert, so 2011 und 2018.

Rotrinnensteg und die daneben liegende Rotrinnenbrücke haben ihren Namen vermutlich daher, dass dort bis 2013 der Schlachthof stand und in früheren Zeiten durch einen Kanal Schlachtabfälle und viel Tierblut in die Rems geleitet wurden, vermutet Jürgen Musch.

Im Volksmund heißt der Rotrinnensteg Sägbock - vermutlich, weil dort vor dem Bau des Betonstegs im Jahr 1973 eine Holzkonstruktion den Fußgängern die gefahrlose Querung der Remsstraße ermöglichte.

Ende August sollen die zwei südlichen Teile des Fußgängerstegs in der Remsstraße abgerissen werden. So sieht es die aktuelle Planung vor. Archivfoto: HOJ

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