Schachmatt gesetzt für die Clowns

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Schachmatt in wenigen Zügen – oder verlieren für den guten Zweck: Die Jugendlichen der Schachfreunde Spraitbach und der Schachgemeinschaft Schwäbisch Gmünd lassen ihren Herausforderern an den Schachbrettern keine Chance.
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Spraitbacher Schachjugend stellt sich öffentlich für einen guten Zweck den Gegnern – und gewinnt nicht nur die Partien, sondern auch die Herzen der Gegner.

Schwäbisch Gmünd

Samstagvormittag auf dem Gmünder Johannisplatz. Clowns mit roten Nasen bespaßen die Fußgänger und um einen Pavillon sind Tische mit Schachbrettern aufgebaut. Die Schachfreunde Spraitbach haben zum öffentlichen Schachspiel im Dienst der guten Sache geladen. „Die Idee zu der Veranstaltung kam im Rahmen der Jugendleiterausbildung von Schachkollege Julian Kurz und mir“, sagt Vorstand Alexander Ziegler. Sechs Monate lagen die Pläne für die Veranstaltung in der Schublade – am vergangenen Dienstag kam schließlich das Okay vom Ordnungsamt.

Und so stellen sich die Jugendlichen der Schachfreunde Spraitbach und der Schachgemeinschaft Schwäbisch Gmünd am Samstag gegen eine Spende den oftmals viel älteren Gegnern zum „königlichen Spiel“. „Der Erlös kommt den 'Clowns im Dienst' zugute“, erklärt Ziegler.

Die ersten Züge gehören jedoch dem Spraitbacher Bürgermeister Johannes Schurr, der sich mit dem bis dahin geheim gehaltenen „ Überraschungsgegner“, dem DRK-Kreisgeschäftsführer Steffen Alt, am Schachbrett duelliert – und wie: Der DRK-Mann bringt Schurr im „Blitzschach“ schnell schwer in Bedrängnis. Zwar gewinnt der Schultes bei einem „Springerangriff“ die gegnerische Dame, doch weil ihm „die Zeit davongelaufen“ ist, darf er keinen weiteren Zug mehr ausführen. Die Folge: „Technischer K.o.“ für den Spraitbacher Bürgermeister, der sich aber mit Steffen Alt auf ein freundschaftliches Unentschieden einigt.

„Während der Coronazeit hat das Schachspiel, besser gesagt der Schachsport, an Popularität gewonnen“, sagt Ziegler. Zumal das Spiel auch sehr gut online zu spielen sei. Und es gebe keine Altersbegrenzung oder Ansprüche an die körperliche Fitness. So werde zum Beispiel das von den Spraitbachern angebotene „Dameneinstiegstraining“ überraschend gut angenommen, so Ziegler. 15 Spielerinnen jeden Alters treffen sich regelmäßig online zum Training, darunter auch die Spraitbacher Gemeinderätin Sonja Maurer und ihre Freundin Helga Arnet. Beide sind nach eigener Aussage noch im „Aufbau“, aber das Spiel mache richtig Spaß und fordere den Geist.

Jugendliche siegen souverän

Den Samstag nahmen sich die beiden Frauen zum Anlass, um einmal „live“ gegen „kleine Profis“ zu spielen. Und die machen es den Spielerinnen nicht einfach. Während Maurer und Arnet minutenlang über den nächsten Zug grübeln, reagiert ihr elfjähriger Gegner Ilyas blitzschnell auf jeden Zug. Die logische Folge: Auch das „doppelte Brainstorming“ bringt den Spraitbacher Spielerinnen am Ende nur ein Schachmatt ein.

Auch der zehnjährige Simon lässt sich nicht die „Butter vom Brot“ nehmen. Er stellt sich dem Spraitbacher Gemeinderat Hans Ziegler. Dessen Versuche, den Zehnjährigen zu bezwingen, enden zügig in einem Schachmatt. „Simon hat mich ganz schön nass gemacht“, lobt Ziegler seinen jungen Gegner.

Auch die Clowninnen Lotte und Cilly kommen nicht über vier Züge hinaus. „Ein klassischer Fall von Schäfermatt“, analysiert Alexander Ziegler diese Blitzpartie. Schachspielen sei ja aber auch nicht die Hauptaufgabe der „Clowns im Dienst“, erklärt der Geschäftsführer des Vereins, Oliver Klopsch. Seit rund 20 Jahren sind die Clowns in Kliniken und Pflegeheimen unterwegs um Kindern und Demenzkranken einige Augenblicke der Freude zu bringen. „Die Ausbildung zum Klinikclown dauert 18 Monate“, so Klopsch. Und „die Kosten dafür werden rein aus Spendengeldern finanziert“. Mit ein Grund, warum die Schachfreunde Spraitbach den Erlös des samstäglichen „offenen Spiels“ den Clowns im Dienst übergeben.

Die „Clowns im Dienst“ freuen sich über Spenden führ ihre Arbeit:
IBAN: DE43 6415 0020 0005 5600 88 BIC: SOLADES1TUB

„Während der Coronazeit hat das Schachspiel an Popularität gewonnen.“

Alexander Ziegler,, Vorsitzender der Schachfreunde

Wer sind die „Clowns im Dienst“?

Die „Clowns im Dienst“ wurden um die Jahrtausendwende ins Leben gerufen. Die Idee und die Konzeption für das Projekt wurde zunächst für die Region Tübingen entwickelt, ehe KinderBerg International e.V. 2001 die Trägerschaft übernahm und die Clownsbesuche in den Folgejahren ausgeweitet wurden. Nach über zehn Jahren als selbstständiges Projekt von KinderBerg International wurde 2013 der gemeinnützige Verein „Clowns im Dienst“ mit Sitz in Tübingen gegründet. Der Verein ist mittlerweile aktives Mitglied im Dachverband Clowns in Medizin und Pflege Deutschland. Seit dem ersten Tag an besuchen die ausgebildeten Clowns regelmäßig kranke Kinder in den Kinderkliniken Tübingen, Reutlingen und Schwäbisch Gmünd sowie ältere, an Demenz erkrankte Menschen in Pflegeeinrichtungen.

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