Schatten haben in Gmünd eine Heimat gefunden

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Anna Klamann im Schattenlabor des neuen Gmünder Schattentheatermuseums „schattenreich“ im Mohrengässle. Im Schattenlabor können Besucher selbst mit Schattentheater experimentieren. Klamann ist Ansprechpartnerin für Termine im Museum.
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Rainer Reusch und Tomas und Britta Sturm stellen Gmünds Stadträten das Konzept und die Pläne fürs Schattenmuseum vor.

Schwäbisch Gmünd

Für Oberbürgermeister Richard Arnold ist es ein „Alleinstellungsmerkmal“: Das Schattentheatermuseum, das in Gmünd erst vor wenigen Tagen öffnete, stellte am Mittwoch Rainer Reusch, Gmünds Experte in Sachen Schattentheater, im Gemeinderat vor. Reusch dankte den Stadträten für jahrelange Unterstützung. Er verwies darauf, dass zu den Schattentheater-Festivals immer etwa 6000 Besucher kämen. Ohne Stadträte gäbe es kein Schattentheaterzentrum, keine Buchveröffentlichungen aus Gmünd über Schattentheater und auch dieses Museum nicht, sagte Reusch. Er tauchte in die Geschichte des Schattentheaters, unterschied das asiatische und historische, traditionelle Schattentheater vom modernem in den USA und Europa. Die Stadträte hätten die finanzielle Basis für das Museum geschaffen. Für ihn sei damit ein Traum in Erfüllung gegangen, sagte Reusch, der in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 400 Schattentheaterfiguren gesammelt hat. Diese, und 700 weitere, die er geschenkt bekommen habe, wollte er der Öffentlichkeit präsentieren. Die Schatten hätten im Museum, dem Gmünder „Alleinstellungsmerkmal“, eine Heimat gefunden. Reusch stellte das Museum als Mitmachmuseum vor. Dazu gibt es im Museum interaktive Stationen, die in die Geheimnisse von Licht und Schatten einführen. Fertig ist das Museum noch nicht, ein zweiter Abschnitt werde im kommenden Jahr folgen, er soll zum 12. Internationalen Schattentheaterfestival im Herbst 2022 fertig sein.

Den Aufbau und die Gestaltung des Museums stellten Tomas und Britta Sturm vom Atelier Sturm vor. Das Museum hat eine Fläche von 138 Quadratmetern im Erdgeschoss. Zudem gibt es Flächen im Untergeschoss und einen Gewölbekeller. Im Erdgeschoss wird der Besucher an einer Theke und bei einem Shop begrüßt. Er startet dann einen Rundgang. Der Besucher kann eintauchen in die Geschichte des Schattentheaters, seine weltweite Verbreitung. Außerdem gibt's im Erdgeschoss Flächen für Workshops. Deren Ergebnisse werden für die Teilnehmer auf die Leinwand geworfen. Besucher können Ausstellungsobjekte mit Taschenlampen erkunden, sie an die Wand projizieren. Schließlich gibt es ein Schattenlabor mit acht Stationen. Den Gewölbekeller wollen die Schattentheatermacher nutzen, um Gruppen zu empfangen. Zu diesem gibt es einen eigenen, einen „historischen Zugang“. Gruppen können dort zuerst eintreten und danach die Räume des Museums erkunden. Der zweite Bauabschnitt komplettiert das Museum. Vorgesehen ist dabei auch eine Abteilung für Marketing.

Arnold dankte Reusch für sein Engagement und gratulierte ihm zum Bundesverdienstkreuz, das ihm vor wenigen Tagen verliehen worden war. „Jeder Quadratzentimeter wurde genutzt“, sagte der Oberbürgermeister, der auch der Vereinigten Gmünder Wohnungsbaugesellschaft VGW und ihrem Chef Celestino Piazza dankte. Ohne Unterstützung der VGW hätte dieses Museum nicht entstehen können, sagte Arnold. Der Keller könne auch für andere Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen oder Diskussionen genutzt werden. Mit dem Museum werde das Schattentheater noch mehr in den Mittelpunkt gerückt.

Grünen-Stadträtin Barbara Bijok begrüßte das „wunderbare Projekt“ in Gmünd, es sei eine „tolle Bereicherung“. Sie fragte, ob das Museum barrierefrei sei. Man komme mit dem Aufzug ins Untergeschoss, sagte dazu VGW-Chef Celestino Piazza. Ihr sei es ein Anliegen, Rainer Reusch für seinen „langen Atem“ mit den Höhen und Tiefen, für sein Lebenswerk zu danken, sagte Karin Rauscher (FWF).

  • Öffnungszeiten im „schattenreich“
  • Gmünds neues Schattentheatermuseum „schattenreich“ im Mohrengässle 6 ist sonntags zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Mittwochs empfängt das Museum Schüler- und Seniorengruppen. Termine können unter der Telefonnummer (07171) 6034109 vereinbart werden.
Schattenmuseum mit Anna Klamann
Schattenmuseum mit Anna Klamann
Schattenmuseum mit Anna Klamann
Schattenmuseum mit Anna Klamann
Schattenmuseum mit Anna Klamann
Schattenmuseum mit Anna Klamann
Schattenmuseum mit Anna Klamann

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