Scheffold-Gymnasium mit Rückenwind-Offensive

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Neues Corona-Lernkonzept am Scheffold-Gymnasium mit der PH Schwäbisch Gmünd

Schwäbisch Gmünd. Zwischen Corona-Pandemie und Leistungsdruck müssen Kinder und Jugendliche seit fast zwei Jahren ihren Schulalltag meistern. Das Scheffold-Gymnasium hat deshalb ein Differenzierungsprojekt für die Klassen 5 bis 10 gestartet, „um Lockdown-Defizite auszugleichen und gleichzeitig die Stärkeren dabei nicht aus den Augen zu verlieren“, wie Schulleiter Bernd Gockel mitteilt.

Einmalig in Schwäbisch Gmünd bettet die Schule ihre Rückenwind-Offensive nicht mit Hilfe von zusätzlichen Stunden am Nachmittag ein, sondern integriert sie im regulären Stundenplan. Dies passiert in sämtlichen Hauptfächern, die wöchentlich mindestens vier Stunden unterrichtet werden. Dabei werden jene Hauptfächer für eine Stunde pro Woche in jeder Stufe gekoppelt, also parallel unterrichtet. In der Praxis sieht das zum Beispiel so aus: Die Klassen 6a, 6b und 6c haben wie gewohnt drei Stunden Unterricht bei ihrem Fachlehrer in Deutsch. In der vierten Wochenstunde wird der Klassenverband allerdings aufgelöst, die Klassen werden je nach individuellen Schwerpunkten neu zusammengesetzt.

„Um eine sinnvolle Einteilung vornehmen zu können, haben wir im Vorfeld eine Evaluation entwickelt, die Stoff und Kompetenzen des Vorjahres abprüft. Nachdem in allen sechsten Klassen derselbe Test geschrieben und ausgewertet worden war, konnten wir die Lerngruppen nach individuellen Schwerpunkten mischen“, berichtet Michaela Kraus-Kienzler, Fachschaftsvorsitzende im Fach Deutsch.

„Vor allem in der Mittelstufe, die zwischen Dezember und Mai die längste Zeit im Lockdown aus der Distanz unterrichtet werden musste, sahen wir Handlungsbedarf“, so Schulleiter Gockel weiter. Die Problemlösung erfolgte, indem man die Pädagogische Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd mit ins Boot holte. Während in der Unterstufe in den so genannten „Differenzierungsstunden“ die herkömmliche Klassenstärke im Grunde erhalten bleibt, wird mit Hilfe von PH-Studierenden ab Klasse 7 so weit differenziert, dass weitere Kleingruppen in Mathematik, Englisch und Deutsch gebildet werden konnten. Den Kontakt stellte Dr. Bianca Strohmaier her, die sowohl als Lehrerin am Scheffold-Gymnasium als auch als Dozentin an der PH tätig ist.

Mathelehrerin Yvonne Schmidt freut sich ebenfalls über die zusätzliche Unterstützung in ihrer neunten Klasse: „Meine Studentin und ich unterrichten unsere Kleingruppe im so genannten Teamteaching-Verfahren, wir befinden uns gemeinsam im selben Raum und haben so mehr Zeit, um auf die Fragen der einzelnen Jugendlichen besser eingehen zu können.“

„Das Scheffold-Gymnasium hat aus seiner Sicht eine Antwort auf die vom Ministerium abgelehnten zwei 18-monatigen Schuljahre gefunden, die im Frühjahr gemeinsam mit dem Parler-Gymnasium angedacht waren“, resümiert Gockel.

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