Schluss mit Hotel-Schwanenmama

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Die sechs Jungschwäne schwimmen zurzeit mit Mamaschwan Helga und Papaschwan Georg auf der Rems. Zum Ende des Jahres werde sich der Nachwuchs verabschieden.

Gmünds Schwanenexperte Hans Stollenmaier klärt auf: Was die Natur für die schwarzen Schwanenkinder vorsieht und warum sie nicht auf ewig in Schwäbisch Gmünd bleiben.

Schwäbisch Gmünd

Die sechs Schwanenjunge auf der Rems haben den Winter überstanden. Dabei war es gar nicht so sicher, ob sie die kalten Monate heil überstehen. Gmünds Schwanenexperte Hans Stollenmaier erklärt, warum das Überleben im Winter keine sichere Sache war und was die Tiere in der Zukunft erwartet.

Sechs muntere Jungschwäne. Für Schwanenexperten Stollenmaier eine Überraschung: Im Spätherbst entschieden sich die Schwaneneltern Helga und Georg zur Familiengründung. Als Ende November die sechs Jungen schlüpften, sah Stollenmaier wenig Chancen für ein gesundes Aufwachsen der Schwäne. Der Bruttermin sei zu spät im Jahr gewesen, die anstehende Winterkälte sah er als große Gefahr für die Jungen. "Jetzt sind die Tiere aus dem Gröbsten raus", kann Stollenmaier verkünden. "Sie sind gut gewachsen". Noch haben die jungen Trauerschwäne ihr "Kleinkind-Gefieder", das nach und nach auswachse. Rund ein Jahr dauere es, bis die Schwäne ihr "Alterskleid" entwickeln.

Die Tiere seien sehr revierbezogen und verteidigen ihr Brutgebiet auch gegen den eigenen Nachwuchs. "Über kurz oder lang werden die Jungen von den Alten verjagt", sagt Stollenmaier. Das heiße vermutlich zum Jahresende ist "Schluss mit Hotel Mama". Er vermutet, dass sich die Jungtiere remsabwärts ansiedeln. Sobald das Alterskleid gewachsen ist, können die Tiere auch fliegen. "Das liegt in der Wesensart der Tiere. Schwimmen und Fliegen ist ihnen genetisch festgelegt".

Jetzt sind die Tiere aus dem Gröbsten raus.

Hans Stollenmaier, Schwanenexperte

Männchen oder Weibchen? Das kann der Experte nicht genau sagen. Bisher konnte nur ein Weibchen "identifiziert" werden. Stollenmaier stellte das bei einer Untersuchung fest. "Die Leute haben sofort aufgemerkt und nachgefragt was ich mit den Tieren vorhabe", lobt er die Aufmerksamkeit der Bürger. Es sei wahrscheinlich, dass es sich bei den Schwänen um drei Mädels und drei Jungs handelt. Das lege die Natur im Vorfeld fest. Wenn die "Kleinen" auf Reviersuche gehen, bestehe durchaus die Möglichkeit, dass sie sich pärchenweise ansiedeln und für eigenen Nachwuchs sorgen. Dann gehe der natürliche Kreislauf von vorne los.

Stollenmaier hofft, dass sich dann auch die "Senioren" Helga und Georg zu einer weiteren Brut entschließen. Beeinflussen kann und will der Schwanenexperte die Tiere bei der Standortsuche nicht, man sollte die "Natur so weit belassen wie es geht" und "die Schwäne wissen am besten, was gut für sie ist".

Das von Fußgängern servierte Schwanenmenü reiche von Brot über Grünfutter und Salat. Obwohl die Kleinen nicht "menschenscheu" sind, bittet Stollenmaier trotzdem den Abstand zu den Tieren zu wahren.

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