Schlussakkord mit Herz und Geist

+
Schlußgottesdienst EKM
  • schließen

Mit einem Abschlussgottesdienst auf der Remspark-Bühne im Gmünder Stadtgarten endet das Europäische Kirchenmusikfestival 2021 am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein.

Schwäbisch Gmünd

Was am 16. Juli auf der Remspark-Bühne in Schwäbisch Gmünd mit Bläsern begann, erhielt am Sonntag seinen Schlussakkord mit Gesang und virtuosem Geigenspiel. Denn mit dem ökumenischen Abschlussgottesdienst endete das Europäische Kirchenmusikfestival (EKM) 2021. Dekanin Ursula Richter und Dekan Robert Kloker stellten fest, „wie gut das tat nach der anstrengenden und immer noch unsicheren Zeit der Pandemie und der Flutkatastrophe“. Die beiden Geistlichen hatten sich spontan auf der Remspark-Bühne dazu entschlossen, die Predigt gemeinsam zu halten – und betonten: „Musik und Gesang fehlten so lange und berühren und bewegen jetzt wieder Herz und Geist.“

Das Duo „VioLines“ mit Isabel Kimmel an der fünfsaitigen Violine und Carina Deutscher mit Gesang hatte durch Martin Holzner am Keyboard Unterstützung erhalten. Sie setzten einen wohltuenden, mal einfühlsamen und mal pfiffigen Schlussakkord für das EKM. Die Gottesdienstbesucher dankten es mit langanhaltendem Beifall. „Musik und Gesang berühren unser Herz, wir atmen auf, Kräfte erneuern sich“, sagte Robert Kloker.

Das Herz stellten Richter und Kloker in den Mittelpunkt ihrer Predigt. Sie beschrieben es als „Wunderwerk der Schöpfung“. Und so sei auch das EKM „mit Herz und Geist“ vorbereitet gewesen – und sei dankbar angenommen worden mit dem Thema „Gott und die Welt“. „Herzen zu heilen, zu bergen, zum Guten zu kehren ist Gottes Herzenswunsch.“ Und der Herr verspreche seinem Volk ein neues Herz. Trete quasi als „Transplantationsmediziner“ auf. Schließlich gehe er so weit und sende mit Jesus sein Herz in die Welt.

Mit aktuellem Bezug stellte Kloker fest: „Wie sehr brauchen wir einen guten Geist und erneuerte Herzen. Manch geistige Umnachtung macht sich breit, Menschen folgen Verschwörungstheorien und Fakes, extremes und fanatisches Gedankengut feiert Urstände.“ Und die Dekanin ging auf die Erzählung vom steinernen Herz ein. In der ein Kaufmann sein fleischernes Herz gegen ein steinernes austauscht, um noch reicher zu werden. Aber letztlich dann doch Gutes tut. Auch die Corona-Pandemie habe durch Abstand und Sorgen manches Herz versteinert, beklagte Richter. „Wie gehen wir mit Impfstoff um? Bei uns verfällt er schon“, prangerte sie an. Ebenso wie Lebensmittel. „Anderswo auf der Welt wäre beides bitter nötig.“

Auf der anderen Seite gebe es gerade in der Pandemie und nach der Flutkatastrophe viele helle Geschichten über Herzen aus Fleisch und Blut und einem guten Geist. „Alles wird neu belebt, Hass wird vertrieben“, beschrieb Richter. Und Kloker forderte auf: „Lasst euch beschenken. Denn Gott will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben.“

Abschließend wünschten sich die Geistlichen, dass Gott Herzen und Geist berühren möge. „Dass wir singen möchten. Singen, musizieren, tanzen. Das ganze Jahr, wenn es nach uns ginge, und bis zur nächsten Europäischen Kirchenmusik. Amen.“

Der Intendant des EKM, Klaus Stemmler, dankte allen Beteiligten für die „große Gemeinschaftsleistung“. Mit Blick auf Dekanin Richter und Dekan Kloker sagte er: „Sie leben eine offene, aufgeschlossene Ortskirche. Dafür sind wir ihnen sehr dankbar.“ Für diese Feststellung gab es langanhaltenden Beifall von den Besuchern. Ein wohltuender Schlussakkord für das Europäische Kirchenmusikfestival.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare