Schmiedgassen: Hoffnung und Sorge

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Die beiden Gmünder Schmiedgassen werden sich in Kürze ändern. Einbahnstraßen, Tempo 20 und Zufahrtsbeschränkungen sind geplant. Schaffen diese Pläne Abhilfe beim Thema Verkehr? Anlieger äußern sich.
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Die Vordere und Hintere Schmiedgasse werden umgestaltet. Das bedeutet auch Umstellungen für diejenigen, die dort mit ihrem Gewerbe angesiedelt sind. Was halten sie davon?

Schwäbisch Gmünd

Die Schmiedgassen verändern sich. Das hat der Gemeinderat am vergangenen Mittwoch in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Einbahnstraßen, Tempo 20, Zufahrtsbeschränkungen sind in Planung, Details werden festgelegt. Was halten Gastronomen, die direkt von den Änderungen betroffen sind von den Planungen?

Für Madeleine Bazzano war es zunächst ein Schock zu hören, dass viele Parkplätze wegfielen. Denn viele der Gäste ihres Café Mikro blieben nur schnell auf einen Espresso. Aber es gibt auch Positives: mehr Platz für Außenbewirtung. „Da waren wir ganz froh“, sagt sie. Dafür seien gerade auch schon Vorbereitungen in Gange. Generell begrüßt sie, dass die Schmiedgassen nun mehr in den Fokus der Stadtverwaltung geraten. „Hoffentlich wird es so etwas belebter.“

Auch Frank Stemke von der gleichnamigen Bäckerei lässt die Parksituation nicht kalt. Denn auch seine Kundschaft komme häufig mit dem Auto und gehe nach dem Einkauf wieder. Daher hofft er, die womöglich Fehlende Auto-Kundschaft mit Radfahrern und Fußgängern auszugleichen. „Ich hoffe, dass es nicht nur ein Provisorium bleibt.“ Für Anwohner könne die Schmiedgasse durch die Änderungen attraktiver werden. Geschäfte könnten derzeit fehlende Kunden zurückgewinnen. Dennoch: „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Bäcker Stemke. Aber auch: „Wenn man die Vordere Schmiedgasse zu einer Fußgängerzone macht, dann zu einer richtigen.“

Zwar solle der Autoverkehr stark verringert werden. Busse dürfen aber trotzdem noch die Haltestellen anfahren. Und diese seien die Übeltäter vor Ort in Sachen Lärm. „Wenn man es leiser haben möchte, muss man die Lärmquellen verbannen“, sagt Stemke. Beim geplanten Tempo 20 würden die Busse nicht leiser werden, dafür aber länger brauchen, um vorbeizufahren. Der Vorschlag von ihm und anderen ansässigen Gewerben: elektrische Busse. „Das war unsere Vision.“

„Es ist eine große Verunsicherung da“, sagt Stemke. Auch er wolle die Außenbewirtung seiner Bäckerei ausbauen. Und erst einmal abwarten, was die Änderungen bringen werden. „Wir schauen positiv in die Zukunft,“ betont er.

Wenn man es leiser haben möchte, muss man die Lärmquellen verbannen.

Frank Stemke, Bäckerei Stemke

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