Schmiedgassen-Projekt: Jetzt kommt Farbe ins Spiel

+
Viele Ideen will der Streetartkünstler Udo Schurr in den kommenden Tagen umsetzen. Langlebige Farbe dem Projekt Lebensdauer bescheren.
  • schließen

Bodypaint-Weltmeister Udo Schurr verwandelt die mittlerweile für den allgemeinen Verkehr gesperrte Route in ein Südseeparadies.

Schwäbisch Gmünd

Freitagabend 18.00 Uhr. Der Gmünder Udo Schurr, zweifacher Weltmeister im Bodypainting, baut seine Utensilien in der Verbindungsgasse, dem Fernsehplatz, zwischen den Schmiedgassen auf. Hier war bis vor kurzem als Experiment ein Sandstrand mit Palmen und Strandkörben installiert. Der Sand und die Palmen sind weg, die Strandkörbe parken am Rand der Hinteren Schmiedgasse, geblieben ist die „Sandfarbe“ auf der Straße.

Für Udo Schurr, seinen Kumpel Markus Elter und seine „konstruktivste Kritikerin“, Freundin Jessi Fischer, steht eine lange Nacht bevor. Auf die Schmiedgassen sollen einmalige Kunstobjekte gezaubert werden. Die Idee, die Schmiedgassen mit Streetart - also Kunst auf öffentlichen Flächen - aufzupeppen kam dem Künstler vor einigen Tagen. Beim Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold rannte Udo mit seinen Vorstellungen „offene Türen ein“, die Präsentation der in mühevoller Kleinarbeit entwickelten Ideen und Visionen des Künstlers überzeugten den OB komplett.

Tatsächlich, die Ideen und Entwürfe können sich sehen lassen: In 3-D-Optik bringen Schurrs Visionen eine faszinierende Tiefe und Strukturen auf die ausgewählten Objekte. Denn Udo Schurr ist nicht nur Weltmeister im Bodypainting, als Leinwandkünstler, Objektbemaler und mit Wandmalerei hat er sich längst überregional einen guten Namen gemacht. „Alles was, bis Drei noch stehen bleibt, wird von Udo bemalt“ lacht Freundin Jessi.

Jetzt sind also die Schmiedgassen dran. Ein Flatterband zur Absperrung des zu bemalenden Bereichs erregt bei den Fußgängern im Vorfeld das Interesse. „Was hier wohl entstehen wird?“ Der Verbindungssteg soll sich in ein Südseeparadies verwandeln, die jeweiligen Eingangsbereiche werden zu pazifikblauem seichtem Wasser, auf einer Dünenlandschaft könnte sich Udo einen plastisch wirkenden Liegestuhl unter einem Sonnenschirm gut vorstellen.

Die Idee, aus dem Zebrastreifen einen Steg über blaues Wasser zu zaubern, muss er aber abhaken. Der Schutzstreifen darf nicht verändert werden, sagt die Verkehrsbehörde. Aber die städtischen Strandkörbe sollen einen „klassischen Anstrich“ erhalten und auf der Dünenlandschaft wieder ihren Platz finden.

Auf der Höhe des Café Mikro kann sich der Künstler ein gezeichnetes Kopfsteinpflaster vorstellen, auf dem eine 3-D-Cappuccino-Tasse in Übergröße steht. Plastisch wirkende Seesterne sieht er in seichtem Wasser. Udos Fantasie ist groß. Allerdings wird eine Idee, die Gmünds Stadtoberhaupt persönlich sehr gut findet, nämlich einen Krater, der fahrende Autos ins Magma hinabzieht, nicht umgesetzt.

Wann die Kunstwerke fertig sind? Kann Udo nicht sagen, denn er muss Rücksicht auf die Busse und Taxis nehmen, die die Schmiedgasse passieren. „Und auf Autos, die hier eigentlich nicht durch dürfen“. Wie lange es dauert, hängt auch vom versprochenen städtischen Flutlicht ab, von dem am frühen Freitagabend noch nichts zu sehen war.

Wie lang die Fußgänger die Kunst bewundern dürfen? Er habe sich für eine „langlebige, für Straßenmalerei geeignete Farbe entschieden“, sagt Udo dazu.

Alles, was bis Drei stehen bleibt, wird bemalt“.

Jessi Fischer,, Udo Schurrs Freundin
Der Sand ist Geschichte, Udo Schurr zaubert den Strand jetzt mit Farbe.
Von diesem Steg kann Udo Schurr nur träumen: Der Zebrastreifen darf nicht verändert werden.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare