Schmiedgassen: Verkehr raus − Fußgänger rein

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In der Hinteren Schmiedgasse entsteht der Frauen-Platz. Er ist einer von drei Plätzen, die es in den beiden Gmünder Schmiedgassen geben soll. Der Verkehr muss daher angepasst werden.
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Ab kommenden Montag entstehen drei Plätze zum Verweilen in den Schmiedgassen. Keine Durchfahrt mehr für Individualverkehr.

Schwäbisch Gmünd

Ab Montag entstehen in den Gmünder Schmiedgassen der Frauen-Platz, der Frey-Platz und der Fernseh-Platz. „Für die Kommunalpolitik eines der wichtigsten Themen“, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. Damit diese Plätze, die ansässige Gastronomen und Dienstleister zum Bewirten und Bedienen nutzen sollen, entstehen können, wird auch der Verkehr geändert. Ab Montag müssen sich Autofahrer anpassen.

Stadtumbau brauche nicht immer eine 100-prozentige Planung oder viel Geld, meint OB Arnold. „Der Wille, etwas zu verändern, und gute Ideen“ seien auch schon etwas, mit dem man viel anfangen könne. Die Idee: drei Plätze schaffen. Und: auf die ansässigen Händler setzen. „Wir wollen etwas errichten, an dem man sich niederlassen kann.“ Dies sind zum Beispiel Holzdecks, die unter anderem vor der Bäckerei Frey aufgebaut werden. Diese könne die Bäckerei zum Empfangen und Bewirten der Gäste nutzen. „Ja, es geht zu Lasten von Parkplätzen“, gibt Arnold zu und verweist auf andere Möglichkeiten wie das Remsparkdeck.

Dieser Platz, der Frey-Platz, soll unter anderem mit Bananenstauden und bunten Markierungen auf der Fahrbahn gestaltet werden, sagt Baubürgermeister Julius Mihm. Ebenso werde der Gehsteig ein Stück umgebaut. Das „Durchschießen“ mit dem Auto werde so „ein Stück weit gebrochen“. Kurz anhalten, etwas beim Bäcker kaufen und weiterfahren solle trotzdem noch gehen.

„Das ist ein Experiment“, betont Arnold. Ein Experiment, das in der Summe 50 000 Euro koste und dem der Gemeinderat einstimmig zustimmte. „Wir beginnen am Montagvormittag“, sagt Wolfgang Kreuz, Abteilungsleiter für Bauangelegenheiten beim städtischen Baubetriebsamt. Den Anfang macht der Fernseh-Platz, der im Bereich des Haarstudios Trend, der Bürgerstraße und der Gmünder Tagespost entstehen soll. In der Hinteren Schmiedgasse soll nahe des Reisebüros Sarikaya der Frauen-Platz entstehen. Die Idee für den Namen stamme von dem dortigen Brunnen von Künstler Karl Ulrich Nuss. Dieser zeigt mehrere Frauen. Am 28. Juli wolle man offiziell eröffnen, sagt Mihm. Kreuz zeigt sich zuversichtlich, dieses Ziel einzuhalten. „Ich bin guter Dinge.“

Das ist ein Experiment.“

Richard Arnold, Oberbürgermeister
50 000 Euro sollen die Arbeiten in den beiden Straßen kosten. Bis 28. Juli sollen die Arbeiten fertig sein. Grafik: Stadt Gmünd

Verkehrsführung wird geändert

Damit diese Planungen aufgehen, muss sich auch am Verkehr was tun. „Die Busse fahren nach wie vor“, sagt der OB. Anders hingegen sieht es beim Individualverkehr aus. Für den ist die Vordere Schmiedgasse ab Montag ab der Abzweigung zum Kalten Markt bis zur Ausfahrt des Parkhauses tabu. Fahren Autofahrerinnen und Autofahrer also in die Hintere Schmiedgasse ein, müssen sie entweder in das Parkhaus oder über die Rosenstraße in Richtung Königsturm. Von der Königsturmstraße aus können Autofahrer nicht mehr den Kalten Markt befahren. Dort wir eine Einbahnregelung gelten. Ob das kontrolliert wird? „Das müssen wir. Da muss man massiv vor Ort sein“, sagt Gerd Hägele, Leiter des Gmünder Ordnungsamts. Man müsse aufklären und scharf kontrollieren.

Die Schmiedgassen sollen dann vorrangig für Fußgänger da sein. „Das Fahrrad hat sich genauso unterzuordnen, wie alle anderen auch“, sagt Arnold und betont, dass es keinen Radweg geben werde.

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