Schmuck, Keramik und Textil

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Ausstellung Gmünd
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Begleitend zum Festival Europäische Kirchenmusik stellen ab sofort Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa ihre Werke im Gmünder Labor im Chor aus.

Schwäbisch Gmünd

Das Motto des Festivals Europäische Kirchenmusik „Vision Europa“ wird im Gmünder Labor im Chor von einer Ausstellung als „Hier“ umgewandelt begleitet. Maria Hokema, Angela Munz und Alkie Osterland, die „Macherinnen“ im Labor im Chor, haben Künstler aus europäischen Ländern eingeladen, die in Deutschland leben und arbeiten.

Zu sehen sind Schmuck, Keramik und Textil. Ins Auge fallen die Figuren von Janina Myronova, Artist in Residence in der Majolika-Manufaktur in Karlsruhe. Ein erster Blick reicht nicht aus, um die Romane aus kleinen Bildern auf den Figuren zu „lesen“.

Blickfang besonderer Art das feinfädige Werk von Irina Kolesnikova. Das, was zunächst als detailreich mit Pinsel und Farbe gezeichnetes Bild nach einem Foto aus den Dreißigerjahren erscheint, ist Faden für Faden gewebt, „um die fotografische Momentaufnahme zeitlich auszudehnen“, wie Maria Hokema es bezeichnet. Auch ein zweites Werk mit rasanten roten Farbspuren ist so entstanden.

Wunderschöne Kristallglasuren

Gegensätze vereinen sich meisterlich zu einem schönen Ganzen, wenn Ricus Sebes Hand anlegt. Raue Außenschale, unter Verwendung von Ton, Beton und Drähten, innen wunderschöne Kristallglasuren, werden zu außergewöhnlichen Gefäßen, wie Alkie Osterland erläutert.

„Die Angst vor dem weißen Papier“, habe die Künstlerin Lourdes Carmelo zur ersten Kette angeregt, die sich auf dem Schatten ihrer Finger zeigt, bei der zweiten und dritten sei Blau und Grün und mehr hinzugekommen. Das vierte Stück, nicht an einer Wand präsentierbar, trug Alkie Osterland als außergewöhnliches Stück um den Hals. Was so charmant und filigran an der Wand hängt, kommt unter Alena Willroths Händen zustande. Zwölf bis doppelt so viele Schichten verschiedenfarbiger Folien werden mit dem Skalpell in feinste Formen ausgeschnitten, berechnet, gepresst, erhitzt, mit einem kleinen Bügeleisen in Form gebracht, schwingend, ineinander verwoben, sich in den Raum wölbend, als Ketten zu tragen.

Düsteres Grau in Glas wolkt an der weißen Wand, symbolisch für die Einheit der Welt, von Alkie Osterland geformt. Daneben „Wrapped sleep“, eine Figur aus textilen Fäden von Raja Jokinen. Beides schwebt über den Keramikdosen von Angela Munz. Zu denen Maria Hokema erläutert, dass das passgenaue Zusammenbringen von unterschiedlichen Tonen bei Korpus und Deckel eine hoch komplizierte Sache sei, wenn sie so präzise gelingen will wie bei Munz’ Deckeldosen.

Nicht weit entfernt die „Festung Europa“, ein Modell mit Fenstern, aber ohne Türen, mit einer ganz besonderen Glasur von Maria Hokema. Alles sieht renovierungsbedürftig aus, was als Aussage gewollt ist. Fragen geben auch die Behälter von Nona Otorashvili auf, mit Deckeln in unterschiedlichen Öffnungsgrößen. Die Seiten in farbigen Engoben mit Autobiografischem illustriert, als Schriftzeichen und Bilder. In einem Kasten daneben ungewöhnliche schlichte Broschen aus ihrer Hand.

Frech, bunt, anregend, aber auch nachdenklich stimmend hängt Textiles gleich neben dem Eingang von Nanna Aspholm-Flik. Ganz anders mitten im Raum ein Gewand, das oftmals geflickt seine Historie erzählt, mit Tüllrock und Kette aus getrockneten Blaubeeren, voll reicher Symbolik. „Der Mensch im Zentrum“, das zeigen die Figuren von Nathalie Schnider-Lang, die lässig, doch „aufrecht“ ins Auge springen. Ihnen entnahm Tanzpädagogin Sandra Kirschner die Ausgangsposition für eine faszinierende bewegungsreiche Visualisierung von Beethovens Mondscheinsonate, von Konstanze Fladte am Klavier intoniert.

Kunst aus ganz Europain Schwäbisch Gmünd

Die Ausstellung: „Hier – 13 Positionen der angewandten Kunst von europäischen Künstlerinnen und Kunsthandwerkern, die in Deutschland leben und arbeiten, vielstimmiger Ausdruck des gelebten Europas“ ist bis zum 28. August zu sehen. Ort: Galerie Labor im ChorIm Prediger (Eingang Bocksgasse) in Gmünd.Geöffnet: Dienstag bis Freitag, jeweils von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag, 11 bis 17 Uhr.Führungen: 16., 20. und 21. Juli, 19.30 Uhr.Online: www.labor-im-chor.de

Ausstellung Gmünd v.l.: Maria Hoikema, Angela Munz, Alkie Osterland bei der Einführung

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