Schmuck nicht nur für Instagram

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Mit Schmuckstücken zum Erfolg: Daniela Erger (links) und Karolina Peter(rechts) mit ihren Abschlussarbeiten. Lehrerin Sibylle Don trägt die Abschlussarbeit von Sven Steiner.
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Im Arenhaus präsentieren Absolventinnen und Absolventen des Berufskollegs und der Meisterschule ihre Arbeiten.

Schwäbisch Gmünd

Zwischen Distanz und Nähe. Wie der Begriff auf ein Schmuckstück übertragen aussieht, zeigen Absolventinnen und Absolventen des Berufskollegs für Design, Schmuck und Gerät im Arenhaus. Sie haben jetzt ihre dreijährige Ausbildung abgeschlossen – mit einem zweiwöchigen Prüfungsmarathon. Entwurf, Schmuckstück und begleitende Mappe entstanden in dieser Zeit.

Mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Karolina Peter stammt aus Litauen, ihre eigentliche Heimat ist aber Deutschland. Der persönlichen Nähe zu den beiden Ländern steht die große räumliche Entfernung gegenüber. Symbolisiert in einem Collier, bei dem der Verschluss zwischen diesen Ländern gesetzt ist, die mit einer roten Linie verbunden sind. Ein tragbares Schmuckstück, wie viele andere der Abschlussarbeiten.

Fachlehrerin Sibylle Don verfolgt die Entwicklung über viele Jahre. „Wir bewegen uns derzeit weg von experimentellen Lösungen und hin zu tragbarem Schmuck“, sagt sie. Das sei wohl auch Instagram geschuldet, wo Arbeiten vorgezeigt werden könnten.

Zu nahe oder nicht? In Coronazeiten die ständige Frage. Daniela Erger drückt dies in einem Musikstück von Sam Smith aus und gibt dem Notenblatt Dreidimensionalität, umgesetzt in einem Armband. Dazu der Kontrast zwischen geradliniger Grundfläche und beschwingter Musik. Sven Steiner schließlich verbindet das Thema mit dem Lauf der Zeit. Es geht um den Kontrast der uns langsam erscheinenden Bewegung des Sternenhimmels und der Bewegung der Menschen. Für ihn wie für Daniela Erger ist nun die Meisterschule nächste Herausforderung, Karolina Peter sucht jetzt die Praxis, will in Mannheim eine Goldschmiedelehre antreten. Auch sie legt Wert auf selbstständiges Arbeiten, „man will ja seine eigenen Sachen machen“.

Im Arenhaus – es ist eine „Außenstelle“ der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd – absolvieren auch vier Goldschmiedinnen ihre Meisterprüfung. „Gewöhnlich haben wir 15 bis 20 Absolventinnen und Absolventen“, sagt Sibylle Don. Eine Zahl, die die Schule jetzt auch wieder anstrebt. Dabei ist der Beruf deutlich exklusiver geworden, auch individueller. Viele wünschen sich die selbstständige Arbeit, einige können das im elterlichen Betrieb realisieren.

Barbara Schöffl möchte den einmal übernehmen und legt den Grundstein dafür mit einem Werkstück zum Thema „Faszination Gletscher“. Umgesetzt in einem auf den ersten Blick komplex erscheinenden Armreif, der sich über Federn öffnen und schließen lässt. Ähnlich der Veränderung im Eis, das Spalten entstehen und gleichzeitig verborgen schlummern lässt. Sarah Obergasser setzt sich künstlerisch mit einer Reise nach Japan auseinander. Pagoden und ihre statische Besonderheit haben es ihr angetan. Der Halsschmuck übt sich in der Balance zwischen den großen Flächen und den feinen Drähten.

Skulptur geschaffen

Romina Papendick hat sich „Glasgow – Stadt der Kontraste“ zum Thema gemacht. Ihr Armschmuck besteht aus zwei getrennten hohlen Armreifen, die mit Platindrähten verbunden sind. Ein mächtiges Schmuckstück, eine Widder-Skulptur, macht sich Katrin Runge zur Aufgabe. Der Sockel der Statue besteht aus standfestem Beton, das Oberteil ist ein silberner Widderkopf mit Betonhörnern. Darin haben zwei Gläser und eine Gin-Flasche Platz. Eine besondere Mechanik lässt den Kopf langsam öffnen und schließen.

Wir bewegen uns derzeit weg von experimentellen Lösungen.“

Sibylle Don,, Fachlehrerin

Gold und Silber

im Arenhaus

Das Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät dauert drei Jahre in Vollzeit. Gestalterisches Denken und handwerkliches Können werden dort zusammengeführt. Berufliche Perspektive bieten sich im Goldschmiedebereich. Die Meister-Fortbildung ist möglich.
Die Meisterschule kann nach der Ausbildung zum Goldschmied oder im Anschluss an das Berufskolleg besucht werden. Danach ist ein Studium etwa im Bereich Design, möglich. Die Meisterschule dauert zwei Jahre.

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