Schnäppchen und viele Erinnerungen auf dem Flohmarkt im Schießtal

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An guten Tagen warten die Fahrzeuge zum Einlass bereits um 5 Uhr. Die Schnäppchenjäger kommen kurz vor sechs. Die meisten nehmen sich aber viel Zeit, um über den Flohmarkt Schießtal zu bummeln und dort auch in die lokale Kultur einzutauchen. Foto: aha
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Seit 15 Jahren ist der Gmünder Flohmarkt ein Anziehungspunkt für groß und klein.

Schwäbisch Gmünd

Schon kurz nach 6 Uhr beginnt in der Regel das Treiben an den Flohmarkttagen im Schießtal. Wenn es noch nicht hell genug ist, sind die ersten Trophäensammler auch gerne mit der Taschenlampe unterwegs, um Schnäppchen zu machen. Auch, wer ganz klare Vorstellungen hat, was er will, muss manchmal lange suchen, bis er fündig wird.

Für alle anderen hat es durchaus seinen Reiz, sich auf einem Flohmarkt einfach treiben zu lassen. Ein alter Vogelkäfig? Das rote Zwanzigerjahre-Kleid? Keramik, Bücher, Bilder? Womit Oma einst in ihrer Küche hantierte oder was die Kinder bei ihrem Auszug im Keller zurückgelassen haben, auf dem Gmünder Flohmarkt gibt es nichts, was es nichts gibt.

Vor 15 Jahren, am 10 August 2007, verwandelte sich der Schießtalplatz zum ersten Mal in einen Marktplatz für Trödel, Krimskrams und Antiquitäten. „Seitdem ist viel passiert“, erzählt der Veranstalter und Gmünder Antiquitätenhändler Heinz Gelmar. „An guten Tagen warten die Fahrzeuge zum Einlass bereits um 5 Uhr an der Schranke.“

Er weiß auch, dass viele Kunden und Händler den Gmünder Flohmarkt besonders lieben, da es einer der wenigen Märkte sei, der sowohl sanitäre Anlagen als auch eine Umkleide- und Anprobekabine mit Spiegel biete. Außerdem gebe es Stromprüfanlagen, um Elektrogeräte zu testen. Weshalb der Käufer auch beim Kauf von gebrauchten Geräten immer sicher sein könne, dass der Föhn, der Staubsauger oder die Bohrmaschine noch funktionieren.

Überhaupt versucht Heinz Gelmar, es allen „irgendwie Recht zu machen“. Mit drei bis vier Helfern ist er von frühmorgens bis zum Abbau und der Abreise der Händler, zwischen 14 und 16 Uhr, mit dem Rad auf dem Platz unterwegs, um Fragen zu beantworten, Probleme zu lösen oder auch nur einen kleinen Plausch zu halten. „Wir übernehmen auch mal kurz die Aufsicht über einen Stand, wenn der Verkäufer zur Toilette muss oder sich einen Kaffee am Imbisswagen holt“, erzählt er lachend.

 “Ich komme seit fünf Jahren regelmäßig hier her“, erzählt Verkäuferin Karola, die fast bei jedem Termin mit ihrer Freundin vor Ort ist. „Es ist zu einem richtigen Hobby geworden, und nebenbei schafft man zu Hause auch Platz für Neues!“ Auch Ruth ist seit neun Jahren regelmäßig mit ihrem kleinen, aber feinen Verkaufsstand dabei. Sie bestätigt, was viele Verkäufer berichten: „Die meisten kommen wegen der tollen familiären Atmosphäre und weil der Heinz einfach so ein toller Kerl ist!“

Gabi und Carina, die mit ihrem Wohnmobil bereits am Vorabend aus Darmstadt angereist sind, sind alte Gmünder. „Wir kennen den Schießtalflohmarkt seit Ewigkeiten und wissen, dass es hier besonders toll ist“, erzählt Carina. Die beiden haben ihre Kleiderschränke ausgemistet und direkt bei der Ankunft bei Heinz Gelmar nach einem Stellplatz in der Nähe der Umkleidekabine gefragt. „Wir schaffen Platz in unserem Kleiderschrank“, erklärt Gabi lachend, „und nebenbei treffen wir noch alte Freunde und Bekannte!“

Flohmarktbesucher Georg aus Niedersachsen ist in Schwäbisch Gmünd bei Freunden zu Besuch. Zufällig habe er den Markt beim Morgenspaziergang entdeckt sagt er und findet, ein Flohmarktbesuch sei einer der besten Wege, die lokale Kultur kennenzulernen: „Ich habe zwar das eine oder andere Verständigungsproblem, weil ich dem Schwäbischen nicht so gewachsen bin, aber lustig ist es allemal!“

Ein Bummel über den Flohmarkt lohnt sich immer, selbst wenn „nur“ Erinnerungen an vergangene Kindertage wachwerden - beim Anblick von Barbie und Ken oder einem Struwwelpeter-Buch.

Heinz Gelmar betreibt seit 50 Jahren einen Antiquitätenladen in der Rinderbacher Gasse. Im Dezember 1972 eröffnete sein Vater aus Leidenschaft für Antiquitäten und Trödel das Geschäft in Schwäbisch Gmünd. Damals sei Schwäbisch Gmünd die erste Wahl gewesen, da die vielen ansässigen Amerikaner das Geschäft mit „Gebrauchtem aus Good old Germany“ in Schwung gebracht haben.

Die nächsten Floh- und Trödelmarkt-Termine auf dem Gmünder Schießtalplatz sind am 13. August, 27. August, 10. September, 24. September, 8. Oktober, 15. Oktober. 29. Oktober, 5. November, 12. November und 26. November, geöffnet ist der Flohmarkt jeweils von 6 bis 14 Uhr.Einfahrt und Aufbau ab 6 Uhr. Die Standgebühr beträgt 5 Euro pro Meter bei einer Standtiefe von 1,5 Metern. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. 

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