Schnelles Internet für Schulen ganz oben auf Agenda

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Oberste Priorität für die zwei FDP / FW-Stadträte hat jedoch die Konsolidierung des Haushalts.

Schwäbisch Gmünd. Die erste kommunalpolitische Woche liegt hinter Gmünds Stadträten. An diesem Mittwoch tagt der Verwaltungsausschuss. Die GT hat zum Auftakt des kommunalpolitischen Jahres Fraktionen und Gruppierungen befragt. An diesem Mittwoch antwortet Dr. Peter Vatheuer (FDP / FW).

Welche Priorität(en) sehen Sie in Gmünd für das kommende kommunalpolitische Jahr?

Peter Vatheuer: Mit Blick auf das anstehende neue Schuljahr muss das Thema schnelles Internet für alle Gmünder Schulen ganz oben auf der Agenda stehen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei und unsere Schulen müssen durch entsprechende Breitbandversorgung endlich zukunftsfähig werden - unabhängig vom Home Schooling. Oberste Priorität in Zukunft muss aber die Konsolidierung des Haushalts haben. Gmünd ist hier in einer sehr prekären Situation! Nur finanzielle Freiräume schaffen den notwendigen Gestaltungsspielraum für die Stadtentwicklung. Auch ist dies eine Frage der Generationengerechtigkeit. Mit einem derart verschuldeten Haushalt ist es künftigen Generationen kaum möglich, eine ordentliche Stadtentwicklung zu betreiben! Auch die Themen Wohnraum und Klimaschutz sind uns wichtig. Klimaschutzmaßnahmen müssen aber mit Sinn und Verstand auf der Basis von technischen Innovationen erfolgen und nicht aufgrund von Verboten und Aktionismus - nur so werden wir in Deutschland auch Vorbild für andere Länder sein!

Wie gelingt es, den Haushalt der Stadt nach Corona wieder in Ordnung zu bringen?

Es bleiben letztlich nur zwei Dinge, um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen: Die Ausgabenseite beschränken und die Einnahmenseite erhöhen! Ganz entscheidend ist hierbei die Erhöhung der Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommensteuer - den wichtigsten Aktivposten in der kommunalen Haushaltssatzung. Da kommen wir um die Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete nicht umhin. Ganz wichtig ist aber auch die Stärkung von attraktiven Wohnangeboten in der Kernstadt.

Wie gelingt es Gmünd, der Abhängigkeit von der Automobilindustrie entgegenzuwirken? Welches Gewicht hat eine weitere Entwicklung des Gewerbegebietes Aspen?

Gmünd muss seine Attraktivität für andere Branchen erhöhen. Der Technologiepark Aspen ist hierzu ein ganz wichtiger Baustein. Wichtig ist insoweit ein ganzheitlicher Ansatz. Damit sich zukunftsorientierte Technologieunternehmen hier ansiedeln, muss auch das entsprechende Ökosystem vorhanden sein! Intensive Bemühungen müssen daher auf der Ansiedlung einer technischen Hochschule liegen - idealerweise einer Außenstelle der Hochschule Aalen.

Wie läuft aus Ihrer Sicht die Umsetzung des Projektes „Lebenswerte Altstadt“ mit dem Auftakt in den Schmiedgassen?

Ein Anfang ist gemacht. Erste Reaktionen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Jetzt gilt es, das Projekt behutsam weiterzuentwickeln - unter enger Einbindung der Anwohner und Gewerbetreibenden. Entscheidend bleibt das Ziel, die Aufenthaltsqualität in den Schmiedgassen für alle zu erhöhen!

Ist Ihre Fraktion bereit, Fahrrädern und Fußgängern künftig mehr und Autos weniger Raum in der Innenstadt zu geben?

Es geht nicht darum, einzelne Verkehrsmittel gegeneinander auszuspielen. Entscheidend ist vielmehr, dass alle Verkehrsmittel über eine gute und ausreichende Infrastruktur verfügen. Bei Fahrradwegen besteht in Gmünd durchaus noch Luft nach oben, auch für Fahrradabstellmöglichkeiten. Gemeinsam mit der HfG könnte man hier lustige und einzigartige Modelle für Gmünd schaffen - so bekäme die Fahrradstadt Gmünd ihren ganz eigenen Touch! Was hingegen Fußgängerwege anbelangt, so braucht sich Gmünds Innenstadt nicht zuletzt aufgrund der Umbauten im Zuge der Gartenschauen sowie dem Projekt „Lebenswerte Altstadt“ nicht zu verstecken - im Gegenteil!

Was kann die Stadt für den Handel nach Corona tun?

Das Beste, was die Stadt für den Einzelhandel tun kann, ist dafür Sorge zu tragen, dass sich die Besucherfrequenz in der Stadt erhöht! Die Erhöhung der Frequenz in der Innenstadt geschieht am besten durch sogenannte Magneten, die die Menschen quasi wie Magnete in die Innenstadt ziehen – dies können angesagte Geschäfte, Filialen, Veranstaltungen oder auch bestimmte Formen der Gastronomie sein (Stichwort Event-Gastronomie). Und man sollte in diesem Zusammenhang gerade auch keine Angst vor Wettbewerb haben, denn es gilt die alte Handelsweisheit: Konkurrenz belebt das Geschäft! Michael Länge

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