Schnelles Netz kommt langsam

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Städtischer Wirtschaftebeauftragter begründet, weshalb der Anschluss schwacher Netzgebiete immer wieder stockt.

Schwäbisch Gmünd. Immer wieder wurden die Bemühungen der Stadt, weiße oder graue Flecken im Stadtgebiet, also Bereiche mit sehr schlechtem oder schlechtem Internetempfang, durch den Anschluss an Glasfaserleitungen zu verbessern, gebremst. Nun soll es vorwärtsgehen, für das Baugebiets „Im Bilsen“ laufen die Arbeiten bereits.

Darüber informierte der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, Alexander Groll, am Mittwoch den Gemeinderat. Er sprach dabei auch die Hürden an, die zu überwinden waren. Zwar bekommt Gmünd knapp 25 Millionen Euro aus einem Förderprogramm, um den Internetempfang flächendeckend zu verbessern, und müsste noch knapp 2,5 Millionen selbst investieren. Doch zuerst, so Groll, musste die Stadt abfragen,ob eine private Netzbetreiberfirma vielleicht doch Interesse hat, die Flächen mit schwachem Empfang selbst anzuschließen. Als die Planungen ausgeschrieben waren, habe die wettbewerbsrechtliche Rüge einer Firma das Verfahren erneut ein paar Wochen blockiert, bevor sie von der zuständigen Kammer abgewiesen worden sei. Ein personeller Engpass in der Wirtschaftsförderung sei hinzugekommen.

„Marktversagen“

Die „weißen Flecken“ mit sehr schlechtem Empfang liegen in Teilorten, so in Großdeinbach, Lindach, Herlikofen, Bargau, Metlangen und Reitprechts. Alexander Groll geht davon aus, dass er dem Gemeinderat die Angebote für die Planung des nötigen Netzausbaus Anfang kommenden Jahres vorlegen kann. Wenn der Gemeinderat zustimmt, könnte ein Planer voraussichtlich im Februar beauftragt werden. Er hätte wohl rund 2500 Hausanschlüsse zu planen. Für drei Wohnbaugebiete konnte die Stadt die Glasfaser-Anbindung vorziehen: für Holder in Großdeinbach, Strutfeld in Bargau und eben Bilsen in Weiler. Für die „grauen Flecken“, ebenfalls in Teilorten habe die Stadt erst am Mittwoch die Meldung bekommen, ob private Betreiber dort investieren möchten. Dementsprechend weiter zurück im zeitlichen Ablauf liege der Anschluss dieser Bereiche ans Glasfasernetz.

Oberbürgermeister Richard Arnold sah angesichts dieser Entwicklung „an allen Ecken und Enden Marktversagen“, für das die öffentliche Hand einspringen müsse. Wolfgang Fischer

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