Schnelltests und erste Hilfe für Autos

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Pascal Kässer nimmt heute die Daten der Fahrer auf, Julia Deininger ist für die Nasenabstriche zuständig.
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Der 23-jährige Pascal Kässer erzählt, weshalb er bei der jeder der Testaktionen des DRK auf dem Gmünder Schießtalplatz dabei ist und was er dort erlebt.

Schwäbisch Gmünd

Kein Testtag im Schießtal ohne Pascal Kässer: Der 23-jährige Heubacher koordiniert die Schnellteststation des Gmünder Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gemeinsam mit seinem Vater, Kreisbereitschaftsleiter Roland Kässer, und mit Karlheinz Schilling, Zugführer der Einsatzeinheit, besser bekannt als Katastrophenschutz. Seit 6. März läuft die Aktion montags, mittwochs und samstags. Per Whatsapp oder E-Mail klärt Pascal Kässer im Vorfeld ab, welche der 60 DRKler auf seiner Liste für die Tests wann Dienste übernehmen können. 18 Ehrenamtliche brauche es pro Schicht.

Ein Helfer weist die Autofahrer auf dem Schießtalplatz in die richtige Reihe, weitere nehmen die Abstriche, erfassen die Daten der Besucher, verarbeiten die Tests und übermitteln die Ergebnisse den Getesteten, die in ihren Autos warten. Wobei die Leute auch gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen dürfen, betont Pascal Kässer.

Von rund 7300 Tests seit 6. März waren etwa 30 positiv, sagt DRK-Geschäftsführer Steffen Alt. Die meisten der schlechten Nachrichten hat Pascal Kässer überbracht. Denn diese Aufgabe ist den drei Organisatoren vorbehalten. Sie ziehen dann den Schutzanzug an und halten viel Abstand, um den Betroffenen zu sagen, dass sie positiv sind, sich in Isolation begeben und sich das Ergebnis mit einem PCR-Test bestätigen lassen müssen. Die Meldung ans Gesundheitsamt übernehmen die DRK-Helfer.

Die bisher positiv Getesteten reagierten gefasst, erzählt Pascal Kässer. Die meisten hatten vermutet, dass sie sich beim Kontakt mit einem Corona-Infizierten angesteckt hatten. Andere waren mit leichten Symptomen zum Test gekommen – entgegen der Empfehlung. Wer Corona-Symptome hat, sollte sich telefonisch an den Hausarzt wenden, sagt Pascal Kässer.

Den allermeisten Getesteten dürfen er und seine Kollegen die gute Nachricht überbringen, dass ihr Schnelltest negativ ist. Manche seien sehr erleichtert, erzählt der 23-Jährige. Es gebe auch einige Stammkunden, die einmal die Woche zum Testen kommen. Viele zeigten sich dankbar über das kostenlose Angebot. Manche bringen Süßigkeiten vorbei. Einer überreichte den Helfern Wurstdosen, erzählt Karlheinz Schilling. Passend dazu brachte Oberbürgermeister Richard Arnold Holzbackofenbrot aus Herdtlinsweiler mit. Doch die meisten schenken den Ehrenamtlichen Schokolade. Die Süßigkeiten geben die DRKler in der Regel an die Kinder weiter, die sich testen lassen. „Die meisten machen sehr gut mit“, erzählt Pascal Kässer, vor allem, wenn die Eltern als gutes Beispiel vorangehen. Erwachsene bekommen einen Nasenabstrich, bei Kindern nehmen die Helfer die Probe aus dem Rachen. Die Tests seien ab einem Jahr zugelassen. Die meisten Kinder seien bei den Schnelltests im Schießtal aber drei Jahre oder älter. Und wenn ein Kind so gar nicht will, sehen die DRKler vom Test ab, selbst wenn die Eltern sich diesen wünschen, erzählt er: „Das soll ja kein Zwang sein.“

Batterien als Notfälle

Hatten die Helfer auch schon medizinische Notfälle? Nasenbluten sei schon vorgekommen, mehr nicht, antwortet der Rettungshelfer, der im Katastrophenschutz tätig ist. Bei ein paar Autos hatten er und seine Kollegen allerdings „erste Hilfe“ leisten müssen: Nachdem die Leute im Auto bei abgeschaltetem Motor, aber eingeschaltetem Licht und Radio auf das Testergebnis gewartet hatten. Doch auch für solche Batterie-Notfälle sind die Retter mit Starterkabel und Muskelkraft zum Anschieben vorbereitet.

Ganz gleich, in welcher Situation: Das Zusammenspiel läuft. Dieses Miteinander ist ein Grund, weshalb sich Pascal Kässer seit seiner Kindheit im DRK engagiert. Die Übungsabende im Katastrophenschutz, die wegen Corona seit einem Jahr ausfallen, fehlen ihm. So sei er froh, dass er einige der Kameraden wenigstens bei den DRK-Testaktionen sieht, sagt der 23-Jährige, der als IT-Sicherheitsbeauftragter in einem Ulmer Unternehmen derzeit vor allem im Homeoffice arbeitet. Und klar: Er wolle mit seiner Mithilfe bei den Tests seinen Teil im Kampf gegen die Pandemie beitragen. Denn Pascal Kässer war im vergangenen Jahr auch in der Gmünder Fieberambulanz tätig und hat dort einige Patienten gesehen, die lange mit den Folgen der Corona-Erkrankung zu kämpfen hatten. „Alle schauen auf die Todeszahlen, aber Long-Covid ist nur wenigen im Bewusstsein“, sagt er.

Die DRK-Testaktionen laufen ab Mai mittwochs von 17 bis 20 Uhr sowie samstags von 8 bis 13 Uhr auf dem Schießtalplatz. Den seitherigen Montagabendtermin gibt das DRK auf, weil es nun täglich außer sonn- und feiertags Bürgertests auf dem Marktplatz geben wird und sich so mehr in die Innenstadt verlagert, sagt Steffen Alt. Wer sich im Schießtal testen lassen will, meldet sich unter der Rufnummer (07171) 350621 oder online auf www.drk-gd.de an.

Alle schauen auf die Todeszahlen, aber Long- Covid ist nur wenigen im Bewusstsein.“

Pascal Kässer,, Mitorganisator der DRK-Testaktion

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