Schönblick: Linke will anderen Standort für Pflegeheim

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Die Pläne für das Pflegeheim Schönblick. (Stand: 21. März 2021) Montage: SDZ

Ortsverband: Oberbürgermeister Richard Arnold soll die Reißleine ziehen. Auch ANO kritisiert die Pläne.

Schwäbisch Gmünd. Der Ortsverband der Linken kritisiert das Festhalten am geplanten Standort des Pflegeheimes Schönblick. Gmünds Stadtspitze solle endlich einen Alternativstandort anbieten, heißt es in einer Presseerklärung vom Dienstag.

Leider sei die lange Zeit seit dem Einleitungsbeschluss für den neuen Standort des Pflegeheimes Schönblick bis heute nicht genutzt worden, um einen Alternativstandort im Stadtteil Rehnenhof / Wetzgau zu finden. „Trotz vieler berechtigter Einwände gegen den Standort im Taubental und gegen die damit dauerhafte Versiegelung von wertvollstem Waldboden hält die Leitung des Schönblick da-ran fest und die Stadtverwaltung geht diesen Weg mit“, schreibt Christian Zeeb, Sprecher des Linke-Ortsverbandes. In Zeiten, in denen die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher zu spüren seien, und dies nicht zuletzt im Taubental, sollte nach Ansicht der Gmünder Linken davon „endlich Abstand genommen und ein Alternativstandort ernsthaft in Erwägung gezogen werden“.

Die Stadt unternehme allerlei Maßnahmen, um die enormen Wassermassen im Taubental einzudämmen bzw. die Folgen abzumildern. Gleichzeitig lasse sie eine weitere Flächenversiegelung im oberen Teil zu. „Wer als Verzögerungsmaßnahme im unteren Teil des Taubentals einen Damm bauen lässt, sollte nicht gleichzeitig im oberen Teil eine weitere Waldfläche zubauen lassen“, so Zeeb. Flächenverbrauch auf der grünen Wiese werde schon heute angesichts der enormen negativen Auswirkungen vom Umweltbundesamt als großes Problem für die Umwelt bezeichnet. Nicht zuletzt werde das Thema Flächenverbrauch auch im Gmünder Gemeinderat immer kontroverser diskutiert. Eine Waldumwandlung scheine in diesem Zusammenhang geradezu grotesk, bäten Gemeinderat und Verwaltung doch derzeit um Spenden, um Waldflächen umbauen und bepflanzen zu können.

„Wir begrüßen es sehr, dass der Schönblick trotz extrem gestiegener Baupreise an der Schaffung von Pflegeplätzen festhält, aber der Oberbürgermeister muss hier die Reißleine ziehen und einen Alternativstandort anbieten“, so Kurt Wahl vom Ortsvorstand der Linken.

ANO kritisiert Pläne für den Schönblick

Der Naturschutz sieht die Pläne der Schönblick gGmbH kritisch, auf einem Waldgrundstück des angrenzenden Taubentals den Neubau eines Pflegeheims zu errichten. „Die Bedeutung des Taubentalwaldes für Hochwasserschutz und lokales Klima sollte mittlerweile eigentlich keiner Erklärung mehr bedürfen“, sagt Walter Beck, Sprecher des Arbeitskreises Naturschutz Ostwürttemberg (ANO), mit Blick auf den Schönblick und die Stadt Schwäbisch Gmünd, die das Vorhaben unterstützt. „Es ist wenig glaubwürdig, wenn man auf der einen Seite Klimaschutz im Munde führt und werbewirksam Baumpflanzaktionen initiiert, auf der anderen Seite aber bestehenden Wald opfert, weil man Kosten oder Aufwand für Alternativen scheut.“

„Wer die Situation so darstellt, als würden hier nur ein paar ohnehin todgeweihte Fichten geopfert, verzerrt die Realität“, so der Naturschützer weiter. „Damit der Wald seine Funktionen erfüllen kann, muss er vor allem Wald bleiben. Warum also nicht hier im Taubental neue Bäume pflanzen anstatt zig Kilometer entfernt mit ungewisser Nachhaltigkeit?“ Es sei zwar lobenswert, dass der Schönblick versuche, den Eingriff durch eine aufgelockerte Bauweise mit Dachbegrünung zu mildern, sagt Beck, jedoch ändere dies nichts daran, dass die Waldfläche durch das Bauvorhaben verkleinert werde, ohne dass dies zwingend geboten erscheint. „Es ist schade, dass Alternativen, die einen Pflegeheim-Neubau unter Ausnutzung des bestehenden Geländes ermöglicht hätten, offenbar nie ernsthaft erwogen wurden“, sagt der ANO-Sprecher und bezeichnet es als bemerkenswert, dass nicht einmal der Ortschaftsrat Rehnenhof-Wetzgau geschlossen hinter dem Vorhaben stehe. Stoppen könne das Vorhaben jetzt nur noch der Gemeinderat.

An diesem Mittwoch, 4. Mai, wird der vorhabensbezogene Bebauungsplan im Bauausschuss des Gmünder Gemeinderats öffentlich beraten. Sitzungsbeginn im Leutze-Saal des Congress-Centrums Stadtgarten ist um 16 Uhr.

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