Schönblick reagiert auf Krise

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Schönblick Energie-Einsparungen

Der Schwäbisch Gmünder Schönblick reagiert auf die gestiegenen Energiepreise und die Gasumlage. Was sich für die Gäste nun alles ändert.

Schwäbisch Gmünd

Der Wellnessbereich ist nur noch abends geöffnet. Die Wassertemperatur des Schwimmbades wird gesenkt. Nur zwei Maßnahmen, mit denen der Gmünder Schönblick auf die Energiepreise reagiert.

Der Schwäbisch Gmünder Schönblick ist mit über 70 000 Übernachtungen im Jahr das größte Gästehaus der Stadt. Zudem betreibt das christliche Gästezentrum viele weitere Gebäude für Kirche, Veranstaltungen, Musikschule, Seniorenheim und Verwaltung. Längst hat die Unternehmensführung entschieden, dass viele Maßnahmen nötig sind, um Kosten einzusparen.

Martin Scheuermann, Direktor des Schönblicks, ist seit Monaten im Gespräch mit seiner Führungscrew: „Uns war klar, dass das kein einfacher Winter werden wird, dass wir reagieren und auch agieren müssen, wo immer das auch möglich ist“, fasst er zusammen. Dabei sind die schlimmsten Folgen der Corona-Pandemie mit erheblichen Einbußen gerade erst überstanden und der Schönblick hat rund 50 Ukraine-Geflüchtet, viele mit Behinderung, bei sich aufgenommen, was mit erheblichen Kosten für das Zentrum verbunden ist: „Wir befinden uns dabei im mündlichen Austausch mit dem Landkreis“, sagt Martin Scheuermann. Klar sei, ohne Wenn und Aber, dass die Ukrainer auf dem Schönblick willkommen sind.

Nicht bleiben dürfen allerdings die Kosten, die der Energieverbrauch mit sich bringt. „Allein die Gasumlage schlägt bei uns, bei einem durchschnittlichen Bezug von 2,9 Millionen Kilowattstunden, mit rund 70 000 Euro zu Buche“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Dabei betreibt der Schönblick bereits zwei Blockheizkraftwerke. Des Weiteren wurden bei fast allen Neubauten in den vergangenen Jahren Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen installiert. „Mit diesen Maßnahmen decken wir effizient unseren Energiebedarf“, sagt Martin Scheuermann. Doch die Heizkosten, die exorbitant gestiegen sind und noch weiter steigen werden, müssen auch beim Schönblick gesenkt werden. Daher werden notgedrungen die energieintensiven Wellnessbereiche (Turmsauna, Dampfbad und Salzoase) nur noch in den Abendstunden den Gästen angeboten. Auch die Wassertemperatur des Schwimmbades wurde gesenkt, so dass hier erhebliche Einsparungen an Energie erfolgen. Außerdem hat der Schönblick entschieden, die Beleuchtungszeiten anzupassen. So wird zum Beispiel das schlossähnliche Gästehaus in den Nachstunden nicht mehr angestrahlt.

Marin Scheuermann ist sich sicher, dass weitere Schritte folgen werden: „Wir sind in ständigem Austausch mit unseren Architekten und Energieberatern. Wir arbeiten gemeinsam mit ihnen fortwährend an nachhaltigen Energieformen für den Schönblick.“ Um einen weiteren Schritt kam das große Gästehaus dennoch nicht drumherum: eine Erhöhung des Übernachtungspreises ab dem 1. Januar 2023 um 6,67 Prozent. „Damit decken wir gerade einmal halbwegs die Inflation“, so Scheuermann.

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