Schönblick verschiebt die Passionsspiele auf 2023

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Passionsspiele erneut verschoben

Direktor Martin Scheuermann: „Eine schwere Entscheidung, aber am Ende blieb uns gar keine andere Wahl“

Schwäbisch Gmünd. Der Schwäbisch Gmünder Schönblick hat sich in einer internen Sitzung des Organisationskomitees dazu entschieden, die für April 2022 geplanten Passionsspiele um ein Jahr auf den Frühling 2023 zu verschieben. Schönblick-Direktor Martin Scheuermann: „Wir haben lange diskutiert, die Fürs und Widers gegeneinander abgewogen. Aber am Ende blieb uns gar nichts anderes übrig, als die Passionsspiele erneut zu verschieben. Es war eine sehr schwere Entscheidung für uns alle.“ Ursprünglich waren die Aufführungen für 2020 geplant gewesen, ehe die Pandemie dies unmöglich gemacht hatte.

Proben mit rund 80 Darstellern, eine voraussichtlich reduzierte Zuschaueranzahl, Ungewissheit über die Corona-Regeln im Frühjahr … die Liste ließe sich noch deutlich verlängern. Daher hat sich der Schönblick im Organisationsteam schließlich dagegen ausgesprochen, das Wagnis in 2022 zu gehen. Regisseur Matthias Ihden: „So schade es ist, aber ich denke, es ist die richtige Entscheidung, die Passionsspiele ein weiteres Mal zu verschieben. Schließlich wäre die Zeitnot immer größer geworden, da aufgrund der Corona-Einschränkungen vieles nicht möglich war.“ Einige der Darsteller hätten zudem ihre Bedenken geäußert, in den momentanen Zeiten zu proben.

Volker Trautmann, auf dem Schönblick komplett für den Bereich Veranstaltungen verantwortlich: „Wir hoffen sehr, dass die Pandemie dann in 2023 endlich zu einem großen Teil der Vergangenheit angehört. Wir leben auf dem Schönblick hier Kultur – die ganze Branche leidet seit fast zwei Jahren. Und wir natürlich mit.“

Die Hoffnung trägt auch Direktor Martin Scheuermann mit: „Die Passionsspiele sind etwas ganz Großes. Aufgrund der Corona-Bedingungen wäre maximal eine abgespeckte Version im April 2022 möglich gewesen – das wollten wir alle nicht, da es dem Thema nicht gerecht wird.“ Zudem müsse der Schönblick auch wirtschaftlich denken: „Ich habe großes Verständnis dafür, dass die Menschen im Moment nicht planen. Daher kann ich auch nachvollziehen, dass der Kartenvorverkauf derzeit sehr schleppend lief. Wir haben jetzt gerade noch rechtzeitig die Reißleine gezogen.“ Im Oktober habe die Welt noch anders ausgesehen. Doch mit den explodierenden Corona-Zahlen in den letzten Wochen sei der Kartenverkauf, auch für andere Veranstaltungen, nahezu zum Erliegen gekommen. Sollten im April 2022, wovon heute auszugehen sei, weiterhin die Zuschauerzahlen auf die Hälfte begrenzt sein, wären die Aufführungen für den Schönblick wirtschaftlich schwierig geworden. „Bühnenbild, Technik, Musik – all das steht bereits und wir werden kontinuierlich auch an den weiteren Bereichen weiter arbeiten“, erläutert Regisseur Matthias Ihden.

Einen genauen Termin, wann die Aufführungen stattfinden werden, wird der Schönblick in den nächsten Besprechungen festlegen, um dann mit voller Euphorie auf 2023 zuzusteuern: „Genau diese Euphorie, diese Liebe, bei Veranstaltungen dabei zu sein, ist unserer Gesellschaft verloren gegangen. Wir werden alles daransetzen, diese wieder zu erwecken. Ich bin voller Hoffnung. Am Ende siegt immer das Licht“, so Martin Scheuermann. Volker Trautmann ergänzt: „Die anderen geplanten Veranstaltungen der Schönblick Klassik-Abo-Konzerte sowie in der Weihnachtszeit bzw. Jahreswechsel führen wir selbstverständlich durch.“

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