Schulden der Stadt sollen wieder deutlich steigen

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Die Schulden der Stadt sollen deutlich steigen, ebenso die Investitionen. Die Gewerbesteuer hat sich bereits 2021 besser als erwartet entwickelt. Grafik: rico
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Kämmerer René Bantel bringt den Entwurf des Haushaltsplans für die Jahre 2022 und 2023 ein.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt wird die nächsten beiden Jahre voraussichtlich mit einem Minus abschließen, dabei aber deutlich mehr investieren als in den Vorjahren. Das sagte Stadtkämmerer René Bantel, als die Verwaltung am Mittwoch den Entwurf des Haushaltsplans für die Jahre 2022 und 2023 dem Gemeinderat vorlegte.

Wenn der Haushalt wie geplant umgesetzt wird, wird die Verschuldung, die in den vergangenen Jahren auf 73,2 Millionen Euro gesenkt werden konnte, wieder deutlich steigen – 2023 auf dann knapp 118 Millionen Euro. Ein großer Teil dieser Schulden hänge aber mit der Erschließung des Wasserstoff-Gewerbeparks Aspen zusammen. Wenn Unternehmen sich dort ansiedeln, werde der Schuldenstand wieder sinken. 2026 könnte er bei gut 104 Millionen Euro liegen, dem gleichen Stand wie Ende 2022.

Der Schuldenstand ist auch bedingt durch Kreditaufnahmen, die die Stadt voraussichtlich benötigen wird, um das Investitionsprogramm zu finanzieren: 30,9 Millionen Euro in 2022, 18 Millionen im Folgejahr. Bantel sieht die Investitionen entscheidend für die Zukunft Gmünds: Die Stadt habe in den vergangenen zehn Jahren 3111 Einwohner gewonnen. Doch nun könnte diese Entwicklung kippen, wenn Gmünd seine Attraktivität nicht weiter steigert. „Wir stehen jetzt am Wendepunkt“, sagte Bantel.

Auch der Erste Bürgermeister Christian Baron, zuständig für die Finanzen, sieht die höheren Schulden als gerechtfertigt an. Auf den Wasserstoff-Gewerbepark könne die Stadt nicht verzichten. 2026 soll wieder der gleiche Schuldenstand wie 2022 erreicht werden.

Insgesamt möchte Gmünd in den nächsten beiden Jahren fast 90 Millionen Euro investieren. René Bantel nannte unter anderem diese Schwerpunkte:

Im Teilbereich „Sicherheit und Ordnung“ wird der Um- und Neubau des Innenstadt-Feuerwehrhauses Florian in den Jahren bis 2027 der größte Brocken sein.

In Schulen möchte die Stadt bis 2024 rund 14 Millionen Euro investieren. Größte Projekte sind die Generalsanierung der Rauchbein-, der Mozart- und der Scheuelbergschule sowie der neue Pavillon für die Eichenrainschule. Noch überlegt werde muss, was mit dem Kindergarten Pfiffikus geschieht.

Die frühere GOA-Zentrale in der Graf-von-Soden-Straße soll für gut vier Millionen Euro umgebaut und ans Land als Sitz des Pädagogischen Fachseminars (PFS) vermietet werden. Für die Bildungsstadt Gmünd sei diese landesweit ausstrahlende Einrichtung wichtig, ergänzte Oberbürgermeister Richard Arnold. Durch den Umzug würde das Seminar seine Räume in der Pädagogischen Hochschule räumen – die die Hochschule gut brauchen kann. Dass die Landesregierung das Staatliche Schulamt aus Gmünd abgezogen und nach Göppingen verlegt hat, ist für Arnold auch heute noch „völlig daneben“.

Die Sanierungsmaßnahme „Altstadtquartiere“ soll 2023 abgeschlossen werden, die Maßnahme „Westliches Stadttor“ im gleichen Jahr beginnen.

Für die Sanierungen der Ortsdurchfahrten Hussenhofen und Straßdorf sowie die Sanierung der Waldstetter Torbrücke steht ebenfalls Geld im Doppelhaushalt.

Für Hochwasserschutzmaßnahmen, unter anderem den Wall im Taubental, sind in den beiden Jahren insgesamt 450 000 Euro eingeplant.

Für den essbaren Wildpflanzengarten in der Oststadt sind in den Jahren 2023 und 2024 550 000 Euro vorgesehen, für Erschließungsmaßnahmen am Zeiselberg noch in diesem Jahr 266 000 Euro. ⋌Wolfgang Fischer

In seinem Ausblick ging der Kämmerer auf zwei Themen ein, die nach seiner Befürchtung alle Bürger stark betreffen werden. Zum einen gebe es durchaus Experten, die bezweifeln, dass die derzeit hohe Inflation wieder zurückgeht. Zum anderen könnten die hohen Energiepreise auf die Bürger durchschlagen, wenn deren derzeitige Lieferverträge auslaufen.

Wir stehen jetzt am

Kämmerer René Bantel, zur Einwohnerzahl

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