Schulessen auf neue Beine stellen

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Mensa Parler-Gymnasium v.l. Salome Peter,Martina Hoffer
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Die Stadt will die Schulverpflegung künftig in Eigenregie organisieren und damit mehr Einfluss auf die Qualität und die Auswahl der Produkte haben. Die Stadträte signalisieren Zustimmung.

Schwäbisch Gmünd

Die Stadt Gmünd will die Schulverpflegung künftig in Eigenregie organisieren. Damit will sie Einfluss nehmen auf die Qualität des Essens und auf die Produktauswahl. Regionalität und Bioanteil, saisonale Angebote, kindgerechte und gesunde Angebote, weniger Fleisch, klimaschonender Einsatz von Ressourcen, Teilhabe von Menschen mit Behinderung und Beteiligung der Schulgemeinschaft - diese Punkte sollen künftig eine stärkere Rolle spielen.

Auf diesem Weg begleitet die Stuttgarter Firma ODS (Optimierung von Dienstleistungen im Servicebereich) die Stadt. Bislang hatten regionale Caterer die Schulen beliefert. Dieses Modell könnte fortgesetzt werden, indem die künftige Verpflegung europaweit ausgeschrieben und dann wieder an Caterer vergeben wird. Dabei könnten jedoch die genannten Punkte nicht berücksichtigt werden. Der neue Weg, zu dem alle Ratsfraktionen am Mittwoch im Verwaltungsausschuss Zustimmung signalisierten, sieht vor, Speisepläne selbst zu erstellen und den Wareneinkauf selbst zu organisieren. Aktuell unterstützt die Stadt jedes Mittagessen an Schulen mit 3,34 Euro, sagte ODS-Projektleiter Dominik Idler. Er erläuterte, wie seine Firma vorging: Das Unternehmen machte eine Bestandsaufnahme, besuchte die Schulen, nahm Wünsche und Ziele auf und erfasste und bereitete Daten auf. Dazu gehört, das aktuell an den Gmünder Schulen pro Woche etwa 3300 Essen ausgegeben werden. Nach Meinung der Stadtverwaltung steigt diese Zahl. Mit dieser Vorgehensweise kam ODS zu dieser Empfehlung: Die Stadt solle eine eigene Organisation aufbauen, Lebensmittelpreise abfragen, dabei auf die Produktqualität Einfluss nehmen. Dadurch sei eine hohe Identifikation möglich, und der Aspekt der Nachhaltigkeit könne berücksichtigt werden. Praktisch sieht dies so aus, dass in den Schulküchen des Parler-Gymnasiums, der Friedensschule, der Uhlandschule, der Klösterleschule und der Rauchbeinschule aus den beschafften Lebensmitteln Menüs zusammengestellt und an zugeordnete Schulen geliefert werden. Weil das Essen schmecken soll, schlug Idler regelmäßige Befragungen vor. Er sagte auch, dass es mit diesem alternativen Weg zu keinen Kostensteigerungen kommen soll.

Diese Eigenverantwortung sei „nicht der bequemere Weg“, sagte der Leiter des Amtes für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt, bevor er den Stadträten das Wort gab. Alle Fraktionen begrüßten das neue Konzept. David Sopp (CDU) hinterfragte jedoch die „Kostenneutralität“, ausgehend davon, dass beim Einkauf regionale Produkte erfahrungsgemäß teurer seien. Das Essen müsse schmecken, sagte Gabriel Baum (Grüne). Er fragte, ob auch veganes Essen angeboten werde. „Wir wollen, dass für jeden etwas dabei ist“, sagte dazu Bürgermeister Christian Baron. Bei der Zusammenstellung des Speiseplanes würden auch die Schulgemeinschaften eingebunden. Als „gute Sache“ bezeichnete Dr. Uwe Beck (SPD) das Konzept. Seine Fraktion freue sich über das „Insourcing“ und damit über die Rückkehr der Verpflegung in die städtische Regie, sagte Sebastian Fritz (Die Linke). Die „Regionalität“ begrüßte Karin Rauscher (FWF), als „gute Idee“ bewertete Brigitte Abele (BL) das Vorhaben. Endgültig entscheidet der Gemeinderat Ende März.

Die Eigenverantwortung ist nicht der

Klaus Arnholdt,, Amtsleiter Bildung und Sport

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