Schulprojekt „3 statt 2“ soll eine Chance erhalten

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Durch das Projekt sollen Versäumnisse in der Schule aufgeholt werden können.
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Parler- und Scheffold-Gymnasium konkretisieren das Modell und wollen die Familien dafür gewinnen.

Schwäbisch Gmünd. Die Schulleiter des Parler- und des Scheffold-Gymnasiums, Thomas Eich und Bernd Gockel, werden noch im Juni ein Modell definieren, bei dem Schüler der Klassen 5 bis 10, die wegen Corona zurückgefallen sind, die kommenden beiden Schuljahre auf drei Jahre strecken können. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs, das Eich und Gockel am Donnerstagabend mit Gmünds Bürgermeister Christian Baron, Elternvertretern und Schülersprechern geführt haben.

Gockel und Eich hatten Anfang Juni angeregt, mit zwei 18-monatigen Schuljahren diejenigen Schülerinnen und Schüler auf den Wissenstand zu bringen, den sie der Corona-Pandemie wegen nicht erreichen konnten. Die Idee war aus der Elternschaft gekommen, die beiden Schulleiter haben sie aufgegriffen. Das Konzept würde die Klassen 5 bis 10 der beiden G-8-Gymnasien in den beiden Schuljahren 2021 / 22 und 2022 / 23 betreffen und damit den Zeitraum von September 2021 bis Juli 2024 umfassen. Danach würden die Schüler wieder zu den regulären einjährigen Schuljahren zurückkehren. Die Stadt Gmünd ist nach Worten des für Bildung zuständigen Bürgermeisters Christian Baron offen für den Versuch, hatte aber bereits Ende vergangener Woche Stimmen von Eltern wahrgenommen, die nicht wollen, dass ihr Kind die Schule ein Jahr länger besuchen muss. Deshalb hatte Baron sich am Donnerstag mit den Schulleitern, Eltern und Schülern getroffen, um die Situation zu diskutieren.

Das Ergebnis dieser Diskussion: Die Schulleiter überlegen „ernsthaft“, wie ein solches Modell umgesetzt werden kann. „Grundsätzlich wollen wir 3 statt 2“, sagte dazu Eich. Beide Schulen würden dabei anbieten, dass die Eltern sagen, ob sie für ihr Kind ein weiteres Schuljahr wollen. Denkbar sind für Eich und Gockel dann an den zweizügigen Gymnasien zwei langsamere und eine schnellere oder eine langsamere und zwei schnellere Klassen, je nach Nachfrage. Thomas Eich sieht dies nicht nur unter dem Aspekt des Wissensstands. Für ihn hätte nach der Corona-Pandemie ein weiteres Schuljahr auch einen „Mehrwert“ in Bezug auf Gemeinschaft, auf Klassenfahrten, auf soziales Lernen.

Bernd Gockel indessen geht bei dem, was er bislang von Eltern gehört hat, von 60 Prozent Zustimmung für den Versuch „3 statt 2“ aus. Beide Schulleiter wollen aber eine höhere Zustimmung. Deshalb werden sie den Eltern in einem ersten weiteren Schritt das Projekt nochmal vorstellen. Und dann Stimmen von allen Familien und auch vom Lehrerkollegium einholen. Dabei setzen sie auf eine hohe Zustimmung von allen Eltern, auch von denen, deren Kinder dann keine drei Jahre, sondern weiterhin nur zwei Jahre in Anspruch nehmen wollen. Mit einer solchen Zustimmung wollen sie gemeinsam mit der Stadt Gmünd einen Antrag ans Kultusministerium formulieren.

Was Baron an der Weiterentwicklung des Versuchs „3 statt 2“ begrüßt, ist, „dass wir niemandem etwas aufzwingen würden“. Zudem seien noch Fragen zu beantworten. Baron meinte damit auch die, die der frühere Schulleiter Klaus Dengler vor zwei Tagen in der GT gestellt hatte, Fragen nach Finanzierung oder Auswirkung auf die Kitas und Handwerksbetriebe. Man könne dabei auch erkennen, dass sich das Projekt nicht umsetzen lässt. „Dies halten wir uns offen“, sagte Baron, der jedoch zuallererst begrüßt, dass hier jemand „Lösungen sucht und nicht im Jammern verharrt“. Michael Länge

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