Schwäbisch Gmünd: Der drittwärmste Winter seit 1945

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Viel Grün, wenig Schnee und Eis: Der Winter 2021/22 in Gmünd war deutlich zu warm.

Der Winter 2021/22 war der drittwärmste Nachkriegswinter in Gmünd. Eistage gab es gar keine - auch auf eine geschlossene Schneedecke mussten die Gmünder in ihrer Stadt verzichten.

Schwäbisch Gmünd

Der Winter 2021/22, meteorologisch die Zeit vom 1. Dezember bis 28. Februar, war in Schwäbisch Gmünd bei leicht überdurchschnittlichem Niederschlag und einem kleinen Sonnenscheindefizit erheblich zu warm. Das über 70 Jahre zurückreichende Klimaarchiv des Gmünder Wetterbeobachters Martin Klamt zeigt: Es war neben dem ausgeglichenen Winter 2016/17 bereits der elfte zu warme Winter in Folge.

In den drei Wintermonaten herrschte fast ständig die gleiche Großwetterlage: Mächtige Sturmtiefs zogen unaufhörlich von Westen über den Nordatlantik und bogen über den Britischen Inseln nach Norden ab. In deren Einflussbereich geriet auch immer wieder ganz Deutschland. Während das Bergland zeitweilig mit herrlichem Winterwetter grüßte, erlebte das Flachland in vielen Gebieten einen Totalausfall des Winters.

In Schwäbisch Gmünd lag das Wintermittel der Lufttemperatur mit 3,7 Grad im Mittel um 3,1 Grad über der international gültigen Referenzperiode von 1961-90. Im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020 war die Abweichung mit 2,1 Grad geringer. Alle drei Monate des vergangenen Winters waren zu warm, an der Spitze der Februar, dieser wurde mit einem Mittel von 5,1 Grad um 4,0 bzw. 3,3 Grad zu warm.

Die Tagesmittelwerte der Lufttemperatur schwankten im vergangenen Winter zwischen -4,3 Grad Celsius am 22. Dezember (sechs Grad zu kalt) und milden 12,4 Grad Celsius am 30. Dezember (elf Grad zu warm). Es fielen zudem 247 Millimeter Niederschlag, das waren 105 Prozent der Norm. Am meisten Niederschlag gab es am 4.Januar mit 20 Millimetern. Der Niederschlag fiel im vergangenen Winter an 54 Tagen, das waren 13 Tage mehr als üblich. Starkniederschlag (10 Millimeter und mehr) gab es im vergangenen Winter an sieben nach neun Tagen im Vorwinter, normal sind sechs Starkniederschlags tage im Winter.

Schnee fiel im Winter nach nur elf Tagen im Winter zuvor diesmal an nur sieben Tagen, das waren 14 Tage weniger als üblich. Eine geschlossene Schneedecke gab es heuer im Stadtgebiet Gmünds überhaupt nicht nach 14 Tagen im Winter zuvor.

Die mittlere tägliche Höchsttemperatur lag im vergangenen Winter bei 7,0 Grad. Die Höchsttemperatur blieb wie bereits vor zwei Jahren ständig über der Null-Grad-Marke, während statt der normalen 14 im Winter zuvor wenigstens sieben Eistage auftraten. Die höchste Temperatur im vergangenen Winter wurde am 18. Februar mit 16,3 Grad Celsius registriert, während es im Winter davor erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zweimal eine Höchsttemperatur von 20 Grad und darüber gab. Die niedrigste Höchsttemperatur wurde am 26.Januar mit +0,5 Grad Celsius gemessen.

Die Sonne schien im vergangenen Winter wie im Jahr zuvor 200 Stunden lang, das waren 95 Prozent der Norm.

Die tiefste Temperatur des Winters wurde am 23.Dezember mit -7,7 Grad Celsius gemessen, am Erdboden waren es -10,3 Grad. Frost gab es nach 51 Tagen im Winter zuvor nunmehr an 34 Tagen, das waren nun 23 Frosttage zu wenig.

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