Schwäbisch Gmünder Weihnachtsmarkt in der Schwebe

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Ob die Buden sich am Donnerstag öffnen oder wieder abgebaut werden, ist offen. Eine endgültige Entscheidung über Gmünds Weihnachtsmarkt gibt's noch nicht. Die Stadt wartet auf das Land.
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Stadt wartet auf Vorgaben des Landes. Verwaltung schließt 2G+, Teststellen und Umzäunung eines Gastronomie-Bereichs nicht aus. Keine Festlegung des Ostalbkreises.

Schwäbisch Gmünd

Bleibt es dabei, dass es in Gmünd einen Weihnachtsmarkt gibt? Oder doch nicht? Die Stadt Gmünd wartet auf eine Entscheidung des Landes, sagte dazu am Freitagabend Stadtsprecher Markus Herrmann. Die Stadtverwaltung verfolge aufmerksam, welche Entscheidungen aktuell getroffen werden. Herrmann schaut dabei insbesondere nach Bayern. Baden-Württembergs Nachbar hat der Corona-Lage wegen alle Weihnachtsmärkte abgesagt. „Wir sind gespannt, was Baden-Württemberg macht“, sagte Herrmann.

Die Stadtverwaltung beobachtet aber auch, wie sich andere Städte verhalten. In Stuttgart wird der Weihnachtsmarkt komplett umzäunt, Besucher müssen sich an die 2G+-Regel halten. Dies bedeutet, dass sie entweder geimpft oder genesen sein müssen und zusätzlich einen negativen Schnelltest vorlegen müssen. Dafür richtet die Landeshauptstadt zusätzliche Teststellen ein. Auch Aalen hält bislang am Weihnachtsmarkt fest. Auch dort wird das Marktgelände komplett umzäunt. Es gibt nur einen Zugang. In Aalen gilt die 2G-Regel. Zudem setzt die Stadt einen Sicherheitsdienst ein, der dafür sorgt, dass nicht zu viele Besucher auf dem Gelände sind.

Gmünds Weihnachtsmarkt-Pläne sind bislang anders. Der Markt ist nicht umzäunt. Es herrscht Maskenpflicht. Besucher, die auf dem Markt einkaufen wollen, müssen die 3G-Regel befolgen. Besucher, die an einem Stand mit Getränken oder Essen verweilen, sind an die 2G-Regel gebunden. Für 3G und 2G sollen unterschiedliche Bändel ausgegeben werden. Herrmann widersprach der Auffassung, dass Gmünds Weihnachtsmarktpläne liberaler seien als die anderer Städte. Eine Umzäunung des kompletten Geländes, wie Aalen und Stuttgart sie planen, hält er in Gmünd zwar „aufgrund der Struktur der Innenstadt“ nicht für möglich. Allen anderen Maßnahmen aber, ob 2G+, Teststationen oder eine Umzäunung nur des gastronomischen Bereichs, verschließe sich die Stadt nicht. Zuallererst aber werde sie nun die Entscheidung des Landes abwarten.

Der Chef der Ostalbkliniken, Prof. Dr. Ulrich Solzbach, hat sich im Gespräch mit der Gmünder Tagespost klar gegen Weihnachtsmärkte ausgesprochen (lesen Sie dazu den Bericht „Eine Impfpflicht für Pflegekräfte missfällt mir total“). Diese machten im Moment keinen Sinn, sagte Solzbach. Eine Festlegung für den Ostalbkreis gebe es nicht, sagte Landrat Dr. Joachim Bläse auf GT-Anfrage. Einige Gemeinden hätten ihre Weihnachtsmärkte abgesagt, in der Überzeugung, dass sie nicht möglich seien. „Wer es sich aber zutraut, muss dann dafür auch die Verantwortung tragen“, sagte Bläse. Dabei müsse man die Latte dann ganz hoch anlegen und noch eine Schippe drauflegen. In anderen Worten: an Ständen mit Essen und Getränken 2G+. Und Kontrollen „hoch ansetzen“. Einen „totalen Lockdown“ will Bläse bei 70 Prozent Geimpften nicht, sondern es müsse „geschützte soziale Kontakte“ mit Masken und Tests geben. Der Landrat appellierte einmal mehr: Wer sich nicht impfen lasse, setze nicht nur sich und andere einer Gefahr aus, „sondern auch unser Gesundheitssystem“.

Wir sind im Moment nicht liberaler als andere.“

Markus Herrmann, Gmünds Stadtsprecher

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