Schwanen bleibt Gasthaus – mit Tenne und Biergarten

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Initialzündung für die Schmiedgassen: Der "Schwanen" soll ein schwäbisches Gasthaus bleiben. Die Scheune nebenan will VGW-Chef Celestino Piazza zum Lokal in einer Tenne umgestalten. Im Hinterhof ist ein Biergarten vorgesehen.
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Vereinigte Gmünder Wohnungsbaugesellschaft VGW hat das Traditionshaus gekauft. Und große Pläne damit.

Schwäbisch Gmünd

Der "Schwanen" hat einen neuen Besitzer. Die Vereinigte Gmünder Wohnungsbaugesellschaft VGW hat das Traditionshaus von Familie Gloning gekauft. Dies bestätigte VGW-Geschäftsführer Celestino Piazza auf GT-Anfrage. Der "Schwanen" sei Kulturgeschichte, er habe Tradition, und er gehöre zur Entwicklung der Schmiedgassen, die aktuell im Gemeinderat diskutiert wird, erklärte Piazza, der mit dem VGW-Sitz zwischen beiden Schmiedgassen direkter Nachbar des "Schwanen"-Gasthauses ist.

Täglich läuft der VGW-Chef deshalb mehrmals am "Schwanen" vorbei. Vielleicht sind dabei die Ideen entstanden, die er nun präsentiert: Außer dem Gasthaus selbst in der Vorderen Schmiedgasse 10 hat die VGW das benachbarte Gebäude, die Scheuer, in der Vorderen Schmiedgasse 8 gekauft. Und dazu noch das Gebäude hinter dem Gasthaus, das Haus am Kalten Markt 38. Der "Schwanen", sagt Piazza, soll ein Gasthaus mit schwäbischer Küche bleiben. Mit Böllerofen, mit "Schwanen"-Logo und mit dem "Schwanen"-Geschirr, all das hat Piazza ebenfalls gekauft, will er an die Tradition der Familie Gloning anknüpfen.

Aus der Scheune nebenan will Piazza, nachdem er die Substanz des Gebäudes untersucht hat, eine Tenne machen. Mit einem "Flair vergleichbar dem von Schloss Hohenroden". Im Erdgeschoss und auf der ersten Etage sollen sich Besucher treffen, auf ein Glas Prosecco nach dem Samstagseinkauf, auf ein Häppchen. Weinfässer als Tische könnte sich Piazza dort vorstellen, die er im Keller des Hauses entdeckt hat. Neben deutscher Küche soll es in der Tenne auch andere Angebote geben. In der ersten Etage will Piazza mit Museumsleiter Dr. Max Tillmann in kleinen Ausstellungen Stadtgeschichte erzählen. In jedem Fall erhalten will Piazza die Fassade der Scheune mit ihren Toren und Klappläden. Letztere will er zur Schmiedgasse hin öffnen und durch Glasfenster ersetzen. Nach hinten soll sich die Tenne in einen Biergarten öffnen. Dazu soll das Gebäude Kalter Markt 38 abgerissen werden. In den oberen Etagen der beiden Schmiedgassen-Gebäude stellt sich der VGW-Chef Wohnungen vor. Oder aber auch ein Büro, zum Beispiel für einen Architekten.

Gemütlichkeit, Heimat, ein Stück Gmünd.

Celestino Piazza, VGW-Chef zur Zukunft des Gasthauses "Schwanen"

"Gemütlichkeit, Heimat, ein Stück Gmünd", unter diesen Stichworten fasst Piazza das "Schwanen"-Vorhaben der VGW zusammen. Zudem sieht er das Projekt als eine Initialzündung für die Umgestaltung der beiden Schmiedgassen in deren Süden. Im Norden verweist er auf die dort geplanten Stadtwohnungen und den Wohnturm.

Piazza will im Januar mit dem Ausräumen des "Schwanen"-Gebäudes beginnen. Danach will er die Qualität der Scheune prüfen. Er rechnet damit, dass etwa in einem Jahr eine konkrete Planung vorliegt. Und dass der neue, alte "Schwanen" zum Sommer 2022 eröffnet wird und sich dann die ersten Gäste im Biergarten tummeln.

Aus der Geschichte des Gasthauses "Schwanen"

Das Gebäude, wo der heutige "Schwanen" steht, ist im 15./16. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt worden. 1914 kaufte Andreas Gloning das Gebäude und erhielt eine Schanklizenz. 1960 übernahm sein Sohn Helmut das Gasthaus nach abgeschlossener Ausbildung und ersten Gesellenjahren. Er hatte im legendären Gasthaus "Josefle" am Gmünder Marktplatz gelernt. Im Jahr 1970 kam Glonings spätere Ehefrau Emmi in den "Schwanen". Das Ehepaar führte das Lokal bis Oktober 2019 erfolgreich weiter, in den letzten Jahren mit Unterstützung ihrer Söhne Andreas und Michael. Im Oktober des vergangenen Jahres entschied die Familie, das Gasthaus zu schließen. Aus gesundheitlichen Gründen und weil es immer schwieriger wurde, für die Gastronomie gutes Personal zu finden. mil

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