Kinofestival: „So viele Talente!“

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Lisa-Marie spricht im Brazilkino vor. Am Ende wurden 15 junge Talente ausgewählt.
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Jury des Kinderkinofestivals traf die Auswahl für Mitspieler und Technik des Kurzfilms „Alone (AT)“.

Schwäbisch Gmünd. Die Vorbereitungen für das 28. Internationale Kinderkinofestival Schwäbisch Gmünd 2021 gehen weiter. Das Drehbuch „Alone (AT)“, im Workshop unter Leitung des Regisseurs Alexandre Powelz von den Schülern Carla Benkelmann, Lia Kerner und Jan Hauser geschrieben, hat ein aktuelles Thema „Schülerbeziehungen in Corona-Zeiten“.

Aus dem ganzen Ostalbkreis

„Wir haben diesmal dreimal so viele Meldungen zum Casting wie im letzten Jahr!“, erläutert Ralph Häcker vom Kulturbüro und Produktionsleiter. Keine einfache Aufgabe für die Jury, aus 21 Mädchen und 10 Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren die Crew für den Film auszuwählen. „Sie kommen aus dem ganzen Ostalbkreis. Von Alfdorf über Aalen bis Ellwangen, aus dem Landkreis Göppingen aus Salach, aus Schwäbisch Gmünd und Umgebung.“

Sie bewerben sich für Schauspielrollen, aber auch für Technik. Marco Evangelista vom teamWERK Stuttgart ist zuständig für die „Crew dahinter“. Wie Walter Deininger, Programmkino Brazil und Jury, einwirft, ist diese Crew zuständig, wie der Film beim Publikum ankommt. Kameraführung, Licht, Ton und Schnitt machen aus den Szenen erst den endgültigen Film.

Der 13-jährige Arne will keine Schauspielrolle, ihn interessiert:„Wie machen das die Profis?“ Marco erklärt, dass Kameramann und Assistent gebraucht werden, einer für Licht, einer fürs Micro und einer am Mischpult. Arne hat schon Erfahrung: Er hat einen Werbefilm für sein Gymnasium gedreht.

Santino, 13, Mitglied in einer Theater AG, liebt Tischtennis, Klettern und hat bei einem Musical in Heubach mitgespielt. Ihm gelingt es überzeugend, den Darsteller Moritz in seiner Zerrissenheit zwischen zwei Mädchen rüberzubringen. Der ist verunsichert, weil er sich wegen Corona zwischen seiner langjährigen Freundin Anna und einem heimlichen „Liebestraum“ entscheiden muss: es dürfen sich nur zwei auf einmal treffen. Gefragt, wie er Moritz charakterisieren würde, kommt: „Moritz ist ein Spargel, Klassensprecher.“ Prompt die Juryanweisung: „Bring mal Moritz als coole Socke!“ Das klappt sofort. Die fünfzehnjährige Lisa will Schauspielerin werden. „In die andere Rolle zu schlüpfen, jemand anderes zu sein“, fasziniert sie, und bringt auf Knopfdruck eine coole, aufmüpfige Freundin.

15 wurden ausgewählt

Das Ganze spielt auf der Bühne vor dem Vorhang im Brazil. Die Jury sitzt coronagerecht verteilt auf den roten Samtsitzen. Bewerberinnen und Bewerber holt Ralph Häcker einzeln aus dem Garten des Brazil, wo sie Produktionsassistentin Carlotta Pauly, Kulturbüro, betreut.

Auf der Bühne ist Dr. Eva-Maria Dichtl, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, Anna oder Moritz. Dichtl ist nicht nur Gegentext, nein, sie verkörpert stimmlich überzeugend den Gegenpart. Kurze Zwischenbesprechung der Jury, in der auch Anna Hein, Musical Factory, und Schülerin Carla Benkelmann, Regie seit drei Jahren, sitzen. „Letztlich hängt es an den Jungs – wie immer“, so Festivalleiter und Produzent Deininger. Von den anderen Jurymitgliedern: „Sollen wir mehr Szenen spielen?“ „Szene mal anders spielen, um einen besseren Eindruck zu gewinnen?“ Letztes Wort hat stets Regisseurin Carla Benkelmann. Wer sich diesmal für Regie gemeldet hat, „muss als“ Regieassistent starten. Für Denzel und William, 12 Jahre, kein Problem. William will sich als Organisator um die Technik kümmern, Bruder Denzel Vermittler sein zwischen Kameramann und Schauspielern.

Fünf Stunden Vorstellung später hat die Jury die Auswahl getroffen. „Die Entscheidung fiel uns wahnsinnig schwer. So viele Talente!“, sagt Walter Deininger. „Es wurden 15 ausgewählt. Für sieben Rollen und acht für die Technik.“ Ab 9. Juli soll der Dreh in einer Gmünder Schule beginnen. Gise Kayser-Gantner

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