Sechs über 100-Jährige als Erste

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101 Jahre alt, sehr fit und seit Donnerstagmorgen zum ersten Mal gegen das Corona-Virus geimpft: Hedwig Wolff (l.), begleitet von ihrem Sohn Eberhard, machte den Anfang im neu eröffneten Impfzentrum in Gmünd. Insgesamt 1600 Gmünder über 80 Jahre haben dort einen Termin in den kommenden Wochen, zwischendrin sind 240 betagte Waldstetter an der Reihe.
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Schwäbisch Gmünder Impfzentrum startet mit den Ältesten. Kurze Momente der Freude und Erleichterung – aber keine Planungssicherheit für danach.

Schwäbisch Gmünd

Es war problemlos", sagt Hedwig Wolff. 101 Jahre alt ist die Gmünderin, sie war die erste, die am Donnerstagmorgen im neu eröffneten Impfzentrum in der Schwerzerhalle ihre Corona-Schutzimpfung bekommen hat. Zum Start waren die Ältesten dran unter denjenigen Gmündern, die nicht schon in Pflegeheimen oder in einem der großen Impfzentren geimpft worden sind.

Hedwig Wolff wohnt in ihren eigenen Wohnung, nur wenige Straßen von der Schwerzerhalle entfernt. "Das war eine große Erleichterung, dass es so ortsnah ist", sagt Eberhard Wolff, der seine Mutter begleitete.

Zum Abschluss gab es im Wartebereich Blumen von Gmünds Bürgermeister Christian Baron, auch Landrat Dr. Joachim Bläse und Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold waren als Gratulanten zur Stelle.

Die Ältesten machten den Anfang, die Altersgruppe der über 80-Jährigen wird in Schwäbisch Gmünd jahrgangsweise geimpft wird. Nach dem "Aloisle-Prinzip", wie der OB gesagt habe, fügt Baron hinzu. Sechs alte Damen mit 100 oder mehr Lebensjahren waren als erste dran, der älteste Mann an diesem Impftag war Kurt Kingerter. Der 99-jährige vom Rehnenhof war von seiner Tochter Waltraud hergebracht worden. Sie sei froh, dass sich der Vater habe überzeugen lassen, erzählt die 63-Jährige. "Ich hätte mich gleich angestellt."

Kein Plan für unter 80-Jährige

Das war eine große Erleichterung.

Eberhard Wolff Sohn der ersten Geimpften

Gibt es für die Altersgruppe unter 80 schon einen Plan in Gmünd, wie es weitergeht?

Nein, sagt Bürgermeister Baron, "denn wir hatten gehofft, dass im April die Hausärzte übernehmen". Doch von Planungssicherheit ist für Landkreis und Kommunen auch an diesem Tag keine Spur. Aktuell geht es darum, Knappheit zu verwalten. Und es sei durch den Stopp des Astra-Zeneca-Impfstoffs Zeit verlorengegangen, sagt Bläse und fügt hinzu: "Alle Ärzte und Fachleute, mit denen ich rede, sagen, es ist eine Risikoabwägung, aber sie plädieren alle für den Impfstoff."

Beim Biontech-Impfstoff, der in Gmünd verabreicht wird, hofft der Landrat auf mehr. "Ich habe bis heute keine Zusagen." In der kommenden Woche, so Bläse, gehe das Sozialministerium davon aus, Liefersicherheit zu haben. Es sei "zum Planen der Supergau", so Bläse. Und: "Es war immer die Aussage, im zweiten Quartal wird es mehr – und das beginnt am 1. April. Ich hoffe, dass sie die Zusage halten."

Ein Versicherung Bläses – "es geht kein Tropfen verloren" – half am Abend das Organisationsteam der Stadt Gmünd einzuhalten: Einer der letzten Impflinge fiel aus. Ein Blick auf die Liste der Angemeldeten, ein Anruf. "Die Frau hat sofort zugesagt", so Christian Baron. Den Fahrdienst übernahm der Bürgermeister dann selbst, um 16 Uhr fuhr er los in Richtung Lindach, um die letzte zu Impfende in die Schwerzerhalle zu bringen.

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