Shrek bleibt im Winterschlaf

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Schade um die wunderbaren Kostüme, die nicht zum Einsatz kommen können.

Die Auftritte sind abgesagt. Mit welchen Problemen der Verein zu kämpfen hat.

Schwäbisch Gmünd. Was für eine Enttäuschung für die rund 40 Akteure der Musical Factory: Das neu einstudierte Musical "Shrek" hätte eigentlich bereits am 2. Mai vergangenen Jahres Premiere feiern sollen. Mitten in der "heißen Phase" der Probenarbeiten kam der erste Lockdown, die letzte Probe fand am Samstag, dem 14. März 2020 statt. "Am Tag drauf hieß es Schicht im Schacht", erzählt Regisseur Thomas Sachsenmaier.

Alle Proben wurden auf null heruntergefahren, alle Hoffnungen richteten sich auf das neue Jahr und den Ausweichtermin am 30. April und 1. Mai. Jetzt nach einem Jahr ist klar, an eine Aufführung des so liebevoll einstudierten und ausstaffierten Musicals ist nicht zu denken, bedauert Sachsenmaier. Ein so vielköpfiges Ensemble "das singt, tanzt und sich beim Schauspielen nahe kommt", kann weder gemeinsam proben, an einen gemeinsamen Auftritt ist gleich gar nicht zu denken.

Darsteller, die gewachsen sind

Dabei war alles schon nahezu "in trockenen Tüchern", die liebevoll entworfenen Kostüme für die Schauspieler von Sylvia Dehling lagen bühnenfertig im Nähzimmer, das "Riesen-Vieh", der "Turm von Fiona" vom Bühnenbildteam rund um Kathrin Elhaus-Schaile wartete darauf bespielt zu werden. Hätte das Musical nicht auf einen anderen und späteren Termin verschoben werden können? Das sei nicht so einfach, erklärt Regisseur Sachsenmaier, das Alter der Darsteller liegt zwischen sieben und 26 Jahren, in einem Jahr sind jetzt die Darsteller teils aus den Kostümen oder auch der Rolle "herausgewachsen".

Nach einem Jahr ohne Probe könne man auch nicht einfach beim letzten Ausgangspunkt, "trotz talentierter Darsteller" anknüpfen. Die angedachte "kleine Lösung" mit kleinen Ausschnitten aus dem Musical im Freien aufzutreten, lässt sich nicht so einfach realisieren, "alle Akteure haben unfassbar viel Zeit investiert und hart gearbeitet und haben Anspruch auf ihren Lohn durch den Applaus des Publikums". Zudem gehört für Open-Air-Veranstaltungen das nötige technische Equipment, dass in der derzeitigen Situation vom Verein nicht zu stemmen wäre.

Als gemeinnütziger Verein ist die Musical Factory auf Sponsoren und Mitgliedsbeiträge angewiesen, die Einnahmen der zweijährlich stattfindenden Auftritte sichern dem Verein die Miete für die Vereinsräume, "die bereits verkleinert wurden, um Geld zu sparen". Großes finanzielles Entgegenkommen erfährt der Verein bei der Einlagerung der Requisiten, auch die Stadt Gmünd und Corona-Hilfen haben ein wenig geholfen, die Sponsoren bleiben "bei der Stange", "die laufenden Kosten können gerade noch getragen werden", meint Sachsenmaier.

Jetzt stehen aber die Rückzahlungen für die bereits verkauften Katen im Raum, "alle Karten die nicht zurück gegeben werden, dienen uns als kleine Spende", meint der Regisseur. Mit aller Kraft setzen sich die Verantwortlichen dafür ein "den Verein am Laufen zu halten", mit Videobotschaften werden die Mitglieder motiviert, denn die Enttäuschung der wiederholten Absage trifft alle Mitstreiter gleichermaßen. "Alle wollen gemeinsam etwas auf die Beine stellen und das Publikum begeistern", meint Sachsenmaier. Aber bis Corona das zulässt, bleibt Shrek erst einmal im überlangen Winterschlaf.

Alle gekauften Eintrittskarten, die nicht im i-Punkt Schwäbisch Gmünd zurückgegeben werden, unterstützen die Musical Factory als Spende. Der Verein freut sich über weitere Zuwendungen - das Spendenkonto: IBAN DE72 6149 0150 1152 0000 12

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