Singend schließt sich der weihnachtliche Festkreis

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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Klanggewaltiges Orgelspiel und meditative Worte zum tatsächlichen Auftakt des Kirchenjahrs im Münster.

Schwäbisch Gmünd. Mit dem Weihnachtsliedersingen am zweiten Sonntag des Neuen Jahres im Münster hat sich der Weihnachtsfestkreis geschlossen. Dieser Abschluss sei Symbol dafür, dass nach dem sechsten Januar ein neues Kirchenjahr beginne, erläuterte Dekan Robert Kloker den zahlreichen Anwesenden im Heilig-Kreuz-Münster.

Das Weihnachtsliedersingen der Gemeinde war eingebettet in einen lebendigen Ablauf mit Orgelmusik, meditativen Worten des Dekans, gemeinsamem Gesang von Weihnachtsliedern und Gebeten. Ins neue Kirchenjahr trete man mit der starken Gewissheit ein, dass Gott durch Christus zu den Menschen gekommen sei.

Klangvoll darauf eingestimmt hatte Kirchenmusikdirektor Stephan Beck mit Johann Sebastian Bachs „Das alte Jahr“.

Die Christbäume in der Kirche würden nun abgeräumt, die Krippe bleibe bis zum zweiten Februar im Münster, denn sie sei erst nach Ankunft der Heiligen Drei Könige am sechsten Januar vollständig, erklärte Kloker. Im Lukas-Evangelium ist es der Engel, der den Hirten befiehlt, nach Bethlehem zu gehen. Bei Matthäus sehen die drei Sterndeuter aus dem Morgenland einen Stern, der ihnen bedeutet, dass ein König geboren wurde. Mit Gedanken aus Anselm Grüns „Der Sehnsucht folgen“ erläuterte Dekan Kloker die Geschichte um die Heiligen Drei Könige. Der „Stern von Bethlehem“, dem die drei aus dem Morgenland folgten, sei eine sogenannte dreifache Jupiter-Saturn-Konjunktion im siebten Jahr vor Christus gewesen. Jupiter galt als Königsstern, Saturn als Schützer Israels. Daher die „Erkenntnis“ der drei Morgenländer, dass ein König der Juden geboren sei. Zu jener Zeit habe man Sterne als Medium gesehen, das das Schicksal der Menschen leite. Die Sterndeuter und Magier aus dem Morgenland wurden erst durch Legenden in späteren Jahrhunderten zu Königen. Sie gingen entgegen des Herodes Befehl, wieder zu ihm zurückzukehren, wenn sie den König der Juden gefunden hätten, nicht zu ihm zurück. Die drei weisen Morgenländer folgten der Anweisung des Engels, der ihnen im Traum einen anderen Weg nach Hause befahl.

Der Benediktinerpater Anselm Grün erklärt, dass auf diese Weise Gottes Spur als Weg der Sehnsucht in die Herzen der Menschen gelegt worden sei, der sie lebenslang folgten. Das geschehe auch heute noch. Ein Engel führe oft auf einen anderen Weg, als der Mensch es plane. In einem kleinen Alltagsereignis spreche der Engel zum Menschen oder im Traum. „Suche den Weg, der zu dir nach Hause führt, zu dir, dann kommst du bei Gott an“, sagte Dekan Robert Kloker.

Zu dieser Jahreszeit, fuhr er fort, steht ein besonderer Stern am Himmel, der Morgenstern. Dieser kündige bereits Ostern an. Er sei der Stern, der die drei Weisen leitete. Sein helles Licht symbolisiere, dass, wer mit Christus lebe, das Licht der Welt habe.

Mit einer Improvisation von Max Reger schloss, erst tongewaltig, dann sanft perlend, die Orgel an diese Worte an. Es folgte das gemeinsame Lied „Oh du fröhliche“ und das Vaterunser. Mit dem Präludium G-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Stephan Beck klangvoll und hoffnungsfroh interpretierte, schloss das gemeinsame einstündige Weihnachtsliedersingen im Münster. Gise Kayser-Gantner

Foto: Jan-Philipp Strobel
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