Skulpturen für einen schönen Empfang

  • Weitere
    schließen
+
Wo früher vor dem Georgishof im Osten Gmünds ein Hang und Gestrüpp waren, ist jetzt der Dietz-Platz mit Skulpturen des 2019 verstorbenen Künstlers. Der Verein Staufersaga ist dort aktiv.
  • schließen

Verein Staufersaga schaffen auf dem Areal Georgishof einen Platz für die Kunstwerke von Eckhart Dietz. „Orientierungsprojekt“ mit einer Schulklasse aus Schorndorf.

Schwäbisch Gmünd

Kunst und Geschichte treffen im Georgishof aufeinander. Ein Anliegen des Vereins Staufersaga, der den ehemaligen Wirkungsort des 2019 verstorbenen Künstlers Eckhart Dietz Stück für Stück für die neue Nutzung saniert und umgestaltet. Das künstlerische Werk bleibt dabei mit diesem Ort verbunden. „Einige der Kunstwerke waren schon von Gebüsch überwuchert“, sagt Frank Stühle, Sprecher der Rüstmeisterei der Staufersaga. Und einige, so weiß Manfred Stury, waren auch nicht mehr standsicher auf dem Areal platziert. Das hat sich geändert. An der Zufahrt ist jetzt ein neuer Platz entstanden, umgeben von zehn Dietz-Skulpturen. „Für uns ist das ein schöner Empfangsort und Ort der Meditation zugleich“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Staufersaga, Gundi Mertens. Auch Valeria Waibel, langjährige Lebensgefährtin des Künstlers, freut sich über den neuen Platz. Ein Werkgruppe aus der Zeit von 1999 bis 2000 spielt eine zentrale Rolle: „In Schönheit gebogen“ ist sie überschrieben und steht am südlichen Ende des Platzes.

Bei der Neugestaltung wurden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Frank Stühle und Karo Scheiner verbinden das mit ihrer Masterarbeit Sonderpädagogik an der PH Ludwigsburg. Eingebunden ist dabei die Klasse neun der Albert-Schweizer-Schule in Schorndorf. „Ein Orientierungsprojekt“, sagt Stühle. Viele der jungen Leute bräuchten Unterstützung und Motivation, jetzt nach der Schule – sie endet am 23. Juli - eine Ausbildung zu starten. In unterschiedlichen Abteilungen des Vereins Staufersaga wurden sie mit handwerklichen Herausforderungen konfrontiert. „Obwohl wir erst seit kurzem wieder gemeinsam etwas unternehmen können, gibt es schon fertige Objekte“, so der angehende Sonderpädagoge. In der Rüstmeisterei wurden gemeinsam ein Tisch und zwei Bänke geschaffen, die am Dietz-Platz aufgestellt sind. Stolz berichten die Schüler auch von ihrem landschaftsgärtnerischen Einsatz. „Wir haben das Gebüsch komplett entfernt“, weiß einer der Beteiligten. An der Stelle war Nacharbeit erforderlich: Manfred Stury konnte mit dem Bagger – von der Firma Eichele kostenlos zur Verfügung gestellt – die Fläche einebnen, Schotter aufbringen und komprimieren. Die Schülerinnen und Schüler durften sich auch beim Töpfern einbringen. Im oberen Teil der Georgishof-Areals entsteht ein Bogenschützen-Parcours. Zur Orientierung sind 16 Hinweistafeln nötig. „Dafür hat die Klasse Pfeile aus Ton gefertigt, dazu Zahlen, die nun auf Holztafeln fixiert und auf dem Gelände aufgestellt werden. Immer dienstags und donnerstags waren die Schüler aus Schorndorf am Werk. Auch in der Schmiede, wo die Eisenteile gefertigt wurden, mit denen die Holztafeln im Gelände befestigt werden.

Höhepunkt für viele Absolventen der Albert-Schweizer-Schule Schorndorf war der Besuch in der Gewandmeisterei. Gundi Mertens erinnert sich gerne daran. Sie ließ die jungen Leute wissen, wie sich verschiedene Stoffarten anfühlen. Glatte Seide oder die eher raue Oberfläche von Samt. „Nicht alle wollten das Samt berühren“ weiß sie. Groß war aber das Interesse an den Gewändern selbst. Einige konnten die Ritterausrüstung anlegen, samt dem Kettenhemd. Auch eine Prinzessin fühlte sich im besonderen Gewand wohl.

Der Verein Staufersaga will den Ort Stück für Stück zu seinem Mittelpunkt machen. Die meisten Abteilungen sollen dort untergebracht werden. Die Rüstmeisterei ist dort schon eingezogen. Im Erdgeschoss entstehen neue sanitäre Anlagen, dazu Abstellräume. Das Obergeschoss ist der Stolz der Staufersaga-Aktiven. Ein Aufenthaltsraum samt Küche wird hergerichtet.

Arbeit wartet auch im ehemaligen Wohnhaus. Der Sockelbesteht aus Sandsteinquadern, wie sie häufig für öffentliche Gebäude in Gmünd verwendet wurden. Dahinter verbergen sich drei Gewölbekeller. Viel Platz gibt es in den Räumen darüber.Unter anderem findet sich dort schon die „Lichterstube“. Das war in früheren Jahrhunderten ein geheizter Raum mit spärlichem Licht, in dem Handarbeiten möglich waren.

Der Georgishof wird Mittelpunkt und „Vereinsheim“ der Staufersaga. So sollen Zeltlager, Mittelalter-Märkte und geschichtsträchtige Events das Veranstaltungsleben in Gmünd bereichern.

Für uns ist das ein schöner Empfangsort.“

Gundi Mertens,, Verein Staufersaga

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL