Markus Herrmann und sein etwas anderes Wohnmobil

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Markus Herrmann und sein Weinsberg-Mercedes 207. Nach dem etwas anderen Wohnmobil drehen viele die Köpfe um.
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Markus Herrmann und sein Wohnmobil Mercedes 207. Im tiefen Herzen ist es ein Hanomag-Henschel. Auto mit Sympathiebonus.

Das etwas andere Wohnmobil

Hanomag 207 Oldtimerserie 2021
Hanomag 207 Oldtimerserie 2021 © Tom
Hanomag 207 Oldtimerserie 2021
Hanomag 207 Oldtimerserie 2021 © Tom
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Hanomag 207 Oldtimerserie 2021
Hanomag 207 Oldtimerserie 2021 © Tom

Schwäbisch Gmünd

Ein Wohnmobil steht für den Chef der Touristik- und Marketing GmbH Schwäbisch Gmünd, Markus Herrmann, längst auf der Wunschliste. Erfahrungen mit dem Thema hat er gesammelt, Wohnmobil-Stellplätze besitzen im Städte-Tourismus hohen Stellenwert. Er und seine Partnerin Angelika Schimmelpfennig stehen aber weniger auf Mainstream-Modelle. Kein VW-Bus also, sondern ein seltenes Exemplar soll zum Urlaubsbegleiter werden.

Damit kann man auf der Autobahn schön mitschwimmen.“

Markus Herrmann

Die Wahl fällt schließlich auf einen Mercedes 207, der eigentlich ein Hanomag-Henschel ist und dort unter dem Namen Harburger Transporter bescheidene Markterfolge erzielt. Hinter dem Modell steckt eine ganze Menge deutscher Automobilgeschichte. 1975 übernimmt Mercedes das Unternehmen, schraubt einen Stern auf den Kühler und schließt damit eine Lücke im eigenen Programm.

Dass der 207 dort eher Fremdkörper ist, belegen technische Merkmale: Frontantrieb und ein Fahrgestell aus parallelen Rohren, dazu eine Drehstabfederung, das gibt‘s beim Stuttgarter Autobauer sonst nicht. Immerhin verpflanzt Mercedes eigene Dieselmotoren ins fremde Kind. Mit einem schwachbrüstigen 55 PS-Triebwerk wird er zur Wanderdüne, Markus Herrmann findet einen 70 PS starken Benziner. „Damit kann man auf der Autobahn schön mitschwimmen, wird nicht von Sattelschleppernüberholt“, weiß er aus zwischenzeitlich gesammelter Erfahrung.

Nach langer Suche findet sich das Wunsch-Wohnmobil in Nürnberg. Nur 108 000 Kilometer auf dem Tacho, so gut wie rostfrei. Das liegt an der langjährigen Unterkunft in einer trockenen Halle. Gewöhnlich sind Exemplare aus dem Jahr 1976 durchgerostet. Ein Grund, weshalb sie im Straßenbild nicht mehr auftauchen. „In ganz Deutschland dürften nur noch wenige Wohnmobile dieses Typs fahren“, so Markus Herrmann. Und vielleicht ist dieses Exemplar sogar das am besten erhaltene. Kein Bastel-Wohnmobil, sondern ein Original-Ausbau von Weinsberg und ebenso original erhalten. Grund, dass es für dieses Auto ein H-Kennzeichen gibt.

Viele Komfortmerkmale heutiger Wohnmobile sind schon vorhanden. Die Stehhöhe ist durch ein leichtes Hochdach möglich. Tisch und Sitzbänke im Heck des Mercedes lassen sich mit wenigen Handgriffen zum bequemen Bett umbauen. Im Mittelteil finden sich Küche samt Kühlschrank, fließendem Wasser und Herd sowie die (Gas)heizung. Ein zweites Batteriesystem ist ebenso vorhanden wie ein 220-Volt-Anschluss. Alles funktioniert, die Holzflächen zeigen sich makellos und der Durchgang nach vorne ist großzügig bemessen. Dass alles so schön aussieht, ist auch das Verdienst der neuen Eigentümer. „Wir haben die Schonbezüge von den Sitzen entfernt – und sind auf die originalen Bezüge gestoßen,fast im Neuzustand“, so Markus Herrmann.

Der Urlaub beginnt im Mercedes 207 schon beim Einsteigen. „Man kann auf der Autobahn bei Tempo 100 entspannt das nächste Ziel ansteuern“, sagt Markus Herrmann. Dann halten sich Fahrgeräusch und Verbrauch in Grenzen. Dann hört man auch die Musik aus dem Lieblingssender.

Einfach „megacool“

Und vergisst Stau und Fahrzeit. Immerhin haben es Markus Herrmann und Angelika Schimmelpfennig damit schon nach Pisa und Bologna geschafft, haben die Campingstühle schon am Iseosee und am Gardasee vors Wohnmobil platziert. Dabei machen sie immer wieder die gleichen Erfahrungen: Das etwas andere Wohnmobil ist Sympathieträger. „Wir werden oft darauf angesprochen, junge Leute finden es „megacool“, Ältere erinnern sich an die Firmengeschichte von Hanomag-Henschel. Längst wissen sie um den Sympathiebonus des Mercedes 207. An Grenzen werden sie durchgewunken, bei Kontrollen nicht aufgehalten.

Nur einmalzucken sie zusammen. In Österreich, kurz vor der Grenze, werden sie von der Polizei angehalten. Die Beamten interessieren sich aber nicht für Führerschein und Fahrzeugpapiere. „Der hat seinen Kollegengerufen und ihn nach dem Fahrzeugtyp gefragt. Weil der auf Opel getippt hat, hat er gleich auch noch eine Wette verloren.“ Nach einem Blick ins Wohnmobil können sie weiterfahren.

Wohl wissend, dass ihr Wohnmobil durchaus in die Zeit passt. Der Zeit voraus ist die Serviceklappe, hinter der sich Wasser und Ölstand ermitteln lassen. So etwas findet sich 40 Jahre später im A2 von Audi wieder. Apropos Service: Anfällig ist der Wagen bis heute nicht. Er hat gerade einen neuen TÜV-Stempel, „ohne Beanstandung“, wie es auf dem Papier heißt. Im Notfall gibt‘s noch viele Ersatzteile. Verschleißteile wie Bremsbeläge sind kein Problem. Eine Drehstabfeder vielleicht schon. Die kann man neu nicht kaufen und nur Spezialisten, so die Erfahrung Markus Herrmanns, können die nochschweißen. „Weil das unter Vorspannung gemacht werden muss.“ Der 1,8-Liter-Austin-Motor macht ohnehin keinen Ärger, den würde man auf dem Markt leicht finden. Fast so leicht wie das nächste Urlaubsziel. Zunächst nach Berchtesgaden und dann weiter nach Norditalien.

Hanomag 207 Oldtimerserie 2021
  • Der lange Weg zum Mercedes-Fahrzeug
  • Der HarburgerTransporter konkurriert mit dem VW-Bus und kennt viele Herstellernamen: Tempo, Hanomag, Hanomag-Henschel und zuletzt Mercedes-Benz. Los geht's 1965 mit dem Matador der Firma Tempo in Hamburg-Harburg. Tempo wird im gleichen Jahr von Hanomag übernommen. Die neuen Eigner spenden dem Matador eine neue Karosserie mit geraden Linien und Rechteckscheinwerfern. Er wird unter den Namen Hanomag F 20, F 25, F 30 und F 35 angeboten. Nach der Fusion von Hanomag und Henschel werden die Kleintransporter ab 1969 unter der Marke Hanomag-Henschel verkauft. Das Werk in Harburg kommt an die Kapazitätsgrenzen, so wird zusätzlich im ehemaligen Borgward-Werk in Bremen-Sebaldsbrück gebaut.
  • Ein Jahr später erneuter Eigentümerwechsel: Daimler-Benz übernimmt Hanomag-Henschel. Jetzt kommt der Stern auf die kleinen Transporter.
  • Der Stuttgarter Autobauer hat gerade im Bereich der kleinen Transporter eine Lücke im Programm.Deshalb markieren die Harburger Transporter eine willkommene Abrundung. Die „neuen“ Mercedes erhalten die Typbezeichnungen L 206 D,L 207, L 306 D und L 307.
  • Der HarburgerTransporter steht aber immer im Schatten der Großen, das sind der VW-Bus und der Ford Transit. Die Konkurrenten erreichten deutlich höhere Stückzahlen. Gebaut werden die Mercedes bis 1977. Mehrere Jahre entsteht der Harburger Transporter noch in Indien für den dortigen Markt.
  • Mercedes bringt schon 1977 den hinterradgetriebenen Bremer Transporter auf den Markt. Einen Frontantriebler gibt es erst 1988 mit dem MB 100 wieder. kust

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