So kam „Die kleine Raupe Nimmersatt“ nach Gmünd

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Die kleine Raupe hat Eric Carle sogar auf diesen Brief an Rudolf Böhmler gezeichnet. Ein schönes Erinnerungsstück.

Dr. Rudolf Böhmler stand mit dem weltberühmten Autor Eric Carle in Kontakt. 2005 hat er ihm die Staufermedaille verliehen.

Schwäbisch Gmünd

Das Buch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ des jetzt verstorbenen Autors Eric Carle sorgte bei Kindern weltweit für Spaß und Unterhaltung. 50 Millionen Bücher wurden verkauft, ein ganz besonderes Exemplar hat Dr. Rudolf Böhmler in seinem Regal. Es ist nicht nur vom Autor signiert, sondern ergänzt mit den Namen der Kinder Christopher und Alexander und einer flott mit Bleistift gezeichneten Raupe.

Mit Eric Carle verbindet den ehemalige Staatssekretär eine persönliche Begegnung und ein Briefwechsel. Rudolf Böhmler erinnert sich gerne an das Jahr 2005. Weil sich Eric Carle besonders um Baden-Württemberg verdient gemacht hat – als Mittler zwischen den Kulturen in den USA und in Deutschland, besonders hier im Südwesten – verlieh ihm der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger die Staufermedaille in Gold. Und Dr. Rudolf Böhmler überreichte die Auszeichnung bei der Eröffnung einer Eric-Carle-Ausstellung in der Württembergischen Landesbibliothek.

An die Rede erinnert er sich heute noch ganz genau. „Als ich gebeten wurde, bei dieser Ausstellungseröffnung zu sprechen, habe ich mit Freude zugesagt“, ließ er die Gäste des Festakts wissen. „Denn die Bücher von Eric Carle und allen voran natürlich 'Die kleine Raupe Nimmersatt' erwecken bei mir Erinnerungen an die Kindheit meiner eigenen Kinder, die der kleinen gefräßigen Raupe mit großer Begeisterung begegnet sind.“ Allerdings: „Meine Enttäuschung war groß, als ich keinen Erfolg hatte, von meinen Jungs das Kinderbuch für diesen Abend zu bekommen, um ein Autogramm zu ergattern.“ Kleinlaut hätten die längst erwachsenen Söhne gestanden, dass sie auf dem Schul-Flohmarkt für das Buch noch einen sehr guten Preis erzielt hätten.

Raupe und Signatur

„Ich habe mir natürlich sofort ein neues Buch gekauft“, so Dr. Rudolf Böhmler weiter. Nach diesem Festakt kam es zur persönlichen Begegnung, bei der Eric Carle „Die kleine Raupe Nimmersatt“ der Familie Böhmler signierte.

Das war der Beginn für weitere Kontakte. Besonders gerne erinnert sich Dr. Rudolf Böhmler an einen Brief, in dem sich Eric Carle für die Verleihung der Staufermedaille bedankte. Schon den Umschlag ziert den Klassiker, eine vom Künstler gemalte Raupe, diesmal in Farbe. Carle versprach, er werde nun versuchen, „auch weiterhin ein tapferer Schwabe zu bleiben“. Der Kinderbuchautor berichtete von Stationen seiner Jugend in Stuttgart (aufgewachsen ist er in Feuerbach), die er bei dieser Gelegenheit aufsuchen konnte. Etwa die Akademie der Bildenden Künste.

Eric Carle ließ Rudolf Böhmler auch wissen, wie er den Hurrican „Wilma“ überstanden, wie er deshalb einige Zeit im Norden seines Bundesstaats verbracht hat . Und er lud den Gmünder zu einer Ausstellung nach New York ein. „Dies wäre eine Gelegenheit, die Brücke zwischen den Kulturen zu festigen“, lässt der Künstler wissen. Zur gleichen Zeit hatte damals Rudolf Böhmler einen dienstlichen Termin in den USA.

Eric Carle, 1929 in New York geboren, kam mit seinen Eltern 1935 nach Deutschland, kehrte später aber wieder in die USA zurück und lebte zuletzt in Northampton in Massachusetts.

Dies wäre eine Gelegenheit, die Brücke zwischen den Kulturen zu festigen.“

Eric Carle, in einem Brief an Rudolf Böhmler

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