So könnte Gmünd grüner werden

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Auf diesem Stück Land neben dem Unipark soll einer der Paletti-Gärten entstehen, in dem Menschen ein Beet bewirtschaften können. Das Gärtnern soll auch der Integration dienen.
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Das Projekt „Urban Gardening“ startet mit Paletti-Gärten in Gmünd. Folgen könnten Wildblumenwiesen und Hochbeete an den Straßen.

Schwäbisch Gmünd

Mehr Grün in der Stadt, Gartenarbeit als Ausgleich, selbsterzeugte Lebensmittel oder schöne Blüten und nicht zuletzt Gemeinschaft: Urban Gardening (die englische Bezeichnung für Gärtnern in der Stadt) hat eine ganze Reihe von Vorteilen, die bereits in vielen Städten umgesetzt werden. Nun soll ein weiteres Projekt dieser Art auch in Gmünd „Wurzeln schlagen“.

In diesen Tagen hat Peter Stebbing die ersten Beete an Interessenten übergeben. Er organisiert das Projekt, das, wie er sagt, vom Kulturcafé Paletti und dem in der Oststadt tätigen Programm Biwaq (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) getragen wird.

Pacht für Geräte

Ein Teil des Projekts sind die so genannten Paletti-Gärten. Grundstock dafür sind zunächst zwei Flächen, die Stebbing dafür pachten konnte: beim Unipark in der Oststadt und in der Oberen Zeiselbergstraße. Dankbar ist er, dass die Besitzer die beiden Grundstücke unentgeltlich zur Verfügung stellen, wie er sagt. Die rund 20 Beete unterschiedlicher Größe, die er darauf abstecken konnte, werden an Unterpächter zur Bewirtschaftung übergeben. Die Unterpächter bezahlen dafür einen festen Pachtbetrag, der wiederum das Projekt stützt, zum Beispiel durch den Kauf gemeinsam genutzter Gartengeräte.

Deutschland, Türkei, Bulgarien, Gambia: Die Pachtinteressenten kommen aus den verschiedensten Nationen. Denn die Paletti-Gärten haben neben der Pflanzung auch das Ziel der Integration: „Wir haben viele Neuankömmlinge in Gmünd“, sagt Peter Stebbing. In der gemeinsamen Gartenarbeit sollen sie sich in Gmünd einbinden können. Schließlich wird das Kulturcafé Paletti vom Verein „Begegnung der Kulturen“ getragen. Als Voraussetzung für die Zuwanderer nennt Peter Stebbing allerdings: Sie sollten in der Nähe ihrer Beete leben, damit eine Betreuung dauerhaft gegeben ist. Die Paletti-Gärten sind allerdings nur ein Teil eines größeren Konzepts, das die Initiatoren ausgetüftelt haben. Ein weiterer Vorschlag: kleinere städtische Grünflächen in Wildblumenwiesen umwandeln – eine Idee, die auch der NABU vorschlägt.

Als Beispiel führen die Gardening-Planer die östliche Böschung des Josefsbachs an, die ihrer Ansicht nach zu oft gemäht wird. In Frage kämen aber auch der Grasstreifen zwischen Uferstraße und Josefsbach oder die Rasenflächen bei der Unterführung der Glocke-Kreuzung. Sie zu pflegen, sei nicht nur kostenintensiv, sondern auch ökologisch nachteilig. Stattdessen sollten die Flächen als Wildblumenwiese angelegt und nur noch zwei Mal im Jahr gemäht werden. Damit ließe sich die Artenvielfalt der Pflanzen, aber auch der Insekten steigern. Hinweistafeln könnten die Spaziergänger dort über die Funktion und Bedeutung von Wildblumenwiesen informieren.

Beete bei Schulen

Auch direkt an den Straßen würden die Initiatoren gern mehr Grün sehen – zum Beispiel in Hochbeeten, wie sie zum Beispiel vor dem Kornhaus bereits stehen. Das Konzept nennt viele weitere mögliche Standorte: am Münsterplatz neben dem Bouleplatz, in den Schmiedgassen, aber auch generell bei Kindergärten oder Schulen. Die (Kinder-) Schüler, an anderen Stellen Anwohner, könnten dort gemeinsam Kräuter, Gemüse oder Blumen anbauen. Möglich wäre auch die Vorgabe, nur essbare Pflanzen einzusetzen. Hochbeete wären für Gärtner jeden Alters geeignet.

Bei all diesen Vorschlägen wollen die Initiatoren mit bestehenden Akteuren wie dem Gmünder Weltgarten oder dem Urban Gardening in der Weststadt kooperieren. Das Ziel des Gesamtkonzepts formulieren sie so: Gmünd zu einer ökologischeren Stadt und schlussendlich nachhaltigeren Stadt umgestalten.

Wir haben viele

Peter Stebbing,, Projekt-Organisator

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