So kommen die Daten schon bald schneller auf PC und Tablet

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Yannick Kühnhöfer von der Gmünd-COM und Laura Ehinger vor einem Breitband-Verteilerkasten in Rechberg.

Die letzten weißen Flecke in der Stadt sollen verschwinden. 21,5 Millionen Euro für Glasfaserkabel. Stadt nutzt Förderprogramm.

Schwäbisch Gmünd

Wenn sich der Computer beim Versand einer E-Mail mit Bildern im Anhang so richtig Zeit lässt, dann liegt das vielleicht am Standort. Ein weißer Fleck auf der Karte der Netzversorgung. Nun schafft die Stadt millionenschwere Abhilfe. "Wir nutzen dafür das Förderprogramm "Weiße Flecke" von Bund und Land, erhalten für die Vorhaben 90 Prozent der Kosten erstattet", sagt der Leiter der Wirtschaftsförderung, Alexander Groll, der in Sachen Digitalisierung auf seine Stellvertreterin Laura Ehinger setzt.

Für Schwäbisch Gmünd lohnen sich die Förderanträge. "Das gesamte Vorhaben kostet um die 21,5 Millionen Euro, die Stadt muss dabei nur 2,15 Millionen Euro aufbringen, verteilt auf die nächsten drei bis vier Jahre", so Groll. Wofür gibt es die Förderung? "Wir müssen nachweisen, dass weniger als 30 Megabit beim Nutzer ankommen", sagt Laura Ehinger. Das ist immer noch an zahlreichen Stellen der Stadt der Fall. Ausgerechnet die kleinsten und entfernteren Teilorte Degenfeld und Rechberg brauchen die neue Förderung nicht: Dort ist die Glasfaserversorgung gerade abgeschlossen. Ein Großteil der Nutzer profitiert dort vom sogenannten FTTC-Ausbau (Fibre to the Curb ), der Glasfaser bis zum Verteilerkasten beinhaltet. Manche kommen auch in den Genuss, Glasfaser direkt ins Haus zu bekommen, es ist der FTTB-Ausbau (Fiber to the building). Das bietet sich vor allem dann an, wenn ein Gebäude direkt an der Glasfasertrasse liegt. "Wir fragen dann bei allen anliegenden Haushalten nach, ob Glasfaser bis zum Endgerät gewünscht wird", so Alexander Groll. Hausbesitzer müssen dann nur die Anschlusskosten von der Straße bis ins Gebäude bezahlen. "Das sind in der Regel 750 Euro plus die Kosten für den Graben auf dem Grundstück", so Laura Ehinger. In Rechberg haben sich 80 Haushalte dazu entschlossen.

Sie sind dann in der Regel auch Kunde der GmündCOM, die hinter dem Netzausbau steht. Das Netz ist wie bei allen Förderprojekten Open Access, kann also grundsätzlich von allen Providern genutzt werden. Diese müssen technisch eine Kopplung mit der GmündCOM herstellen und das Netz anmieten, was in der Regel nicht gemacht wird", betont Alexander Groll. Wer den Anschluss direkt ins Haus bekommt, kann aktuell HighSpeed-Breitbandversorgung bis zu einem Gigabit bekommen. Dies sei bei den steigenden Anforderungen im privaten und Firmenumfeld eine Technologie, die den zukünftigen Anforderungen Stand halte. Zur Verfügung stehen die neuen "fairfast-Tarife" der GmündCOM mit vielen verschiedenen Tarifmodellen, beginnend ab 19,80 Euro.

Weiße Flecken

Schulen und Gewerbebetriebe haben wirklich Vorrang.

Alexander Groll, Leiter der Wirtschaftsförderung

Und dort gibt es die meisten weißen Flecken der Netzversorgung: In Großdeinbach, Bargau, Herlikofen und Lindach. Vereinzelt sei das auch in Weiler und in einigen Straßen der Stadt selbst der Fall. Weil die Telekom ihre Netze vom Gebäude in der Robert-von-Ostertag-Straße aus betreibt, seien die vorhandenen Kupferkabel wegen der kurzen Wegstrecken in der Innenstadt immer noch leistungsfähig. "Aber auch die setzt nun verstärkt auf Glasfaser", so Laura Ehinger. Jetzt informieren Alexander Groll und Laura Ehinger die Ortschaftsräte über das bevorstehende Programm.

"Wir werden in der zweiten Jahreshälfte in die eigentlichen Planungen einsteigen", sagt der Wirtschaftsförderer. Erst dann wird auch die Reihenfolge der Baumaßnahmen festgelegt. Die hängt davon ab, wie man günstig zwei wichtige Ziele der digitalen Aufwertung miteinander verbinden kann: "Schulen und Gewerbebetriebe haben wirklich Vorrang", so Groll. Natürlich seien Wohnbereiche immer mit eingeschlossen. Und die enden oft nicht am Ortsschild. "Auch Außenwohnplätze müssen wir in dem Zusammenhang versorgen", sagt Laura Ehinger. Das sei im Förderprogramm ausdrücklich so gewünscht. Glück, wenn Außenbereiche direkt an einer Glasfasertrasse liegen. So habe man den Sachsenhof anbinden können, weil dort Glasfaser vorbeiführt.

Dass man überhaupt in diese Ausbauphase einsteigen kann, das verdanke die Stadt einer Vorleistung des Landkreises. Der habe in den vergangenen Jahren den Bau der Backbone-Netze vorangetrieben. Alexander Groll: "Das ist sozusagen die Datenautobahn durch die Region, an die wir nun mit unserem Ausbauvorhaben anknüpfen".

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