So läuft es sich in Schwäbisch Gmünd

  • Weitere
    schließen
+
Sabine Braun legt viele Strecken zu Fuß zurück. Manchmal greift sich auch auf den Öffentlichen Nahverkehr zurück.
  • schließen

Auch in einer stark aufs Auto fokussierten Gesellschaft gibt es Menschen, die vorwiegend zu Fuß unterwegs sind – vier Beispiele aus dem Gmünder Raum.

Schwäbisch Gmünd

Sabine Braun ist schon immer umweltschonend mit dem Rad, dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder zu Fuß unterwegs. Als sie eine neue Stelle auf dem Hardt antrat, hätte sie mit dem Rad jeden Morgen einen heftigen Berg bewältigen müssen; die gut zwei Kilometer mit dem Auto zu fahren, war für sie keine Option. Zu Fuß dauert der Weg von der Innenstadt 30 bis 35 Minuten – gut machbar, entschied sie. Was ihr sehr entgegen kommt: Dass auch ein Bus auf den Hardt fährt. Manchmal sind es nur ein paar Stationen, mit denen sie ihren Weg abkürzt, doch das schaffe eine gewisse Flexibilität. Ihr Arbeitgeber, die Landsiedlung Baden-Württemberg, unterstützt das Jahresticket.

Auf dem Weg hat Sabine Braun alles, was den Fußverkehr in Schwäbisch Gmünd ausmacht: naturnahe Wegabschnitte am Zeiselberg, unangenehme an der vielbefahrenen Oberbettringer Straße entlang und echte Hindernisse: Über die Zeiselbergstraße zu kommen, sei für Fußgänger wirklich ungut. Auch die Fußgängerunterführung beim Glockekreisel empfindet Sabine Braun als gefährlich, weil manche Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit durchbrausen; etwas Abhilfe haben die Markierungen gebracht. Überhaupt das Miteinander der Verkehrsteilnehmer – der Umgangston etwa auf der Klepperletrasse lasse manchmal zu wünschen übrig.

Bei Susanne Ihringer sind es de Autofahrer, die ihr gelegentlich ins Gehege kommen. Sie geht jeden Tag den Riedweg von Unterbettringen zur Pädagogischen Hochschule, rechts und links an Streuobstwiesen vorbei mit Blick auf den Hohenrechberg. Als Fußgänger sieht man mehr, sagt sie. So entstand vor Jahren ein Kalender mit dem monatlichen Foto einer Eiche, die am Wegesrand steht. Für Autos ist der Weg gesperrt, doch da er eine Abkürzung ist, komme einem immer wieder ein Fahrzeug entgegen, „manche total schnell, das ist wegen der unübersichtlichen Strecke manchmal richtig gefährlich“. Doch das Schöne überwiegt eindeutig, dazu gehört auch, mit den anderen Fußgängern ein freundliches Wort zu wechseln.

Der Fußmarsch, eine Wohltat

Wolfgang Barth aus Bettringen leitete viele Jahre die Schule in Wißgoldingen. Zuvor arbeitete er bei Bad Boll und klagte über zu wenig Bewegung. Ein Zweitwagen kam für die Familie nie in Frage. „Läufsch einfach mal drauf los“, sagte er sich nach dem Stellenwechsel. Allerdings ging es nur um den Heimweg. Morgens nahm er den Bus oder konnte mit seinem Sohn mitfahren, der im Filstal arbeitete.

„Ich hab’s schnell verschmeckt“, erzählt er. Nicht nur der Körper signalisierte ihm, wie gut der Fußmarsch tat, eine Wohltat war es auch, den oft turbulenten Schulalltag hinter sich zu lassen. Wenn er seinen Weg beschreibt, kommt er ins Schwärmen: an der Westflanke des Stuifen und der Skihütte ging es vorbei und dann runter nach Waldstetten. Von dort hatte er die Möglichkeit, mit dem Bus auch mal abzukürzen. Wenn er freitags mehr Zeit hatte, ging er gerne mal eine ganz andere Strecke, über die Marienkapelle zum Oberen Stollenhof nach Rechberg etwa, und dann mit dem Bus vollends heim.

Viel brauche es nicht, um einfach mal loszugehen, meint er, außer passende Kleidung, gutes Schuhwerk und einen gut sitzenden, bequemen Rucksack. Heute arbeitet er in der Klösterlestraße und fährt mit dem Rad. Der frühere Heimweg, den er mehr als zehn Jahre ging, habe „total gutgetan“, sagt er im Rückblick.

Einige Knackpunkte

Auch Gertraude von Streit kennt sich mit dem Fußverkehr aus. Sie wohnt in Wetzgau und ist in 30 Minuten in der Stadt – zu Fuß kann sie das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, denn das Taubental mit seinen vielen Wegen findet sie herrlich. So schön der Weg durch den Wald ist, bei Finsternis wird es schwierig. Dann nimmt sie den Kaffeebergweg, der allerdings sehr eng und unübersichtlich und damit gefährlich für Fußgänger ist. Zudem ist der Zustand der Straße schlecht und teilweise ohne Gehweg. Was für sie auch ein Knackpunkt ist: die Ringstraßen wie die Remsstraße um die Innenstadt herum mit zu wenig sicheren Fußgängerüberwegen. Auch die beiden Schmiedgassen seien sehr unübersichtlich wegen der vielen Autos.

Läufsch einfach mal drauf los.“

Wolfgang Barth,, Fußgänger aus Bettringen

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL