So schafft die Landwirtschaft Raum für Biene und Falter

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Hauk in Degenfeld
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Landwirtschaftsminister Peter Hauk besichtigt den Bio-Hof von Rainer und Martin Hummel in Degenfeld.

Schwäbisch Gmünd

Wenn die Rotflügelige Schnarrschrecke auf der Wiese vorbeihüpft, ist für Beate Leidig alles in Ordnung. Sie hat die Zertifizierung des Bioland-Betriebs Hummel in Degenfeld begleitet und weiß nicht nur, welche Heuschreckenart davon profitiert, sondern weiß darüber hinaus, welchen weiteren Insekten das zugute kommt. Ein Projekt, das jetzt auch die Aufmerksamkeit von Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) genießt. Er besuchte am Donnerstag den Hof, den Rainer und Martin Hummel gemeinsam betreiben. Dahinter steckt eine Initiative von Edeka und der Naturschutzorganisation WWF in Kooperation mit Bio-Anbauverbänden.

Die Degenfelder haben ihren Betrieb mit 80 Milchkühen und einer Agrarfläche von 130 Hektar ganz auf Bio umgestellt, bewirtschaften Flächen auf Höhen zwischen 530 und 780 Metern. Rainer Hummel schätzt diese Form der Landwirtschaft, „der Schutz der Artenvielfalt ist uns wichtig“, sagt er bei der Vorstellung seines Betriebs und ist begeistert, wenn sich zwischen dem Klee auch Bienen und Schmetterlinge tummeln. Weil der Biohof rund 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Degenfelds nutzt, „hat dies schon deutliche Auswirkungen auf die Artenvielfalt rund um den Gmünder Stadtteil“. Wie das vor Ort umgesetzt wird, davon konnten sich die Beteiligten auf dem Kreuzberg ein Bild auf 710 Metern Höhe machen. Ungemähte Streifen seien wichtige Rückzugsräume, in denen Tiere Schutz und Deckung finden. Davon profitierten Braunkehlchen, Feldlerche und Grauammer. Aber auch Erdhummel und Heufalter sind dort gerne zuhause. Solche ungemähte Streifen blieben oft bis in den Spätsommer.

Dem Landwirtschaftsminister ist diese Form nachhaltiger Bewirtschaftung wichtig. Er begrüßt das Programm, das eine Grundförderung vorsieht. Außerdem erzielten solche Betriebe einen höheren Erlös beim Fleisch. Die Nutzung und den Beitrag zur biologischen Vielfalt in Einklang zu bringen und so eine nachhaltige Landbewirtschaftung sicherzustellen, sei erklärtes Ziel.

In der Praxis erfolgreich

Für Peter Hauk „ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie eine so nachhaltige Kooperation zwischen Handel, Landwirtschaft und Naturschutz in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann“. Er unterstreicht auch die Bedeutung der Mähstreifen, die für die Landwirte nicht nur einer Belastung werden sollen. Der Verzicht auf den Mähertrag solle nicht zu einer Kürzung der Grundförderung führen.

Im Südwesten engagierten sich schon 43 Bio-Höfe in Deutschlands größter Initiative für Biodiversität in der Agrarlandschaft, dem gemeinsamen Edeka-WWF-Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“, betonte Jürgen Mäder, Geschäftsführer von Edeka Südwest vor Ort in Degenfeld. Betriebe wie der von Rainer und Martin Hummel „beliefern uns nicht nur mit nachhaltigeren Bio-Erzeugnissen, sondern setzen sich darüber hinaus auch für wildlebende Pflanzen und Tiere ein“, so Jürgen Mäder weiter.

Durch die Zusammenarbeit mit Edeka profitierten die Landwirte von garantieren Abnahmemengen und einer Vergütung des Mehraufwands. Bioland Geschäftsführer Christoph Zimmer sieht diese Form der Bewirtschaftung als Grundlage für eine zukunftsfähige Landwirtschaft überhaupt. „Ökologisch zu wirtschaften, bedeutet auch, aktiv Umweltschutz zu betreiben.“

Die Bedeutung für Natur und Umwelt unterstreicht auch eine von Landwirtschaftsminister Peter Hauk, Rainer Hummel und Jürgen Mäder gemeinsam installierten Infotafel auf dem Kreuzberg. Wanderer können sich dort genauer informieren, für einen Blick auf die Landschaft lädt eine neue Sitzbank neben der Tafel ein. Gefördert wird das Projekt außerdem von der Gmünder Firma Schleich. Sie hat, so Udo Rother, Geschäftsführer Vertrieb, das Monitoring für die Wiese auf dem Kreuzberg bezahlt.

Hauck bei Hummel Degenfeld
Hauck bei Hummel Degenfeld

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