Solarmodule neigen sich nach Ost und West: Gmünder CCS produziert jetzt eigenen Strom

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Besichtigung mit sonnigen Aussichten: OB Richard Arnold mit Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats und den Fachleuten von CCS, Stadtwerken sowie der beteiligten Elektrobetriebe.
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Schwäbisch Gmünd

Rund 90  000 Kilowattstunden Strom pro Jahr soll die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kongresszentrums jedes Jahr produzieren – so viel wie rund 30  Haushalte verbrauchen. Mindestens 60 Prozent davon dürften künftig in den Eigenverbrauch des Gebäudes fließen.

Die Solarmodule auf dem gekiesten Flachdach des CCS neigen sich nicht zur Sonne hin: Auf die gängige Südausrichtung haben die Planer bewusst verzichtet. Aus zwei Gründen: Wegen des Denkmalcharakters des Rokoko-Schlösschen sollten die Module von unten aus dem Stadtgarten nicht zu sehen sein. „Voraussetzung für die Anlage war es, dass sie auch für Spaziergänger im Stadtgarten unsichtbar ist und sie das Ensemble des Rokoko-Schlösschen visuell nicht beeinträchtigt. Das haben wir geschafft“, sagt Peter Ernst, Geschäftsführer Stadtwerke Gmünd.

Nach Ost und West geneigt

Statt der üblichen Neigung zwischen 30 und 50 Grad in Richtung Süden stehen die Module darum nur leicht schräg, die eine Hälfte neigt sich nach Osten, die andere nach Westen. Das hat einen Vorteil: Die Leistungskurve der Anlage steigt früher an und verläuft dann flacher und länger anhaltend als bei üblichen Südausrichtung. Gut für die Eigenverbrauchsquote des CCS, erklärt Projektleiter Andreas Büchelmaier von den Stadtwerken. „In einer ersten Simulation sind wir auf rund 60 Prozent Eigenverbrauch gekommen, ich rechne aber mit einer höheren Quote.“ Der restliche Strom werde ins allgemeine Netz eingespeist. Die Nachrüstung eines Stromspeichers ist nicht ausgeschlossen: „Nach einem Jahr Nutzung werden wir prüfen, ob es lohnenswert ist“, sagt Büchelmaier.

Zu zwei Drittel Selbstversorger

Mit der Anlage, wie sie jetzt steht, kann das CCS seinen Energiebedarf zu rund zwei Dritteln selbst erzeugen – mit eingerechnet das 2016 in Betrieb genommenen Blockheizkraftwerk, in dem Biogas verfeuert wird.

Im Sommer 2020 waren die Planungen gestartet, Ausgangspunkt des Projekts war die Sanierung des CCS-Dachs. Die nächste E-Ausbaustufe des CCS soll noch dieses Jahr kommen: Statt der bisherigen zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge werden dann an den Parkplätzen südlich des Gebäudes sieben komplett neue errichtet mit je 22 KW Ladeleistung. „Ich hoffe, dass wir die im Sommer in Betrieb nehmen können“, sagt Jonas Grill, der Betriebsleiter des Congress-Centrums.

Es ist ein Pilotprojekt, das hoffentlich Schule macht.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

Die technischen Daten, der Betrieb

  • Nennleistung: 99 kWp
  • Durchschnittlicher Ertrag pro Jahr: 98 391 kWh (entspricht einer Strommenge für rund 30 Vier-Personen-Haushalte).
  • Anzahl Module: 264
  • Belegte Dachfläche: 480,9 Quadratmeter
  • CO2 -Einsparung rund 33 Tonnen CO2 pro Jahr (Strommix BRD 2020)
  • Betrieb: Die Anlage auf dem CCS wird von den Gmünder Stadtwerken betrieben - im Rahmen eines so genannten „Pacht- und Betriebsführungsmodells“.
  • Lebensdauer: „Die Module haben 25 Jahre Leistungsgarantie“, sagt Alexander Schäfer von der Firma Palme Solar.

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