Sondermüll im Altkleidercontainer entsorgt

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Coronabedingt hat das DRK bei Textilien 30 Prozent mehr Spenden. Und Mehraufwand durch Müll.

Schwäbisch Gmünd. Zu Zeiten des Kontaktverbots aufgrund Corona widmeten sich wohl viele Zeitgenossen intensiv ihrem Kleiderschrank. Es wurde ausgemistet, was das Zeug hält. Mäntel, Jacken, Bettwäsche, Blusen, Hemden, Hosen und vieles mehr wanderten in Altkleidersäcke des Deutschen Roten Kreuzes. Bundesweit gab es denselben Umstand wie beim Kreisverband Schwäbisch Gmünd. "Bei uns gab es mehr als 30 Prozent mehr Kleiderspenden", schildert Steffen Bulling vom DRK. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Kreisverbänden entschlossen sich die Gmünder, ihre Container geöffnet zu halten.

Trotz der Kleiderschwemme, die sich einstellte. Man stellte sich auf die neuen Umstände ein, reagierte flexibel. Gewöhnlich gibt es eine Tour pro Woche, in der sämtliche Container geleert werden. "Wir haben uns dann entschlossen, zweimal pro Woche die Tour zu fahren", erklärt Bulling. Im Altkreis Schwäbisch Gmünd gibt es viele Altkleidercontainer vom Roten Kreuz, speziell in Schwäbisch Gmünd allein vier beim GOA-Wertstoffhof in der Lorcher Straße und beispielsweise Container in der Graf-von-Soden-Straße. "Wir haben uns entschlossen, die Container offen zu lassen. Schließlich ist das Sammeln von Altkleidern eine DRK-Erfindung. Und, wenn erst einmal ein Container geschlossen ist, dauert es lange, bis er wieder angenommen wird", begründet Steffen Bulling. Und so leisteten die fünf Mitarbeiter im Kreisverband, die für die Altkleidercontainer zuständig sind, enorme Mehrarbeit. "Jetzt beginnt es, sich zu normalisieren", ist Bulling erleichtert. Denn die Lagerkapazitäten für die abgegebenen Textilien aller Art sind längst erschöpft. Zumal nur ein Bruchteil in den beiden eigenen Second-Hand-Läden in der Innenstadt und auf dem Hardt in der Falkenbergstraße verwendet werden kann. "Von 40 Tonnen Kleidern pro Woche landen zwei Tonnen in den Second-Hand-Läden", schildert der DRK-Mitarbeiter. Der Rest wird an Verwertungsfirmen verkauft, die wiederum Flies, Putzlappen oder Dämmmaterial daraus machen. Allerdings ist der Marktpreis für Altkleider durch die coronabedingte Schwemme halbiert.

Um Lagerkapazitäten zu erhalten, miete der DRK-Kreisverband drei Hallen an. Eine in Remseck, eine in Herlikofen und eine in Großdeinbach. "Und die sind bis unters Dach voll mit Altkleidern. Diese werden in Bigpacks verstaut und gestapelt", beschreibt Bulling das Aufkommen. Sei erwähnt, dass das Gmünder DRK sich auch um Container in umliegenden Kommunen kümmert. "Nicht alle haben Lastwagen und die nötigen Mitarbeiter", argumentiert Bulling. Im Schnitt befinden sich 200 Kilogramm Kleider in einem Container. Ein Riesenaufwand.

Doch die Freude über das eifrige Kleiderspenden in der Bevölkerung wird massiv getrübt. Dadurch, dass die Wertstoffhöfe geschlossen hatten, missbrauchten unliebsame Zeitgenossen die Altkleidercontainer des DRK. "Farbkübel, Hausmüll, Elektroschrott oder auch Bauschutt wurde hineingeworfen", beschreibt Bulling die Umstände. Die Krux: Die Mitarbeiter mussten und müssen immer noch den Inhalt der Container aufwändig sortieren um den Müll ordnungsgemäß entsorgen zu können. "Diese Dinge landen auf der Deponie Ellert und müssen thermisch entsorgt werden. Das DRK muss dafür 270 Euro pro Tonne zahlen", rechnet Bulling vor. Die Folge ist, dass das DRK "Defizite einfährt", denn es finden sich im Schnitt pro Container zwei Tonnen Kleidung eine Tonne Müll. "Das kann jeder selbst hochrechnen."

Sogar Toilettenpapier ist da

Keine Kleiderspenden mehr konnte die Caritas für die Wohnungslosen im späten Frühjahr annehmen. "Unsere Kapelle ist voll mit Textilien", berichtet Waltraud Conrad-Miebeck. Freude bereitet ihr die große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung. "Die Leute haben Essenspakete und sogar Toilettenpapier abgegeben. Oder haben angerufen und gefragt, was wir brauchen. Die Gmünder sind spendenfreudig", ist Waltraud Conrad-Mielbeck begeistert.

Viele sortierten zu Zeiten des coronabedingten Kontaktverbots ihre Schränke aus und warfen ausgediente Textilien in die Alkleidercontainer des Gmünder DRK-Kreisverbands.

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