Sonne beflügelt die Festfreude

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"Ein bäriuges"
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Die 1961er-Vereine feiern das 60er-Fest und viele Gmünder Gratulanten sind da. Vor einem Jahrzehnt mit einschneidenden Ereignissen.

Schwäbisch Gmünd. Ein Altersgenossenfest mit Exklusivmerkmalen: Nie feierten die 60er im Herbst, nie zwei Vereine gleichzeitig und nie gab es neben den Gratulanten auch so dominante Zaungäste. Sechs Parteien und Gruppierungen suchten unterm Johannisturm die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und letzten Stimmen für die Bundestagswahl.

Die Altersgenossinnen und Altersgenossen freuten sich auf jeden Fall über alle Stimmen, die die „Alois“-Hymne mitsangen. Und für die 1961er war der Samstag noch ein Novum: „Wir hatten beim 40er-Fest und beim 50er-Fest nur Regen, jetzt feiern wir erstmals mit Sonnenschein“, betont Holger Horlacher, Vorsitzender des AGV 1961. Dann gibt es noch den traditionellen AGV 1961. Dessen Vorsitzender Reinhard Stalitza ist dankbar dafür, dass unser Fest in dieser schwierigen Zeit überhaupt stattfinden darf, was keine Selbstverständlichkeit ist.“ Manche im Verein feierten zum ersten Mal mit, manche zum dritten Mal, „aber hoffentlich alle noch mindestens zwei oder drei weitere Mal“. Beide Vereine feierten das Wochenende weitgehend gemeinsam, lediglich die Festabende am Samstag wurden separat organisiert. Der Traditionsverein war im Stadtgarten, der AGV 1961 im Remspark-Hotel.

Zuvor durften alle die zwei Festzug-Runden durch die Innenstadt erleben, vor allem um die Mittagszeit regnete es jede Menge Rosen. Auch von Oberbürgermeister Richard Arnold, der allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Rose persönlich überreichte. Nicht selten war das mit einem kleinen Plausch verbunden. Richard Arnold freut sich, „dass das alles wieder möglich ist“. Für ihn sei das auch ein Schritt auf dem Weg zurück zur Normalität.

Normal sind inzwischen bei Altersgenossenfesten auch die „Beigaben“. Unzählige Bollerwagen dienten nicht nur als Ablage für die Blumen, sondern ließen auf Beruf und Hobby der Beschenkten schließen. Den musikalischen Rahmen beim Festzug schafften der 1. Musikverein Stadtkapelle Schwäbisch Gmünd unter der Leitung von Dr. Anreas Kittel und die Kolpingkapelle unter der Leitung von Janina Edelbauer. Wieder im Einsatz: Das AGV-Simson-Moped samt Anhänger, gefahren vom Chef der Touristik- und Marketing GmbH, Markus Herrmann. Im Gepäck genügend Schirme mit dem Stadtmotiv, die waren an diesem Tag nur schmückende Beigabe. Noch vor zwei Wochen mussten die 40er aufs Moped verzichten, ein Defekt am ehemaligen DDR-Fahrzeug war schuld. Ein bisschen war es auch Festtag für den Altersgenossenverein 1960, dessen Fest der Pandemie zum Opfer fiel. In der Zugbegleitung waren mehrere Vorjahres-Sechziger aber im Einsatz.

Der Weg führte die Altersgenossen auch zum gemeinsamen Gottesdienst ins Heilig-Kreuz-Münster. Für den feierlichen Einzug sorgte die Stadtkapelle, für weitere musikalische Beiträge Kirchenmusikdirektor Stephan Beck. Solistische Gesangsbeiträge kamen von Alena Fischer und Jonas Schmid. Dekan Robert Kloker ging in seiner Ansprache besonders auf den Wegcharakter des menschlichen Lebens ein. Zuvor hatten die Altersgenossen in einer Meditation verschiedene Wege-Bilder gedeutet. Gerade im Blick auf die nächsten zehn Jahre, so Dekan Robert Kloker, sei es wichtig, Jesus Christus als treuen Wegbegleiter an der Seite zu haben, da die kommenden Jahre für viele Altersgenossen doch mit einschneidenden Ereignissen verbunden seien, wie zum Beispiel der Eintritt ins Rentenalter. Robert Kloker: „Jesus Christus bezeichnet sich selbst ja im Johannesevangelium als Weg, Wahrheit und Leben.“

In Feststimmung: Bürgermeister Richard Arnold mit Rosen.
Zwei Jahrgänge, viele Zuschauer.
Der Festumzug samt Zügle hatte ein Spalier aus sechs wahlkämpfenden Parteien.

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