„Sophie!“ eröffnet das Jubiläumsjahr

+
Sophie! Musical der Unterstufe des Scheffold-GymnasiumsDas Musical „Sophie“ thematisiert das Treffen von Sophie Scholl mit der 14-jährigen Lea, die im Jahr 2022 lebt. Das Musical ist der Auftakt des Jubiläumsjahrs am Scheffold-Gymnasium.

Die Unterstufe begeistert mit ihrem Musical über das Treffen von Sophie Scholl mit einem Mädchen aus dem Jahr 2022 das Publikum im Scheffold-Gymnasium.

Schwäbisch Gmünd

Im Jubiläumsjahr hat das Scheffold-Gymnasium sein erstes musikalisches Geburtstagsgeschenk von seinen Schülerinnen und Schülern bekommen: Die Unterstufe musizierte. Und tat das so hinreißend, dass es an diesem Abend viele Gänsehautmomente gab.

Fröhlich und beschwingt eröffnete das Unterstufenorchester und die Unterstufen Big-Band unter der Leitung von Diana Magg und Manuela Essig den Abend. Die rund 30 jungen Musikerinnen und Musiker hatten ein buntes Programm mit bekannten Melodien zusammengestellt.

Der Unterstufenchor (Leitung: Winfried Butz) hatte ein doppeltes Geburtstagsgeschenk im Gepäck: Das Singspiel „Sophie!“ von Bernhard Lienhardt und Michael Sommer. Das Stück, eine Auftragsarbeit der Landesakademie Ochsenhausen, thematisiert die Begegnung der 14-jährigen Lea, die im Jahr 2022 lebt, mit der jungen Sophie Scholl 1935 in Ulm.

Das Spiel mit den verschiedenen Zeitebenen gelingt den jungen Sängerinnen und Sängern mühelos. Das liegt zum einen an den Solistinnen und Solisten, zum anderen an einem Chor, der sich mit erstaunlicher Leichtigkeit durch die verschiedenen Szenen des Stückes singt. Begleitet wird er vom Instrumentalensemble der Musikprofilklasse Acht.

Musiker beeindrucken

„Sophie!“ hat seine musikalischen Raffinessen, aber die jungen Streicher, Bläser und Klavierspieler musizieren mit einer Präzision und Hingabe, die ein beeindruckendes Klanggerüst für den Unterstufenchor auf der Bühne bilden. Das Bühnenbild (Mara Böttinger) thematisiert in fünf Bildern die verschiedenen Lebensbereiche der Protagonistinnen.

Die Zuschauer erleben rührende, ernsthafte und witzige Momente aus dem Leben zweier Mädchen, die aus unterschiedlichen Zeiten stammen. Etwa, wenn Lea (Vivienne Kinn) ungläubig zur Kenntnis nimmt, dass die „Olgastraße“ nun „Adolf-Hitler- Ring“ heißt oder beim gemeinsamen Mittagessen der Vater (Siah Rogoll) energisch das Hitlerbild mit den Worten „Weil`s mir den Appetit verdirbt, wenn der beim Essen zuguckt“, umdreht.

Dass in der Familie Scholl jeder seine Meinung frei äußern durfte, wird vor allem in den Dialogen zwischen den Geschwistern klar. Sophie (Alara Zirih), die als 14-Jährige noch Scharführerin in Wiblingen gewesen ist, rebelliert hier schon gegen die Regeln der Nazis, indem sie die Rassenkunde bei ihren Jungmädels weglässt und stattdessen Lieder am Lagerfeuer singt. Dabei kollidiert sie mit ihrer gewissenhaften Schwester Inge (Helene Schwamm), die vom besonders linientreuen Mädchen Rosemarie (Vanessa Beuther) auf Sophies Verhalten aufmerksam gemacht wird. „Du bist nichts, dein Volk ist alles“, wirft Inge ihr an den Kopf. Auf Verständnis stößt Sophie bei Bruder Hans (Laurin Michaelsen), der vom Nürnberger Parteitag zurückkehrend mit den Worten „ich würde alles für meine Jungs tun, aber nicht, weil ich nichts bin, sondern weil ich ich bin“ am System zu zweifeln beginnt.

Gänsehaut beim Finale

Dass es oft Gänsehautmomente gibt, liegt auch an der sensiblen Interpretation des Chores, der das ganze Stück auswendig singt. In „Traue ihnen nicht“ verleiht die eindrucksvolle Choreographie (Regie: Dietmar Schmid) den Worten „Wenn sie nur noch Feinde sehen und die Freundschaft dran zerbricht, wenn marschiert wird statt zu gehen – traue ihnen nicht!“ eine ungewöhnliche Dramatik. Glockenhell und zart agieren die Gesangssolisten (Lea Abele, Latisha Barlow, Isabella Bijelic, Raphael Henning, Elina Kiemel, Ellen Özgüner). Im Finalstück „Mutig sein!“ begeistert der Unterstufenchor mit dem leidenschaftlichen Appell „Man bleibt nur lebendig und bleibt nicht allein, wenn man so mutig ist, frei zu sein.“

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare