Spaziergänge: Aktion „Licht aus“ - Händler sollen selbst entscheiden

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Bis zu 1200 „Spaziergänger“ zogen am Montag durch die Altstadt.
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HGV und ProGmünd geben Händlern und Gastronomen keine Empfehlung.

Schwäbisch Gmünd. Der Vorstand des Gmünder Handels- und Gewerbevereins (HGV) wird seinen Mitgliedern keine Empfehlung geben, ob sie am kommenden Montag, 24. Januar, während des vermutlich nächsten „Spaziergangs“ der Gegner der Corona-Maßnahmen in Gmünd in ihren Geschäften das Licht ausschalten sollen. Dies sagte am Donnerstag HGV-Vorstandsmitglied Dr. Christof Morawitz auf GT-Anfrage. Die Organisatoren des Aktionstages am kommenden Montag, „Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis“, hatten Händler, Gastronomen und Verwaltungen aufgefordert, um 19 Uhr die Lichter in ihren Lokalitäten und die Straßenbeleuchtung auszumachen. Sie wollen damit dem „Egoismus und Individualismus“ der Querdenker und Corona-“Spaziergänger“ etwas entgegen setzen. „Wir geben keine allgemeine Empfehlung“, sagte Morawitz, der die „Spaziergänge“ als politische Versammlungen sieht, die angemeldet und bei denen die Regeln eingehalten werden müssten. Jeder Händler aber solle für sich selbst entscheiden, ob er sich an der Aktion beteilige oder nicht, sagte Morawitz, der zudem einmal mehr betonte, dass der Handel „kein Treiber der Pandemie“ sei.

Ähnlich wie Morawitz sieht dies der Vorsitzende der für Gastronomen zuständigen Vereinigung „Pro Gmünd“, Hannes Barth. Er halte zwar nicht viel von den „Spaziergängen“, doch er sei sich auch nicht sicher, ob es etwas bringe, das Licht auszumachen, sagte Barth. Deshalb werde auch er keine Empfehlung an seine Gastronomen-Kollegen aussprechen.

Ganz klar hingegen sind die Dinge für Gmünds Stadtsprecher Markus Herrmann. Allein aus rechtlichen Gründen und aus Gründen der Sicherheit sei es nicht möglich, die Straßenbeleuchtung auszuschalten, sagte Herrmann. Gleichzeitig betonte er einmal mehr, dass die Stadtverwaltung alles unterstütze, „was der Entspannung, der Versachlichung, der demokratischen Auseinandersetzung und nicht der Zuspitzung dient“, sagte Gmünds Stadtsprecher.

Weil in Gmünd, Aalen und andernorts sogenannte „Spaziergänger“ auf die Straße gehen, wenden sich die Organisatoren des Aktionstages an die „große stille Mehrheit“. Denn sie seien es leid, dass diese „lärmende Minderheit“ ein falsches Bild „von öffentlicher Dominanz“ erzeuge. Michael Länge

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