"Spaziergang": Stadt lässt sich leiten von Besonnenheit

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Montagsspaziergang
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Gleichzeitig wollen Verwaltung und Polizei nicht alle Regelverstöße der „Spaziergänger“ tolerieren.

Schwäbisch Gmünd. Im Umgang mit den so genannten „Spaziergängern“ will sich Gmünds Stadtverwaltung von Besonnenheit leiten lassen. Dies sagte Gmünds Ordnungsbürgermeister Christian Baron am Dienstagabend im GT-Gespräch. Er fügte hinzu: Sei die Balance nicht mehr gewahrt, müssten die Zügel angezogen werden. In anderen Worten: „Wenn die Grenzüberschreitungen vom Montagabend Maßstab sind, sind dies Dinge, die wir nicht mehr tolerieren.“ Baron meinte damit zum Beispiel, dass die Fahrbahn offensichtlich mit dem Ziel betreten wird, den Verkehr aufzuhalten. Oder dass bewusst Nähe zu anderen gesucht wird, ohne eine Maske zu tragen. In den kommenden Tagen will die Stadt nun überlegen, mit welche Maßnahmen sie diesen Dingen begegnet.

Gmünds Stadtspitze hat sich am Dienstag mit der Polizei und mit dem Ältestenrat, den Spitzen aller Ratsfraktionen also, zum „Spaziergang“ vom Montag ausgetauscht. Auch dazu berichtete Baron von Einigkeit: Regeln „ein Stück weit unter der Flagge der Besonnenheit durchsetzen“. Alle wollten die Situation befrieden und deeskalieren. Dies solle besonnen ablaufen. Denn alle hätten das gleiche Interesse, „die Freiheit, die wir haben, zu erhalten: dass Schulen offen bleiben, dass Kliniken nicht überlastet werden“. Nach Polizeiangaben waren am Montagabend etwa 850 „Spaziergänger“ in Gmünd unterwegs. So viele wie noch nie. Baron hatte die „Spaziergänger“ am Montag begleitet. Er nannte sie „bunt durchmischt“. Darunter seien Kinder, Hunde und Menschen mit Christbaumschmuck gewesen, und auch ein paar, die dem rechten Spektrum zuzuordnen seien, sagte der Ordnungsbürgermeister.

An der Vorgehensweise der Polizei werde sich nichts ändern, sagte Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier auf GT-Anfrage. Eine „gewaltsame Auflösung“ der Versammlung stehe nicht zur Debatte, die Polizei werde „nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen“. Selbst wenn die Stadt Gmünd als zuständige Behörde die Versammlung auflöse, heiße dies nicht zwangsläufig, dass die Polizei dies durchsetzen könne. Denn die Polizei müsse „den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahren“, sagte Biehlmaier. Die Polizei versuche zu deeskalieren, die für den so genannten „Spaziergang“ verantwortlichen Personen festzustellen und diese im Nachgang zur Anzeige zu bringen. Michael Länge

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