Sperrung in der PH-Bibliothek zeigt Grundprobleme auf

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In der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule musste der Freihandbereich der Bibliothek wegen Asbestgefahr gesperrt werden. Die Studenten müssen Bücher bestellen und dann abholen.
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Wegen Asbest muss Freihandbereich bis mindestens Anfang 2022 geschlossen bleiben. Hochschulleitung plädiert für Bibliotheks-Neubau.

Schwäbisch Gmünd

Studierende der Gmünder Pädagogischen Hochschule (PH) haben es derzeit schwerer, an Bücher oder Medien aus der PH-Bibliothek zu kommen: Wegen Asbestfunden musste der Freihandbereich der Bibliothek gesperrt werden. Das Problem wirft ein Schlaglicht auf den insgesamt unzureichenden baulichen Zustand der Hochschule.

PH-Bibliothek wegen Asbest geschlossen: Dieses derzeit umgehende Gerücht weist der Kanzler der Hochschule, Edgar Buhl, im Gespräch mit der Gmünder Tagespost zurück. Richtig sei jedoch, dass der Freihandbereich der Bibliothek bis auf Weiteres nicht genutzt werden kann. Grund: In Brandschutzklappen in diesem Bereich sei Asbest gefunden worden. Es habe keine Gesundheitsgefahr für Mitarbeiter oder Besucher der Bibliothek bestanden, betont Buhl. Allerdings dürfen die Brandschutzklappen in ihrem jetzigen Zustand nicht in Betrieb gehen, deshalb musste der Freihandbereich geschlossen werden. Das ist der Bereich, in dem die Studenten selbst Bücher und Medien, die sie brauchten, aus den Regalen holen konnten.

Bücher bestellen

Das heißt nicht, dass die angehenden Pädagogen nicht mehr an Fachliteratur kommen: Sie können die benötigten Medien bestellen, Bibliotheksmitarbeiter stellen sie dann zur Abholung bereit – was personalintensiver ist als der Freihandbereich. Der Kanzler bezeichnet den derzeitigen Zustand als „eine ungute Situation“. Immerhin betrifft die Sperre über die Hälfte der Hochschulbibliothek. Die umfasst 1900 Quadratmeter inklusive Büros und Verkehrsflächen. Davon, so Edgar Buhl, stehen derzeit noch rund 900 Quadratmeter zur Verfügung.

Das Problem mit den Brandschutzklappen muss spätestens drei Jahre nach Bekanntwerden behoben werden, so sagt es die Vorschrift. „Aber wir wollen und können nicht drei Jahre warten“, stellt Buhl klar. Den Vorschlag, eine Containeranlage für die Bibliothek zu erstellen, habe die Landesregierung abgelehnt. Deshalb werde nun daran gearbeitet, zwei größere Seminarräume für die Bibliothek umzunutzen. Doch auch dafür sind erst mal umfangreiche Bauarbeiten nötig, zum Beispiel dringt Wasser durchs Dach in die Räume. Anfang nächsten Jahres, sagt Buhl, könnten die Räume für die neue Nutzung bereit sein. Auch die beiden Räume mit rund 300 Quadratmetern wären nur eine Notlösung – zumal diese Fläche dann dem Lehrbetrieb wieder fehlt.

Konzept für Gesamtsanierung

Die Situation zeigt zwei Grundsatzprobleme der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd auf: Zum Einen waren die Gebäude an der Oberbettringer Straße bei ihrer Einweihung in den siebziger Jahren auf 1800 Studierende ausgerichtet. Inzwischen bereiten sich dort über 3000 Menschen auf ihren künftigen Lehrdienst vor. Zudem sind die Gebäude nun rund 50 Jahre alt. „Es bröckelt an vielen Ecken“, beschreibt Edgar Buhl den Zustand. Zwar habe man sich mit dem Landes-Finanzministerium auf eine Gesamtsanierungsstrategie geeinigt. Das Land anerkenne auch, dass die PH zu wenig Flächen habe. Deshalb stelle sich nun die Frage, ob der nun gesperrte Bereich überhaupt für die Bibliothek saniert werden soll – oder ob ein Neubau für eine Bibliothek sinnvoller wäre. „Das wäre unser Ziel“, sagt der Kanzler. Doch dafür müsste das Finanzministerium erstmal Geld bereitstellen. Auch sei dafür noch kein Standort festgelegt.

Falls es zu einem Neubau der Bibliothek kommt, hätte die Hochschule für die freiwerdenden Räume durchaus Bedarf, versichert Edgar Buhl. Sie könnten unter anderem dem Ziel dienen, die Studenten – von denen viele derzeit noch aus ihren Wohnorten täglich zum Studium fahren – stärker an Gmünd zu binden.

Wir wollen und können nicht drei Jahre

PH-Kanzler Edgar Buhl, zur Sperrung der Freihand-Bibliothek

Fleischerhaken

Die Bibliothek ist im gleichen Bau untergebracht wie die Mensa der Pädagogischen Hochschule. Teilweise sei sie in früheren Kühlräumen der Mensa. Edgar Buhl erinnert sich daran, früher in solchen Räume noch Fleischerhaken gesehen zu haben

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