Sporthallen für Flüchtlinge in Gmünd bislang kein Thema

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In diesem Jahr sind bislang 131 000 Menschen nach Baden-Württemberg geflüchtet, allein 116 500 aus der Ukraine. 914 von ihnen haben eine Unterkunft in Schwäbisch Gmünd gefunden. Im Bild Ukrainer, die in Gmünd für die Solidarität danken. Archivfoto: Jan-Philipp Strobel
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Stadtsprecher Markus Herrmann erläutert die aktuelle Situation bei der Unterbringung von Menschen aus Krisengebieten.

Schwäbisch Gmünd

Die Begleitung und Betreuung von Flüchtlingen steht in Schwäbisch Gmünd auf zwei festen Säulen. Zum einen ist durch das „Welcome Center“ eine Begleitung durch ein hauptamtliches Mitarbeiterteam gewährleistet. Zum anderen stehen viele Ehrenamtliche parat, um den Flüchtlingen – vor allem im Moment aus der Ukraine – Unterstützung zu bieten.

Hinzu kommt, dass Gmünder, die Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, ebenfalls begleitet werden. „Sie sollen keinen Stress durch ihre Hilfsbereitschaft haben, sondern wir unterstützen sie“, macht Stadtsprecher Markus Herrmann deutlich. So sei ein solides Fundament gewachsen, das auch weiteren Flüchtlingsströmen gewachsen ist. „Da ist eine ganze Struktur aufgebaut“, erklärt Herrmann zuversichtlich. Groß sei der Dank der Stadt gegenüber den Ehrenamtlichen und Vermietern, die all dies ermöglichen. „Es sind keine einfachen Zeiten, aber wir sind positiv unterwegs“, betont der Stadtsprecher.

Doch aufgrund steigender Flüchtlingszahlen ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Sorge. Mittlerweile seien in diesem Jahr rund 131 000 Menschen nach Baden-Württemberg geflüchtet – sie kommen aus der Ukraine und aus Staaten wie Syrien, Afghanistan oder dem Irak. Und allein aus der Ukraine, so der Ministerpräsident, seien bislang 116 500 Flüchtlinge im Ländle. Davon haben aktuell 914 in Schwäbisch Gmünd eine private Unterkunft gefunden. „Und mit dieser Zahl liegen wir weit über dem Kontingent an Geflüchteten, die Gmünd unterbringen müssen“, sagt Markus Herrmann. Zumal noch weitere 1000 Flüchtlinge aus anderen Ländern hinzukommen.

Im Rahmen des in Baden-Württemberg geltenden dreistufigen Aufnahme- und Unterbringungssystem für Flüchtlinge sind die Kommunen für die endgültige Unterbringung in der sogenannten Anschlussunterbringung (AU) zuständig. Maßgebend ist die Zahl der Ukrainer, die vom Ostalbkreis aus Gemeinschaftsunterkünften (GU) auf die Kommunen in die AU verteilt werden müssen. Diese Anzahl wird quotengerecht auf alle Städte und Gemeinden verteilt. Berücksichtigung finden bei dieser Berechnung aber auch die bereits in den Kommunen untergebrachten Flüchtlinge. Das sind die Fälle, die vorher nicht in den GUs des Ostalbkreis wohnhaft waren. Und im Kreis haben in den vergangenen Monaten viele Ukrainer privaten Wohnraum gefunden. „Dies führt dazu, dass Schwäbisch Gmünd mehr Ukrainer untergebracht hat, als es die Aufnahmequote erfordert“, so die Auskunft von Katharina Oswald, der persönlichen Referentin des Landrats und Pressesprecherin.

Und wie geht's weiter? Die Gmünder Stadtverwaltung sieht den kommenden Monaten relativ gelassen entgegen. „Es gibt bislang auch keine vorbereitenden Maßnahmen, etwa Sporthallen und ähnliches zu Flüchtlingsunterkünften umzufunktionieren“, so Herrmann. Eben dies hatte der Ministerpräsident kürzlich angekündigt, sollten die Flüchtlingsströme nicht in nächster Zeit abebben. Wovon man aktuell nicht ausgehen kann, da in der Ukraine bereits seit einem halben Jahr herrscht.

„Sporthallen als Unterkünfte sind in Schwäbisch Gmünd bislang kein Thema“, erklärt der Stadtsprecher. Und verweist darauf, dass zuerst die Landeserstaufnahmestellen (LEA) gefragt seien. Dann die Gemeinschaftsunterkünfte (GU). Und dann erst, wenn es um die Anschlussunterbringung (AU) geht, die Kommunen. „Da muss man klar unterscheiden.“

Die Stadt Schwäbisch Gmünd und auch die Nachbarkommune Mutlangen haben „die Verantwortung von Anfang an sehr ernst genommen“, betont Markus Herrmann. Der Stadtsprecher macht deutlich, dass nun erst einmal die Solidarität der anderen Kommunen im Land gefragt sei, die bislang bei weitem nicht so viele Flüchtlinge aufgenommen haben.

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