St. Anna leert sich - ganz langsam

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Spätestens 2024 werden alle Bewohner umziehen - was dann mit dem St. Anna-Gebäude von 1977 passiert, dazu läuft gerade eine Untersuchung.
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Leerstände werden nicht wieder belegt - „Es gibt keine Kündigungen wegen der Bauvorhaben“

Schwäbisch Gmünd. Das Gebäude von St. Anna leert sich ganz langsam angesichts des bevorstehenden Neubaus des Seniorenzentrums. „Wenn etwas frei wird, wird nicht wiederbelegt“, sagt Dr. Beate Radzey, die Leiterin des Unternehmensbereichs Wohn- und Sorgekonzepte mit Zukunft bei der Vinzen-von-Paul-gGmbH. „Kündigungen wegen der Bauvorhaben“ gebe es aber keine, betont Radzey. Danach hatte Grünen-Stadtrat Thomas Krieg in dieser Woche im Gmünder Gemeinderat gefragt.

Klar ist: Das Seniorenzentrum St. Anna in Gmünd will neben dem heutigen Gebäude neu bauen, weil das bisherige nicht mehr den Auflagen der Landesheimbau-Verordnung entspricht. Geplant ist, 2022 mit dem Bau zu beginnen, so dass spätestens Anfang 2024 die Bewohner vom alten ins neue St. Anna umziehen können.

Was mit dem 1977 erbauten alten Gebäude dann passiert, ist offen. Eine Untersuchung dazu durch ein Fachbüro laufe derzeit, sagt Beate Radzey. „Ideen gibt es schon“ sagt sie. Wobei auch ein Abriss offenbar nicht ganz auszuschließen ist – das zeigt zumindest ein Blick auf ein Seniorenzentrum in Wangen im Allgäu, das Vinzen-von-Paul dort betreibt. „An diesem Standort hatten wir eine ähnliche Situation wie in Gmünd“, sagt Radzey. Das sei aber baulich „noch schwieriger gewesen – es war nicht zu erhalten“.

Im Bereich des Neubaus sollen sechs Wohngruppen für je zwölf Menschen entstehen. „Drei Häuser mit Familienwohnungen, drei mit Wohnungen für Senioren.“ Eine „gemischte Belegung mit Begegnungsräumen“, wie sich Radzey ausdrückt, die Gmünder an die Hoffnungshäuser im Taubental erinnern, wo Senioren, Familien und Geflüchtete gleichermaßen wohnen.

Es geht nicht nur um neue Räume, auch um neue Konzepte: „Das klassische Betreute Wohnen will heute kein Mensch mehr haben“, sagt Beate Radzey. „Wir versuchen ein Stück weit auf eine neue Generation der Senioren einzugehen.“

Wie der Eindruck entstanden ist, dass Bewohner bereits wegen der Baupläne gekündigt werden, kann sie nicht recht nachvollziehen. Es gebe allerdings immer wieder Kündigungen aus den verschiedensten Gründen, sagt die Bereichsleiterin, die in Tübingen arbeitet und ein- bis zweimal pro Monat in Gmünd ist. Radzey nennt einen Fall aus ihrer Stadt, wo eine Frau so starke psychische Probleme hatte, dass die anderen Bewohner keine Ruhe mehr finden konnten. „Ich kenne die Situation nicht, aber das kann ich für Gmünd nicht ausschließen.“ Bernd Müller

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