Stadt hofft auf hohe Förderung für Park mit essbaren Wildpflanzen 

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Am Hang beim Buchhölzle in der Oststadt soll der Park mit essbaren Wildpflanzen entstehen. Die Stadt Schwäbisch Gmünd setzt dabei auf eine Förderung des Bundes.
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Der 10 000 Quadratmeter große Garten mit essbaren Wildpflanzen in Schwäbisch Gmünd gewinnt derzeit erste Konturen.

Schwäbisch Gmünd

Eine Suppe mit Gänseblümchen, danach ein Sauerampfer-Risotto, zum Abschluss eine Löwenzahn-Orangencreme: So zum Beispiel könnte ein Menü aussehen, wenn  der Koch  oder die Köchin künftig die Zutaten in der Oststadt besorgt.  Das Bauordnungsamt der Stadt konkretisiert derzeit die Pläne, nach denen  dort ein  rund 10 000 Quadratmeter großer Park mit essbaren Wildpflanzen entstehen soll - der wohl erste im Land.

Erste Pläne bis Sommer

Investitionen von 275 000 Euro sieht der Entwurf des städtischen Haushaltsplans für 2023 vor, die gleiche Summe nochmal fürs Folgejahr.  Damit soll in der Oststadt beim Buchhölzle ein Park mit essbaren Wildpflanzen angelegt werden.  Die ersten Pläne dafür möchte die Verwaltung  bis Sommer dem Gemeinderat vorlegen und dann beim Bundesamt für Naturschutz einreichen, berichtet Alexander Trautmann  vom Bauordnungsamt. Unterm Strich könnte das Projekt für die Stadt jedoch erheblich preisgünstiger werden, denn im städtischen Haushalt stehen den Ausgaben von 550 000 Euro Einnahmen von 482 000 Euro gegenüber - Fördergeld vom Bundesamt. „Die tatsächliche Höhe der Förderung ist natürlich noch unklar“, sagt Trautmann.  Doch sei eine Förderquote von 75 Prozent der Kosten  sei durchaus möglich.

Der Anstoß dazu, in der Gmünder Oststadt einen Park mit essbaren Wildpflanzen einzurichten, stammt von der Oststadt-Koordinatorin Christa Bareiß. Sie wiederum wurde inspiriert von Dr. Markus Strauß, der sich mit seiner Stiftung Ewilpa (Essbare-Wildpflanzen-Parks) für die Einrichtung  solcher Parks  einsetzt und auch schon einen entsprechenden Vorschlag für die Remstal-Gartenschau eingebracht hatte. 

Christa Bareiß sieht einen Park, in dem nach dem Vorbild der mittelalterlichen Allmende jede und jeder ernten kann,  als  Beitrag zum sozialen Miteinander. Sie möchte  die Bewohner der Oststadt in den Aufbau und die Pflege des Parks einbeziehen.  Und nicht nur die:  Zusammen mit der Pädagogischen Hochschule, die sich stark in das Projekt einbringt,  arbeitet Christa Bareiß an einem pädagogischen Konzept, mit dem auch Kindergarten-Gruppen und Schulklassen die essbaren Wildpflanzen sinnlich und wissensmäßig erfahren sollen.  Studenten der Uni Stuttgart haben  Planungsüberlegungen für ein  Seminargebäude angestellt und auch die Möglichkeit abgeklopft, bestehende Gebäude dafür  zu nutzen.  Ob Neubau oder Bestandsgebäude, ist noch nicht entschieden, sagt Alexander Trautmann.  Studenten der Gmünder Hochschule für Gestaltung haben  einen Orientierungsplan für den Park erarbeitet.

Den Standort zwischen Hardt und Oststadt hält Trautmann für „ein Super-.Gelände“. Größere Eingriffe wären nicht nötig, die dort bereits existierenden Streuobstbäume sollen integriert werden.  Er rechnet damit, dass das Antragsverfahren für die Förderung rund ein Jahr dauert. „Wenn wir im Frühjahr '23  starten könnten, wäre das schon gut“, sagt er über den Zeitplan.  Das zur Verfügung stehende Gelände solle dann nach und nach genutzt werden, auch in die Anlage des Parks könnten die Bürger bereits einbezogen werden.

Grüne Linie

Baubürgermeister Julius Mihm sieht den Park mit essbaren Wildpflanzen  gleichzeitig als  Teil einer längeren Linie:  Ein „grüner Pfad“ soll  das Hardt mit Wetzgau verbinden und die Bürger anregen, die Stadt auch auf längeren Wegen zu erkunden, wenn sie immer wieder auf Attraktionen stoßen. Auf diesem Weg wären es der Familien- und Freizeitpark auf dem Hardt, der  Park mit essbaren Wildpflanzen und direkt daneben der Weltgarten, der Leonhardsfriedhof, das Taubental, der Himmelsgarten und der Weleda-Heilpflanzengarten.

Ein Super-Gelände.“

Alexander Trautmann,, Bauordnungsamt

Essen von A(mpfer)bis Z(itronenmelisse)

  • Die Vielfalt dessen, was in dem Park wachsen könnte, wäre immens, einiges  wohl auch schon vorhanden.  Die Palette  essbarer Pflanzen oder Früchte reicht von den Streuobstbäumen bis zum Löwenzahn, dazu gehören Sauerampfer, Brennnessel, Gänseblümchen, wilde Möhren, Bärlauch, natürlich auch verschiedene Beerensträucher und vieles, vieles  mehr.  Alexander Trautmann könnte sich gut vorstellen, dass den Besuchern  in dem Park  auch vermittelt wird, wie man  die essbaren Pflanzen  genussvoll zubereitet.

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